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Das sorgt bei Mitarbeitern saarländischer Autowaschstraßen für Staunen

Foto: Fotolia

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Der Fahrer des blauen Audi hatte gerade gezahlt und verstaute das Wechselgeld in der Mittelkonsole seines Wagens, als ihm offenbar noch etwas einfiel. Also ließ er die Seitenscheibe nochmal herunter . . . „Der Mann war pitschnass“, erzählt der Mitarbeiter einer Saarbrücker Autowaschstraße. Denn der Angestellte war gerade dabei, den Wagen des Kunden vor der Einfahrt in die Waschstraße mit einem Hochdruckreiniger abzuspritzen, als dieser unvermittelt die Scheibe herunterließ. „Das passiert leider immer wieder mal, auch wenn wir vorher regelmäßig darauf achten, dass alle Wagenfenster geschlossen sind“, sagt der Mitarbeiter. „Die Leute sind mit den Gedanken woanders, gucken woanders hin und machen dann einfach das Fenster auf“, erzählt er.

 

Erwähnt man Vorfälle wie diesen bei anderen Waschstraßen, nicken die Angestellten wissend. Einer sagt: „Zu den Schäden, die sich daraus ergeben, zählen nasse Rücksitze, leicht feucht gewordene Menschen – oder auch ein fliegendes Toupet.“ Letzteres flog durchs Auto, als ein Fahrer während der Vorreinigung unvermittelt das Beifahrerfenster öffnete.

 

Doch es kommt noch viel schlimmer. Waschstraßen-Mitarbeiter mögen mitunter ein leichtes Kribbeln verspüren, wenn sich ihren Anlagen Autos mit Automatikgetriebe nähern. Denn nahezu jeder von der SZ befragte Waschstraßen-Betrieb hat bereits Erfahrungen mit Automatik-Fahrern gemacht, die in der Waschstraße den Schalthebel auf „D“ (Drive) stehen lassen und die Bremse nur so lange drücken, bis der Vorderreifen von der sogenannten Förderrolle erfasst wird, die den Wagen durch die Anlage bugsiert. Sobald das passiert, denken sie, „Alles klar“, nehmen den Fuß von der Bremse – und machen einen riesigen Satz ins Dickicht der bunten Waschbürsten. In einer Saarbrücker Anlage half eine verwirrte Fahrerin sogar noch mit dem beherzten Tritt aufs Gaspedal nach – und raste mit dem Wagen durch die gesamte Waschstraße. Da blieb kein Glanz am Lack: Allein den Schaden an der Anlage beziffert ein Angestellter auf rund 650 000 Euro.

 

Berichtet wird auch von Kunden , deren Wagen man (von der Förderrolle gezogen) in der Waschstraße verschwinden sah, die aber wenig später mit Hilfe des Rückwärtsgangs an der Einfahrt wieder auftauchten. „Etwa, weil sie noch etwas zum Verhalten in der Waschstraße wissen wollten“, erzählt ein Mitarbeiter. Umgekehrt gab's das übrigens auch schon: Ein Mann fuhr am Ende der Waschstraße ein, musste aber erstaunt feststellen, dass die Mitarbeiter wild mit den Armen gestikulierten, anstatt sich nach seinem gewünschten Waschprogramm zu erkundigen.

 

Inzwischen wird es kaum noch verwundern, dass manch einer die Waschstraße auch zu Fuß verlässt. Der Chef eines Saarbrücker Betriebs berichtet: „Eine Frau fuhr mit ihrem BMW in unsere Anlage und stand dann kurz darauf mit einer Zigarette in der Hand neben einem Mitarbeiter auf dem Vorplatz.“ Dem verdutzten Angestellten erklärte sie, dass sie eine Zigarette rauche, während das Auto getrocknet werde. Sie hatte ihren Wagen mitten in der Waschstraße verlassen.

 

Weniger freundlich, aber ebenso arglos erleben Waschstraßen-Mitarbeiter auch Kunden , die vor der Einfahrt rangieren. Mehrere Mitarbeiter wurden bereits angefahren, heißt es. Aber man zeigt Verständnis, ist höflich. Nur gelegentlich ein Kopfschütteln, etwa wenn in der Waschstraße mal wieder die Scheibenwischer eingeschaltet werden . . .
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