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Das zeigen die Saarbrücker Perspectives 2014

Perspectives 2014: Ausschnitt aus dem Stück

Perspectives 2014: Ausschnitt aus dem Stück "Rayahzone".

Doch Hamard muss nicht bange sein. Sie kann ihrem Instinkt vertrauen. Vor sieben Jahren übernahm sie das Saarbrücker Festival der Bühnenkunst als nahezu besucherfreie Zone: nur noch 3500 kamen.

2013 lag die Besucherzahl bei 12 000. Was Hamard, wie sie gestern bei der Spielplan-Konferenz ausführte, darauf zurückführt, dass ihr thematisch ungebundenes Konzept stimme. Ihr Credo klingt schlichter, als es ist: „Ich möchte mit sehr guten Stücken ein breites Publikum ansprechen.“

Von einem „Balance-Akt zwischen hohem künstlerischen Niveau und einem niederschwelligen Angebot“ sprach denn auch die Vertreterin der Ministerpräsidentin, Susanne Reichrath. Sie wies den Perspectives, die mit je 205 000 Euro von Land, Stadt und Département Moselle finanziert werden, den Rang eines Grenzraum-Erfolgsmodells zu. Auch alle anderen Pressekonferenz- Teilnehmer, sei es Kultusminister Ulrich Commercon oder der Vizepräsident des Generalrates Bernard Hertzog, würdigten die Brücken-Funktion der Perspectives.

Die übernimmt das Festival deshalb, weil es die Arme weit aufmacht. Diesmal freilich nicht für Tanztheater-Fans: Die große Ballettproduktion fehlt. Doch Zirkus-Begeisterte werden die Compagnie AOC im Zelt auf dem Tbilisser Platz sicher gerne wiedersehen. Auch sammelt Hamard einmal mehr Straßentheater- und Open-Air- Fans ein, etwa wenn sie ins Ausbesserungswerk Burbach einlädt, wo vor Industriekulisse ein Riesen-Kran zum Mitspieler wird. Familien werden nicht nur ins Objekttheater gelockt („Stereoptik“), sondern auch zur monumentalen Feuer-Installation der Compagnie Carabosse. Unter dem Titel „Von Kohle, Stahl, Schweiß und Feuer“ soll sich am 24. Mai der nächtliche Deutsch-Französische Garten in ein märchenhaftes Universum aus flammenden Skulpturen verwandeln.

Doch auch die Avantgarde- Neugierigen werden wieder gefüttert, mit herausfordernden, innovativen Mischformen: Die griechische Gruppe Telemachos erzählt von der aktuellen Krise in ihrem Land, das Trio Clockwork spielt selbstironisch mit den körperlichen Unterschieden von Tänzern aus drei Nationen. Zudem wird die Partyjugend in den sagenhaften Club am Römerkastell gelockt. Freilich muss ein Name im Programm besonders groß geschrieben werden: Luk Perceval.

Seit der Regisseur 1999 mit dem Shakespeare-Marathon „Schlachten!“ Theatergeschichte schrieb, heimst er, mittlerweile leitender Regisseur am Hamburger Thalia Theater, Kritiker-Lobeshymnen, Preise und Berliner-Theatertreffen- Einladungen ein. Am Thalia wird just am Samstag „Front“ uraufgeführt, eine „Polyphonie“ zum Ersten Weltkrieg, komponiert unter anderem nach dem Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque und aus Zeitdokumenten, umgesetzt mit einem multinationalen Ensemble.

Lässt sich ein passgenaueres Gastspiel für das Festival im Weltkriegs-Jubiläumsjahr finden? Nein. Am 29. Mai sieht man „Front“ in Saarbrücken.  Der Vorverkauf startet am 26. April; www.perspectives.de

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