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"Dass wir hier Gehör finden, ist etwas besonderes"

Die Gruppe Silly tritt am kommenden Montag (29.11.2010) in der Saarbrücker Garage auf.

Die Gruppe Silly tritt am kommenden Montag (29.11.2010) in der Saarbrücker Garage auf.

Ihr Album hat in Deutschland Platz 3 erreicht – ist das eine Mischung aus Platz 1 im Osten und Platz 12 im Westen?
Anna Loos: Genau so war es nicht. Das Ost-West-Gefälle bei den Verkäufen hat uns natürlich sehr interessiert. Dass Ost und West fast von Anfang an gleich auflagen, hat uns sehr überrascht. Im Moment hat der Westen, der uns ja gerade erst entdeckt, den Osten bei den Verkäufen sogar überholt.

Der „Spiegel“ sieht diesen Erfolg als „musikhistorischen deutsch-deutschen Moment“. Sie auch?
Loos: Ja, das würden wir auch so sehen. Denn fast alle Bands aus dem Osten, die dort viele Menschen erreichten, haben es im Westen letztlich nicht geschafft. Dass wir hier Gehör finden, ist etwas Besonderes.

Warum geht es anderen Gruppen aus dem Osten da deutlich schlechter?
Loos: Das ist schwer zu sagen. Bands wie Karat, die Puhdys oder auch City haben ja ebenfalls die ganze Zeit gearbeitet und neues Material veröffentlicht. Wir haben in den vergangenen Jahren viel getan, um das Drumherum der Band zu festigen – das sind ja nicht nur wir vier, sondern Gastmusiker, Texter, ein Management. Wenn das alles wie Zahnräder ineinander greift, funktioniert das. Vielleicht haben die anderen Bands da einfach weniger Glück gehabt.

Sie haben die große Plattenfirma Universal im Rücken – kann das den Unterschied machen?
Ritchie Barton: Nicht unbedingt. Große Plattenfirmen können ein ziemlicher Schnarchnasenverein sein – zu fett, zu langsam. Wir waren vorher schon mal bei einer anderen großen Firma und dort sogar Chefsache. Nur: Die tägliche Arbeit in so einer Firma erledigen andere. Und die waren von uns weniger überzeugt als der Chef. Wenn man aber die Beziehung zur Plattenfirma von unten nach oben gestalten kann, wie wir das jetzt gemacht haben, ist das viel besser.

Hilft dabei auch, dass Sängerin Anna Loos bereits als Schauspielerin sehr bekannt ist?
Uwe Hassbecker: Das hat anfangs vielleicht ein paar Türen geöffnet, nur damit ist es ja lange nicht getan.

Aber sie ist schon das mediale Gesicht der Band, oder?

Barton: Wenn die Stones unterwegs sind, wollen die meisten mit Mick Jagger reden, das ist normal. Bei einer Sängerin verstärkt sich das noch.
Uwe Hassbecker: Das begleitet uns schon durchs ganze Leben – das war bei Tamara Danz ja auch nicht anders. Es stört uns aber nicht, wir sind hinter den Kulissen ja ein demokratischer Verein.

Ihre Plattenfirma soll nicht glücklich gewesen sein mit dem Albumtitel „Alles rot“, auch wenn der nicht einmal politisch gemeint ist. Warum das?
Loos: Eine Firma hat ja ihre Erfahrungen und deshalb zu manchem auch ihre Meinung und Ratschläge. Das finde ich gut. Noch besser finde ich, dass sie uns dennoch machen lassen, was wir wollen.
Hassbecker: Ich glaube, die hatten Angst vor der Verbindung „Ost-Band“ mit dem Wort „Rot“, was wie ein Klischee wirken könnte. Heute sind sie aber sehr froh damit, glaube ich.

Haben Sie schon einmal ein Interview gegeben, in der der Ost-West-Bezug nicht zum Thema wurde?
Loos: Leider nicht. Egal ob im Westen oder Osten – das ist immer eine der ersten drei Fragen. Durch die Geschichte der Gruppe liegt das natürlich auf der Hand, aber ich denke, dass das mal weniger wird.

Konzert: Montag, 29. November, Saarbrücker Garage.

Tickets: :: www.sz-kartenvorverkauf.de und :: www.garage-sb.de

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