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Dauerbaustelle: Die Geschäftsleute sind sauer

Der Bagger lärmt vor der Tür, seit Monaten Staub und Krach, die Kunden bleiben aus. Ihr Umsatz sei um 65 Prozent zurückgegangen, beklagt Ulrike Wegener, die den Modeladen „Fashion Outlet“ in der Silberherzstraße betreibt: „Ich weiß nicht, wie ein kleiner Laden so überleben soll.“

Schon zu Weihnachten wurde dort nach einem Wasserrohrbruch längere Zeit gebaut. Seit März wandert die Baustelle nun durch die ganze Straße. Der Grund: Nach dem Rohrbruch entschloss man sich, in einer Maßnahme gleich alle Leitungen zu erneuern, also Gas, Wasser und Beleuchtung. Bauherr sind die Stadtwerke . „Wir wollten das nachhaltig gestalten und nicht nur flicken“, sagt Bereichsleiter Stefan Schlang.

Bis zur Emmes sollte ursprünglich alles fertig sein. Und tatsächlich rückte das Baugerät ab. Doch dann die böse Überraschung: „Als es am Montagmorgen nach der Emmes wieder losging, hat mich fast der Schlag getroffen“, erzählt Wegener. „Und wir kriegen keine Info, wie lange das noch dauern soll! “

Dass sich Verzögerungen im Zeitplan ergeben würden, stellte sich laut Schlang erst im Baufortschritt heraus: „Wir müssen abschnittsweise vorgehen, und dabei parallel im laufenden Betrieb Leitungen erneuern und gleichzeitig die Versorgung aufrechterhalten.“ Sicherheitsmaßnahmen im Untergrund der Straße hätten zudem den Ablauf verzögert.

Auf ihren Sommerkleidern bleibt Wegener nun sitzen. Und was die Geschäftsfrau am meisten ärgert: „Ich bekomme noch nicht mal einen Termin im Rathaus, sondern werde nur abgewimmelt. In dieser Stadt gibt es keinen Respekt vor dem Einzelhandel“, empört sie sich.

Die Stadt Saarlouis sei für die Baustelle nicht zuständig, hieß es gestern zu diesem Vorwurf im Rathaus. Man bedauere, dass die Geschäftsleute beeinträchtigt seien, verwies aber an die Stadtwerke .

Die haben laut Schlang nun die Arbeiten in der Silberherzstraße selbst nahezu abgeschlossen, nun beginnt der dritte Bauabschnitt bis zur Mitte des Großen Marktes. Um in die Silberherzstraße zu gelangen, müssen Kunden aber weiterhin weite Umwege gehen. „Ich bin fix und fertig“, sagt auch Sabine Birk-Müller, Inhaberin des Feinkostladens auf der Ecke Silberherzstraße/Weißkreuzstraße. Mit der Dauerbaustelle direkt vor der Tür fühlt sie sich ebenfalls alleingelassen.

Zwar habe es einen Infoabend Anfang März gegeben: „Aber um 17.30 Uhr!“, ärgert sich Birk-Müller, „zu dieser Zeit stehen wir noch im Laden.“ Der Krach macht Verkaufsgespräche fast unmöglich, es kann nicht mal jemand vor den Schaufenstern stehen bleiben, klagt sie. 50 Prozent sei der Umsatz des Geschäftes eingebrochen, das im Oktober erst eröffnete. „Ich habe schon eine Vollzeitkraft entlassen müssen“, berichtet sie, „wenn das so weitergeht, muss ich wieder zumachen.“ Die Geschäftsfrau ist enttäuscht: „Man hat das Gefühl, als wäre man hier nicht erwünscht.“

Das bedauert Schlang und beteuert: „Wir sind im Bauablauf täglich präsent und mit den Anliegern im Gespräch.“ Über die Maßnahme sei zudem hinreichend informiert worden.

In etwa vier Wochen sollen nun die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann wird die Silberherzstraße aber noch mal für rund 14 Tage gesperrt: Der Straßenbelag muss noch aufgebracht werden.

 

Meinung:
 

Nicht unsere Baustelle?!

Von SZ-Redakteurin Nicole Bastong

„Nicht unsere Baustelle“ – das stimmt womöglich, aber ist sicher nicht die richtige Antwort auf die Klagen der Geschäftsleute . Denn was Saarlouis als Einkaufsstadt ausmacht, ist der Einzelhandel – mit dem auch gerne geworben wird. Da kann es sich die Stadt nicht erlauben, ihre Geschäftsleute allein zu lassen. Auch wenn sie nicht direkt zuständig ist: Man darf durchaus an den richtigen Ansprechpartner verweisen und Unterstützung anbieten. Zum Beispiel dabei, Kompromisse zu finden, wenn es um die Erreichbarkeit der Läden geht. Ärgerlich!
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