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Debatte um Atomendlager in Lothringen

Saarbrücken. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten Jahren ein Atomendlager für schwach aktive, aber langlebige Spaltprodukte in Lothringen in der Nähe zur saarländischen Grenze errichtet wird, ist nicht sehr groß. Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs, zu dem die Landesregierung gestern die Generaldirektorin der Agentur für die Behandlung radioaktiver Abfälle (Andra), Marie-Claude Dupuis, und den Präfekten der Region Lothringen, Bernard Niquet, nach Saarbrücken eingeladen hatte. Dabei machten Dupuis und Niquet deutlich, dass ein solches Lager nur in Gemeinden errichtet werde, die sich erstens geologisch eignen und in denen zweitens die politische Akzeptanz der Volksvertreter und der Bevölkerung vorhanden sein muss. Als geologisch geeignet gelten Gegenden, die über mächtige Tonschichten verfügen, wie sie vor allem im südlichen Lothringen und in der angrenzenden Champagne vorkommen.

Nachdem im vergangenen Sommer über 3000 Gemeinden mit der Frage angeschrieben worden waren, ob sie sich die Einrichtung eines solchen Endlagers auf ihrem Bann vorstellen könnten, haben sich 40 Gemeinden um den Standort für das Endlager beworben. Hieraus sollten in den nächsten Wochen, so wurde von französischer Seite dargelegt, drei Kommunen in die engere Auswahl kommen. In diesen Orten sollen sich bis Ende nächsten Jahres eingehende Untersuchungen anschließen, bevor die Standortwahl getroffen wird. Ein Genehmigungsverfahren für das Endlager wird danach erst für das Jahr 2013 ins Auge gefasst.

Die einzige Bewerbung aus dem benachbarten Département Moselle stammt aus Baronville, einer 400-Seelen-Gemeinde, die rund 50 Kilometer südwestlich von Saarbrücken liegt. Dazu sagte Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) vor Journalisten: „In die Bewertung der Gemeinde Baronville sind die Bedenken der saarländischen Landesregierung eingeflossen.“ Weiter wies Mörsdorf darauf hin, dass die Grenzregion mit dem Kernkraftwerk Cattenom und mit dem für hoch radioaktive Abfälle geplanten Endlager in Bure schon genügend strapaziert sei. Der Minister: „Mit dieser Massierung in der Großregion ist es genug. Ein zusätzliches Endlager lehnen wir hier ab. Das gilt insbesondere, wenn ein solcher Standort in der Nähe zur saarländischen Grenze liegt.“

Auf die Nachfrage von Journalisten, ob Baronville trotz der Bedenken der saarländischen Nachbarn in die engere Auswahl kommen könnte, wollten sich weder die Andra-Chefin Dupuis noch der Präfekt Niquet konkret äußern. Sie wiesen dabei jedoch wiederholt darauf hin, dass die „politische Akzeptanz“ eine entscheidende Rolle spielen werde.
Gerhard Franz
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