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Debatte um Spar-Diktat: Heftige Kritik an Plänen des Bistums Trier

Saarbrücken. Gundo Lames ist anderen Managern gegenüber im Vorteil. Er kann von Gott reden, wenn er keine Antworten auf unangenehme Fragen hat. Lames ist Kirchenmanager, Direktor für „Ziele und Entwicklung“ im Bischöflichen Generalvikariat Trier. Und am Montagabend im Johannes-Foyer, dem Versammlungsraum des Dekanats Saarbrücken, hat Lames viel von Gott geredet.

Vorwurf: „Das Volk Gottes ist enteignet worden“

Die Fragen kamen von Mitarbeitern der Institutionen, die auf der Spar-Liste des Bistums Trier stehen – und von Professor Friedhelm Hengsbach. Den Jesuiten und Fachmann für katholische Soziallehre hatte das Dekanat eingeladen, einen Blick auf das bischöfliche 40-Millionen-Euro-Spar-Paket zu werfen. „Verantwortungslos“ sei es, erst einen Spar-Plan vorzulegen und sich anschließend erst Gedanken darüber zu machen, was Kirche wolle, wie die Seelsorge in Zukunft aussehen solle, sagte Hengsbach. Vor allem hätte mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern geredet werden müssen, bevor der Bischof seinen „verbindlichen Entwurf zur Kostensenkung“ vorgelegt hat. Für Hengsbach, der von einer „Fremdherrschaft des Klerus“ sprach, entsteht so der Eindruck: „Das Volk Gottes ist enteignet worden.“ Das führe dazu, dass Katholiken mit ihrer Führung „fremdeln“.

Die Bistumsleitung sehe dieses Fremdeln, sie habe die in der Kirche Engagierten nicht gut eingebunden, räumte Lames ein. Aber man müsse sehen, dass die Führung in Trier Verantwortung trage für 23 000 hauptberufliche Mitarbeiter. Und es werde ja nicht nur gespart, sondern auch investiert – etwa um Geistlichen in den Pfarreien Verwaltungskram vom Hals zu halten und das Ehrenamt zu fördern.



Beim Personal wird gespart, jetzt müssen Ehrenamtliche die Arbeit machen

Beim Personal zu sparen und Arbeit auf Ehrenamtliche abzuwälzen, habe mit der katholischen Soziallehre, die immer den Wert menschlicher Arbeit betont hat, wenig zu tun, merkte der Mettlacher Ökonom Hans Ludwig an. Martin Bauer, der Leiter des von der Schließung bedrohten katholischen Jugendcafés Exodus, formulierte es deutlicher: „Man kann doch nicht jetzt die Ehrenamtlichen verheizen, nachdem man Priester und andere Hauptamtliche verheizt hat.“

Hengsbach forderte eine Laien-Synode, die über den Kurs des Bistums beraten soll. Der Saarbrücker Dechant Benedikt Welter bat darum, „Züge, die so aufs Gleis gestellt sind, dass sie sicher gegen die Wand fahren, anzuhalten“. Zumindest darauf hatte Gundo Lames eine klare Antwort. Der Spar-Plan werde nicht auf Eis gelegt.

Da helfe auch das Stoßgebet von Alfred Staudt, dem Landesleiter der Gewerkschaft Verdi, nicht. Staudt bat: „Gott schütze unseren Bischof vor seiner Bürokratie.“
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