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Dem Himmel so nah

 Chambley. Die Luftschifffahrtsbiennale „Mondial Air Ballons“ gilt als das größte Ballonfahrertreffen weltweit: „Es gibt zwar eines in New Mexico, das von der Anzahl der Piloten etwas größer ist“, gibt Philippe Buron-Pilâtre, der Veranstalter der Biennale in Chambley, zu. „Aber dort kommen die Teilnehmer und Gäste zu 90 Prozent aus den USA, bei uns sind rund 40 Nationen am Start.“

Buron-Pilâtre ist Nachfahre des ersten Menschen, dem eine Ballonfahrt gelang: sein Ururur-Großvater Pilâtre de Rozier erhob sich 1783 über Paris in einem Ballon der Brüder Montgolfier. Der lothringische Physiker war das erste Opfer der zivilen Luftschifffahrt: Er verunglückte tödlich zwei Jahre nach seinem Erstlingsflug beim Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren.

Vor 20 Jahren kam dem Ururur-Enkel die Idee mit der Biennale. Philippe Buron-Pilâtre quittierte den Dienst bei der französischen Nachrichtenagentur AFP und widmete sich dem Ballonfahrertreffen. Die erste „Mondial Air Ballons“ fand 1989 statt: „Es war eigentlich die schönste, weil es die verrückteste Zeit war“, sagt Buron-Pilâtre heute. „Schuld“ an seiner Leidenschaft ist sein Freund Hugues de Sade, ein Nachfahre des Marquis de Sade, der Buron-Pilâtre seine erste Ballonfahrt bescherte: „Sie endete nach ein paar Metern in einem Baum“, sagt Buron-Pilâtre und lacht.
 
Die beschaulichen Anfänge liegen weit zurück: Mit 250 000 bis 400 000 Besuchern – je nach Wetter – ist die „Mondial Air Ballons“ eine Massenveranstaltung geworden. Neben der Startbahn sind drei kleine Dörfer aus Zelten und Baracken aufgebaut worden: für Besucher, Sponsoren und Ballonfahrerteams. Im Pilotendorf sind viele mit Campingbussen und Familie angereist: „Wir verbringen einen Teil des Urlaubs hier“, erzählt Petra Brüggenkamp, die mit Ballon, Ehemann und Kindern aus Darmstadt kam.

Jeden Tag finden bei günstigem Wetter zwei Starts statt: ab 6 Uhr und ab 18 Uhr. Auf dem Gelände der „Mondial Air Ballon“ ähnelt die Atmosphäre einem Volksfest. Die Besucher machen es sich auf der Wiese neben der Startbahn mit Picknickdecken bequem. Die Fahrtbedingungen für Ballons sind günstig: keine Starkstromleitungen und Landstraßen mit nur wenig Verkehr. Stattdessen Fahrt und Landung über malerischen Dörfern inmitten des Naturparks „Parc Naturel de la Région Lorraine“.
 
Wie Farbtupfer schweben die Ballons am Himmel: „Man kann nur hoch oder runter steuern“, erklärt Thorsten Mönch aus Longuich bei Trier. Der frühere Korbflechter hat es bis zur Nationalmannschaft der deutschen Ballonfahrer gebracht. „Links und rechts kann man mit den Höhenwinden beeinflußen, zu denen man hoch- oder absteigt“, so Mönch. Probleme mit Landwirten oder Anwohnern gibt es offenbar keine. Mönch: „Viele Piloten sind Gäste bei den Bewohnern in den umliegenden Gemeinden. Die Biennale wird von allen mitgelebt, faszinierend!“

Ballonfahren ist ein teurer Sport. Der Preis für eine Fahrt liegt bei 200 Euro. 6000 bis 8 000 Euro kostet die Ausbildung zum Ballonfahrer. Der Preis für einen Ballon beginnt im fünfstelligen Bereich. Hinzu kommen Kosten für die Gasflaschen, die benötigt werden, um mit dem Brenner die Luft in den Ballonen zu erhitzen. Die Biennale findet noch bis kommenden Sonntag nahe Metz statt. Parken und Eintritt sind frei. Die Stände sind unter der Woche ab 16 Uhr geöffnet, am Wochenende ab 11 Uhr. Chris Mathieu  
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