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Dem Hochwasser in Heusweiler auf der Spur

Der Zusammenfluss von Rödelbach, sonst ein Bächlein, und Wahlbach beim Hochwasser im Februar an der Dilsburger Brücke. Foto: aki

Der Zusammenfluss von Rödelbach, sonst ein Bächlein, und Wahlbach beim Hochwasser im Februar an der Dilsburger Brücke. Foto: aki

Die Heusweiler Hochwasserprobleme hingen nicht nur mit Starkregen zusammen, sie seien größtenteils selbst gemacht, so Dr. Ulrich Steinrücken (NÖL) am Mittwochabend im Ortsrat. Weil es dieses Jahr erneut zu Überschwemmungen in der Ortsmitte, in Berschweiler und in Dilsburg gekommen war, hatte die SPD das Thema auf die Tagesordnung gebracht und die Verwaltung gebeten, über den Stand des geplanten Hochwasserschutzes zu berichten. Doch die Verwaltung kam dem nicht nach. Der stellvertretende Ortsvorsteher Steinrücken sprang in die Bresche und zeigte eine Präsentation, die er vor und unmittelbar nach den letzten Starkregen erstellt hatte.

 

Steinrücken war der Frage nachgegangen, wieso das kleine Bächlein Rödelbach in Dilsburg Überschwemmungen verursachen kann. Erst vor ein paar Tagen waren wieder Garagen vollgelaufen und Keller abgesoffen. Steinrücken dokumentierte, dass der Rödelbach – vom Waldgebiet an der Autobahn bei Holz kommend – „im Normalfall“ wenig Wasser führt. Im Fröhnerwald bekommt der Rödelbach einen kleinen Zulauf: den meist wasserlosen Fröhnbach. Doch Steinrücken zeigte Fotos, die ein durch Wasserkraft aufgeweitetes Bachbett voller Geröll zeigen. „Ich fragte mich: Was hat eine solche Kraft?“, so Steinrücken. Des Rätsels Lösung: Unterhalb des Holzer Friedhofs entdeckte er einen großen Kanalschacht, „der die Oberflächenwässer und Abwässer aus Holz aufnimmt“. Bei Starkregen fließe der Schacht über, das Wasser gelange durch ein Überlaufrohr in den Fröhnbach. Und zwar so viel, dass es mit Urgewalt durch das Bachbett saust, wie Steinücken fotografisch dokumentierte. Dann schwillt auch der Rödelbach enorm an – zumal er im Bereich Bietschied von einem mächtigen ZKE-Abwasserkanal gequert wird. „Warum dieser Kanal quer durch den Rödelbach führt, ist mir ein Rätsel“, sagte Steinrücken.

 

In Dilsburg kommen schließlich bei Starkregen gewaltige Wassermassen an, die auch den Köllerbach über seine Ufer treten lassen. Steinrücken: „Seit 2009 war Heusweiler bei jedem Starkregen mit Hochwasser betroffen, aber wir waren nie das Zentrum der Unwetter. Wir hatten bisher Glück, aber irgendwann werden wir das Zentrum sein – deshalb müssen wir dringend etwas tun.“

 

Er kritisierte, dass der Rödelbach in den 1960er Jahren begradigt und in Betonröhren gezwungen wurde, Überflutungs-Flächen fehlen völlig. Zudem wurde seit den 1970er Jahren durch den Bau von Häusern, Straßen und der Autobahn alles versiegelt: „Das Wasser kann nicht mehr versickern, sondern fließt immer stärker und schneller.“ Er forderte eine Erweiterung der Engstelle in Dilsburg und den Bau der geplanten Regenrückhaltebecken, zudem eine Niederschlag-Messstation, die rechtzeitig Daten liefert. Ortsvorsteher Helmut Maas ( CDU ) meinte: „Wir müssen für Abhilfe sorgen, aber wir werden nicht alles verhindern können.“ Stephan Sauer ( SPD ) bemängelte, „dass die Gemeinde erst jetzt mit Grundstücksverhandlungen in Dilsburg begonnen hat. Das Hochwasserschutzkonzept muss zügig umgesetzt werden.“

 

Zum Thema:

 

Hintergrund Ein Hochwasserschutzkonzept für Heusweiler hat der Gemeinderat 2013 beschlossen. Es wurde untersucht, ob man an Wahlbach, Rödelbach und Tümpelbach insgesamt sieben Regenrückhaltebecken bauen könnte. Doch das auf einen Schlag zu erledigen, wäre zu teuer. Deshalb soll – ab Oktober – zunächst nur in Berschweiler, oberhalb der Brücke in der Brückenstraße, ein 61 000 Kubikmeter fassendes Regenrückhaltebecken gebaut werden. Danach soll in Dilsburg ein Becken zwischen dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus und Gewerbegebiet entstehen. Doch die Grundstücksverhandlungen gestalten sich sehr schwierig. dg
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