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Demnächst neue Show mit "Wetten dass?"-Dinos für Gondwana?

Ihre Deutschland-Premiere hatten sie im Oktober bei „Wetten dass?“. Von 2011 an könnten sie in einer zweiten Gondwana-Halle in Reden brüllen: Die originalgetreuen Dinosaurier aus dem Bühnen-Spektakel „Im Reich der Giganten“, die zur Zeit durch Europa tourt.

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Saarbrücken/Reden.
Diese Viecher haben Matthias Michael Kuhl wohl gleich doppelt entflammt, den Urzeit-Enthusiasten in ihm ebenso wie den Geschäftsmann. Der Gondwana-Park-Chef begegnete den täuschend echten, gigantischen Dino-Robotern auf einer Messe in den USA. Und der ansonsten pressescheue Investor war derart begeistert, dass er in Interviews mit der Saarbrücker Zeitung und mit dem Saarländischen Rundfunk seine Pläne offenbarte. Er wolle in einer neuen, zweiten Halle „lebende“ Echsen auftreten lassen. Der Hinweis auf „Reich der Giganten“ unterblieb damals. Kuhl erklärte: 1600 Quadratmeter groß sollte die Erweiterung werden, fünf Millionen Euro wollte er investieren. Das war Stand der Dinge im Dezember, bevor Kuhls Schließungs-Drohung einen Eklat auslöste. Offensichtlich verfolgt Kuhl diese Attraktivierungs-Pläne immer noch. Sie scheinen Teil des neuen „Gesamtkonzeptes“ zu sein, das zur Zeit zwischen Gondwana Invest und der Landesregierung erarbeitet wird. Denn es mehren sich Hinweise, dass Kuhl in der Vor-Vertrags-Phase mit Australiern steckt.

Dinos sind bekannt aus der "Wetten dass?..." Oktober-Sendung

Es könnte sich um jene Firma handeln, die die elf Millionen teure Bühnen-Show „Im Reich der Giganten“ konzipiert hat, die seit 2007 um die Welt tourt bereits drei Millionen Zuschauer hatte und zur Zeit in Hannover gastiert. Am 3. Oktober hatte „Wetten dass?“ in Freiburg den ferngesteuerten Urzeit-Giganten, ihren ersten Deutschland-Auftritt verschafft. Zu sehen war keine mitreißende Nummer. Das Fernsehen vermag wohl den Überraschungseffekt nicht zu transportieren, der sich durch ein unmittelbares Vis à Vis mit den fauchenden und brüllenden Biestern ergibt. Das Magazin „Focus“ bemängelt zwar eine „gute Portion Kitsch“ und ein „dünnes Textbuch“, doch Zeitungsberichten zufolge, die nach den Stationen Nürnberg, Berlin und Köln erschienen, entfacht das bombastische Spektakel die uneingeschränkte Begeisterung von Kindern unter zehn Jahren. Das ist eben jene Gruppe, die bisher in Gondwana zu kurz kam, weil es wenig altersgerechte An gebote gibt.

„Wir dürfen, können und werden dazu nichts sagen“, erklärte gestern Kuhls Pressesprecher Gunther Träger gegenüber der SZ. Fürchtet man, dass eine zu frühe Bekanntmachung den Preis hochtreibt? Nahe liegt, dass sich auch andere Dino-Park-Betreiber die australische Innovation nicht entgehen lassen wollen. Kuhl jedenfalls müsste daran gelegen sein, diese „Sensation“ zu verkaufen. Sie belegt die Ernsthaftigkeit seiner Absicht, Gondwana nach vorne zu entwickeln.

Nur einzelne Dinos oder Show-Szenen?

Offen bleibt momentan, ob Kuhl Szenen aus der Show zeigen will oder nur einzelne Original-„Tiere“ übernimmt, wenn die Tournee beendet ist. Oder ob er nur das Konzept kauft und kopiert. 15 Mechano-Saurier treten im „Reich der Giganten“ auf. Sie sind bis zu 17 Metern lang und elf Meter hoch (Brachiosaurus) und bis zu 1,6 Tonnen schwer. Unsichtbare Puppenspieler bewegen sie, Computer geben die Signale. Die Show bewegt sich, heißt es, so nahe wie möglich an den Erkenntnissen der Paläontologie und der gleichnamigen preisgekrönten BBC-Serie „Walking with Dinosaurs“. Damit passt sie idealtypisch ins seriöse Gondwana-Profil einer „Bildungseinrichtung“, die Erlebnisse bietet, aber eben kein Vergnügungs-Center ist.

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