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Den Neonazis die Stirn bieten

Saarbrücken. Darf man Mitschüler, die man für rechtsradikal hält, mobben? Sie in der Schule richtig mies behandeln? Nein, sagt Martin Bauer, „das wollen wir nicht“. Bauer ist Leiter des Café Exodus, eines katholischen Jugendtreffs im Nauwieser Viertel. Nicht mobben, Gespräche suchen, rät er jungen Leuten, die es in der Schule oder in der Freizeit mit Neonazis zu tun kriegen – oder mit Leuten, die sie für Neonazis halten, weil sie deren bevorzugte Kleidung tragen. Dass das einfacher gesagt als getan ist, weiß Martin Bauer auch.

Ein Jugendlicher habe neulich im Café Exodus erzählt: „Da kommt in der Schule einer, den ich eigentlich sehr schätze, und sagt, dass der Hitler ja nicht alles falsch gemacht hat.“ Mit solchen Situationen seien junge Menschen überfordert. Das Café Exodus will ihnen „Argumentationsfutter“ geben, damit sie „Diskussionen gewachsen sind mit solchen Leuten“. Denn oft sei es so, dass zum Beispiel Aktivisten der rechtsextremen NPD Themen wie die Wirtschaftskrise nutzen, um ihre Ideen ganz logisch erscheinen zu lassen. „Dann ist es schon gut, wenn junge Leute wissen, was die eigentlich wollen, wie die von der Ausschaltung aller Gegner reden“, sagt Bauer. Nicht nur Jugendliche seien in solchen Situationen oft überfordert, sagt Richard Lucien Borg, der Vorsitzende des Vereins „DenkmalMit!“. Deshalb müsse man Lehrern „viel mehr Hilfestellung geben“. Es gebe gute Bücher, mit denen in der Schule vermittelt werden könne: Etwas Fremdes ist nicht gleich etwas Böses.“

Jugendliche aufzuklären, dürfe nicht einfach heißen: „Die Rechten sind die Bösen“. Vielmehr müsse „der Kampf gegen Vorurteile an der Quelle“ geführt werden. Dabei sollte man sich in Deutschland nicht zu schade sein, auf die Aufklärungsarbeit der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zurückzugreifen, sagt Borg. Vorbeugung ist das eine, erklärt Borg. „Aber wenn die Rechtsex-tremen bereits auf den Straßen sind, sind Bürgerinitiativen ein Weg um zu zeigen: Wir wollen euch nicht.“ Eine solche Initiative hat sich in Scheid gegründet. Dort überlegt ein „Runder Tisch gegen Rechtsextremismus“, in dem sich unter anderem die Jugendfeuerwehr und der Verein „Zeit für Scheid“ engagieren, wie man den Rechtsextremen etwas entgegensetzen kann.

Hintergrund ist unter anderem, dass die NPD die Festhalle im Nachbarstadtteil Schafbrücke für ihr Aschermittwochstreffen ausgewählt hatte und der NPD-Bundesgeschäftsführer dort wohnt. Der Runde Tisch, bei dem auch Borg mitarbeitet, will gegen die rechtsextremen Schreihälse vorgehen, aber auch darüber informieren, wie man die eher stillen „neuen Nazis“ erkennt. Denn die gibt es auch. Vor allem aber wolle man die Bevölkerung wachrütteln. Borg: „Der allerschlimmste Feind, das sind nicht die Rechten. Der allerschlimmste Feind ist die Gleichgültigkeit. ols 
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