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Den Rohrbachern stinkt es weiter gewaltig

Die Geruchsbelästigung in Rohrbachs Mühlstraße hat das Zeug dazu, zum Aufreger des Jahres zu werden, denn weder Probe- und Optimierungslauf, die der offiziellen Übergabe des Pumpwerks vorgeschaltet waren, noch spätere Nachbesserungen im Bereich des neuen EVS-Bauwerkes brachten eine Linderung. Im Gegenteil. Hatte es auf Anfrage des Beigeordneten Adam Schmitt im Ausschuss für Baumanagement noch geheißen, dass es durch den niedrigen Wasserstand in den Sommermonaten zu temporärem Gestank komme, ist nun auch nach einigen Regengüssen das Problem noch nicht aus der Welt.

Im Ortsrat häuften sich die Beschwerden, so dass das Thema auch im jüngsten Stadtrat angesprochen wurde. Ortsratsmitglied Herdis Behmann berichtete danach, dass der EVS ein Ingenieurbüro beauftragt habe, die Situation zu analysieren und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Bis zum Sommer nächsten Jahres soll die Angelegenheit geregelt sein.

So lange wollten Anlieger und Ortsrat nicht warten, weshalb Roland Weber in dieser Woche einen Brief an die Geschäftsführung des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) schrieb. In diesem heißt es, dass er sich als Ortsvorsteher bei der Eröffnungsfeier des Pumpwerks über dessen modernste Technik informiert habe und bis dato einen positiven Eindruck von dem Bau gewonnen habe. Er äußerte deshalb sein Unverständnis darüber, dass man die Geruchsbelästigung trotz Biofiltereinbau, Straßenkanal-Abdeckungen und Spülungen nicht in den Griff bekomme.

Weber schrieb, dass die Problembehebung umso dringlicher sei, da „im unmittelbaren Bereich des neu errichteten Pumpwerks außer Industrie auch Einzelhandel und Gastronomie ansässig ist, die von sogenannter Laufkundschaft abhängig sind“. Direkt gegenüber befindet sich „Fahrrad Theodor“ und seit Montag können die dort Beschäftigten die Tür nicht mehr aufmachen, ohne dass ein Schwall übler Luft hereinweht. Denn seitdem pumpen EVS-Mitarbeiter die Kanäle frei, in denen sich zum wiederholten Mal Schlamm angesammelt hat. „Ich bin jetzt 16 Jahre hier, aber so einen langanhaltenden Gestank habe ich hier noch nicht erlebt“, sagt Olaf Hasmann, der im Fahrradladen arbeitet. Erika Theodor, die früher das Geschäft führte, bestätigt das. In der Vergangenheit habe man einmal monatlich abgepumpt, die Leitungen gespült und dann hätte es an diesem Tag ein bisschen gerochen, aber mehr nicht. „Jetzt pumpen sie alle zwei Monate ab und danach stinkt es mehrere Tage“, fügte Anja Theodor-Bender, die auch dort wohnt, hinzu. „Dabei hieß es mal, dass wegen des Neubaus nur einmal im Jahr abgepumpt werden müsse.“ Die einen würden sagen, die Planung sei gut und die Bauausführung schlecht, die anderen würden das Gegenteil behaupten, so Hasmann. Einer würde dem anderen den Schwarzen Peter zuschieben. „Die Anlage stimmt definitiv nicht. Die ist nach zwei Monaten schon wieder voll. Da haben die so viel Geld verballert und es bringt nichts“, ärgert er sich. Und gut für die Umwelt könne die „Dysfunktionalität“ des EVS-Pumpwerks ebensowenig sein, vermutet Anja Theodor-Bender. Denn sei der Überlauf voll, ergieße sich dessen Inhalt in die Talaue, die Naturschutzgebiet und Wasserschutzzone I sei.

Wie der Ortsvorsteher bei einem Telefonat mit dem EVS erfuhr, werde eine größere Investition getätigt, um Abhilfe zu schaffen. Das setzt aber voraus, dass der Fehler gefunden sei. Doch noch wisse man nicht, warum sich so viel Schlamm im Kanal absetze.

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