L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Den Wäldern im Saarland geht es schlechter

Der Klimawandel ist im saarländischen Wald längst angekommen: Nach einem übermäßig trockenen und warmen Sommer ist der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 30 Prozent angestiegen. Die Zahl schwach geschädigter Bäume stieg um einen Punkt auf 51 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Bäume ohne Schäden um vier Prozentpunkte auf 19 Prozent. Das geht aus dem neuen Waldzustandsbericht hervor, den Umweltminister Reinhold Jost ( SPD ) gestern gemeinsam mit Experten des Saarforst-Landesbetriebs und aus Rheinland-Pfalz vorstellte. Die seit 1984 erhobene Studie wurde zum zweiten Mal in Folge zusammen mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft im pfälzischen Trippstadt erstellt. Mitarbeiter hatten im Juli anhand von 2328 Stichproben den Gesundheitszustand der Wälder untersucht. Das Saarland zähle – so Jost – mit 93 000 Hektar Wald (das sind rund 36 Prozent der Landesfläche) zu den fünf waldreichsten Bundesländern.

„In diesem Jahr waren es sicherlich die lang anhaltenden Trockenphasen, die nicht spurlos an unseren Waldbäumen vorbeigegangen sind. Diese Wetter-Extreme sind bereits Folgen des Klimawandels. Die globale Erwärmung ist eine der größten Herausforderungen für den Erhalt unserer Wälder“, nennt Jost eine Ursache für die Verschlechterung.

Schaut man auf einzelne Baumarten, bleibt das Bild vielschichtig. So haben sich die Buchen erholt: Der Anteil der Bäume ohne Schaden stieg auf 19 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent). Bei Eiche und Fichte hat sich der Kronenzustand klar verschlechtert. Der Anteil der Eichen mit deutlichen Schäden stieg auf 30 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent). Ursache hierfür seien „Eichen-Fraßgesellschaften“ wie Raupen, die sich im warmen Frühling zahlreich vermehrten. Den Zustand der Esche bezeichneten die Forstwirte als „besorgniserregend“ und „bestandsbedrohend“: 83 Prozent der begutachteten Eschen waren erkrankt. Seit 2011 werde dieser Laubbaum durch einen pilzartigen Erreger, das „falsche weiße Stängelbecherchen“, attackiert, der vermutlich mit Verpackungsholz nach Europa gelangte.

Neben den ungewöhnlich heißen Temperaturen seien die nach wie vor hohen Stickstoffbelastungen aus Landwirtschaft und Straßenverkehr weitere Stressfaktoren für den Wald.

Ein Schwerpunkt des Berichts liegt dieses Mal auf den Auswirkungen von Ozon auf den Zustand der Waldbestände. Bereits im April habe es hohe Ozonbelastungen gegeben, die zu braunen Verfärbungen an den Blättern der Waldbäume geführt hätten, sagte der Geobotanik-Professor Willy Werner von der Universität Trier . Das giftige, farblose Gas bilde sich an heißen Tagen vor allem aus Stickstoffoxiden. Die Ozonbelastung sei im aktuellen Jahr höher als in den Vorjahren.

Dem Saarland droht überdies im neuen Jahr ein Borkenkäferproblem. Im warmen Oktober sei die Entwicklung der Larven zu fertigen Käfern weiter vorangeschritten. Diese seien tolerant gegenüber kalten Temperaturen, werden also den Winter überleben. „Das Frühjahr sollte nicht zu warm sein, sonst bekommen wir massive Probleme“, sagte Joachim Block von Landesforsten Rheinland-Pfalz.

Darüber hinaus breitet sich ein neuer Schädling aus Südchina in Europa aus. Die japanische Esskastanien-Gallwespe, die vermutlich 2002 nach Südeuropa verschleppt wurde, wurde bereits im Raum Mannheim und der Pfalz bestätigt. Daher sei anzunehmen, dass das Insekt auch in die saarländischen Esskastanienwälder einwandert – und einen Rückgang an Maronen auslöst.  
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