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Der Brunnen am St. Johanner Markt wird saniert

Der Brunnen auf dem St. Johanner Markt wird zur Zeit saniert.

Der Brunnen auf dem St. Johanner Markt wird zur Zeit saniert.



Saarbrücken. Der große Kubus auf dem St. Johanner Markt versperrt noch bis Mitte November die Sicht auf den Stengelbrunnen und schützt diesen vor Wasser. Denn der empfindliche Sandstein ist im Rahmen der Restaurierungsarbeiten bloßgelegt. Mit einem Sandstrahl hat ein Restaurator in Präzisionsarbeit die Farbe oberflächlich entfernt. Nun hat der 1759 errichtete Brunnen Flecken und sieht aus, als habe er Ausschlag. Teils ist die unterste Farbschicht, sofern sie noch fest ist, erhalten, an anderen Stellen liegt der Stein frei. Handwerker Dieter Schmidt hat zwei Probleme zu lösen: zum einen das Entfernen von Farbschmierereien. Die Arbeiter müssen den Brunnen neu streichen, erst dann ist er wieder in Ordnung.

Der Sandstein darunter hat tiefgreifendere Schäden – vor allem durch Wasser: „Wenn die Leute auf den Stufen sitzen, werden Getränke verschüttet oder es tropft gar Fett auf den Stein, wenn jemand isst. Über die Jahre versiegelt das den Sandstein. Oberflächlich ist er fest, darunter wird er weich und instabil“, erklärt der Fachmann. Er hat eine Brunnenstufe in der Hand und kratzt mit seinem Werkzeug über den Stein, der butterweich nachgibt. „Sehen Sie, der ist regelrecht gefault“, sagt der Restaurator. Er hat daher einzelne Platten bei einem Händler in Frankreich nachbestellt und ausgetauscht.

Die Fugen haben die Arbeiter bereits abgedichtet. Der Sockel des Brunnens ist damit fast fertig. Am Stengelbrunnen bessern die Verantwortlichen die schadhaften Stellen mit Buntsandsteinmörtel aus, befestigen abgeplatzte Teile, bevor der Brunnen am Ende wieder seinen weißen Anstrich erhält. „Das alles wird mit einer Investition in Höhe von 30 000 Euro für das Stengel-Jahr 2012 gemacht“, sagt Stadtsprecher Thomas Blug. Bis zum Weihnachtsmarkt werde die Bauarbeit abgeschlossen sein. Ein Problem habe man nachträglich entdeckt: Die Brunnensäule in der Mitte hat Wasser gezogen, der Stein ist innen feucht. „Daher wird der Maler beim Anstrich einen Teil auslassen, um das nachträgliche Austrocknen des Steins zu erleichtern“, sagt Schmidt.

Blug ergänzt, dass man im Frühjahr eine gewisse Zeit noch kein Wasser in den Brunnen fülle, um bei steigenden Außentemperaturen den Sandstein austrocknen zu lassen. Über Winter führe der Brunnen sowieso kein Wasser. Auch Algen und Pflanzen haben dem Brunnen geschadet. Hierfür erhält der Brunnen einen Schutzanstrich. Gegen Farbschmierereien können die Arbeiter jedoch keine Versiegelung aufbringen. „Es gibt keinen Anti-Graffiti-Anstrich, der für Sandstein zertifiziert ist“, erklärt Blug. Und man müsse sich vorsehen, dass der Anstrich dem Sandstein nicht mehr schade als nütze. Im Innern des Baugerüstes sind die Restauratoren noch am Ausbessern. Nächste Woche soll dann schon der Maler kommen, wobei dieser immer wieder Zeit zum Trocknen der Anstriche benötigt. Insbesondere dafür dient das mit einer Plane versehene Schutzgerüst, das auch nach oben geschlossen ist. Die Arbeiten liegen im Zeitplan.

Auf den Spuren des Barock: Die Stadt feiert Baumeister Stengel

Von SZ-Redaktionsmitglied Christina John

Saarbrücken. Der Barock-Baumeister Friedrich Joachim Michael Stengel (1694 bis 1787) hat zu seiner Zeit das Antlitz Saarbrückens maßgeblich geprägt. 1735 kam der in Zerbst (Sachsen-Anhalt) geborene Stengel erstmals hierher, um für Kurfürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken die Stadt als Residenzstadt auszubauen. Unter den Vorgaben des Baumeisters entstanden viele kleine Kirchen und Lustschlösser im barocken Stil, aber auch große Bauten wie die Basilika St. Johann oder die Friedenskirche. Der Stengelbrunnen, den der Baumeister 1759 auf dem St. Johanner Markt gestaltete, bildete einen Eckpunkt des Stengelschen Dreiecks: Vom Zierbrunnen aus führte damals eine Blickachse zum Saarbrücker Schloss, eine weitere zur Ludwigskirche – die beide ebenfalls auf Stengels Wirken zurückgehen.

Zum 225. Todestag des Barock- Baumeisters veranstaltet die Landeshauptstadt Saarbrücken mit dem Regionalverband, dem Verein Geographie ohne Grenzen/Stattreisen Saar und dem Projekt Barockstraße Saar-Pfalz das Stengel-Jahr 2012. Mehrere Vorträge, Konzerte und Ausstellungen haben bereits stattgefunden. Weiterhin im Programm ist ein Rundgang durch die Basilika St. Johann. Heute und am 23. November, jeweils um 16 Uhr, führt Kunsthistorikerin Nicole Baronsky-Ottmann durch das kirchliche Bauwerk. Die Teilnahme kostet sechs Euro, ermäßigt vier Euro. Außerdem läuft die Ausstellung „Von Höfischer Kunst und Heimatidyll – Stengels Saarbrücker Werk im Wandel“ bis 15. März 2013 im Saarbrücker Stadtarchiv.


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