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„Der Elektro-Focus ist ganz wichtig für unsere Zukunft"

Als ein weiteres Stück Zukunftssicherung für das Werk Saarlouis sieht Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes den gestern offiziell vollzogenen Start der Produktion des Elektro-Focus an.

Als ein weiteres Stück Zukunftssicherung für das Werk Saarlouis sieht Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes den gestern offiziell vollzogenen Start der Produktion des Elektro-Focus an.

Mit einem „Scherz“ spielte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf die „Leibesfülle“ des Bundesumweltministers an: Peter Altmaier habe das Auto ja schon getestet, sagte sie gestern bei der Vorstellung des neuen Elektro-Focus. Schwergewichte“ sollte man jedoch nicht unterschätzen. Peter Altmaier (CDU) konterte professionell: „Das Auto hat den Umweltminister ausgehalten, was keine Selbstverständlichkeit ist. Und ich habe es heil zurückgebracht.“ Und legt sofort mit einer Überraschung nach: Denn er beginnt seine Rede in fließendem Flämisch, begrüßt den aus Belgien stammenden Fertigungsgleiter im Saarlouiser Werk, Dominique Maessen, in dessen Muttersprache. So gewinnt man Menschen für sich. Kramp-Karrenbauer sieht in der Entscheidung, den neuen Focus-Elektro an der Saar zu bauen, „ein starkes Bekenntnis zum Autoland Saarland und zum Standort Saarlouis“.

Während Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, von einem „Meilenstein“ für das Werk und seine Zukunft spricht, beobachtet Peter Göbel (46) interessiert die Szenerie. Als IT-Fachmann bei Ford beschäftigt, ist er stolz auf diesen Moment. „Der Elektro-Focus ist ganz wichtig für unsere Zukunft. Vor allem, weil wir damit ein Produkt haben, das wettbewerbsfähig ist. Und, weil Elektromobilität jetzt auch mit Ford in Verbindung gebracht wird. Das sichert den Standort Saarlouis ein Stück weit mehr ab.“

Als der erste „offizielle“ Elektro-Focus durch ein Tor in die Halle mit den zahlreichen Journalisten und Fotografen fährt, wirkt die Situation für wenige Sekunden leicht gespenstig. Ford-Chef Mattes bringt es treffend auf den Punkt: „Sie sehen alles und hören nichts.“ Der Wagen surrt hinein. Die Klimaanlage in der Halle ist lauter. Sofort setzt ein Blitzlichtgewitter ein. Und natürlich wollen „alle Offiziellen“ mit aufs Bild: die Ministerpräsidentin, der Bundesumweltminister, der Wirtschaftsminister, der Ford-Chef und andere. Alle lächeln um die Wette. Erfolg hat bekanntlich viele Väter.

Konkrete Zahlen, wie viele Elektro-Focus vom Band rollen sollen, nannte Mattes nicht. Er erwartet aber, dass die Nachfrage schnell ansteigt. Das Auto komme auf eine Leistung von 107 Kilowatt, was 145 PS entspricht. Mit einer Batterie-Ladezeit von zwei Stunden könne man 100 Kilometer zurücklegen, nach sieben Stunden Ladezeit 162 Kilometer. Ford hat 16 Millionen Euro in das Werk investiert, um die Produktion des Ford-Focus Electric direkt in die Fertigungslinie des aktuellen Ford-Focus zu integrieren. Auf der gleichen Fertigungslinie werden auch alle anderen Focus-Varianten mit regulärem Antrieb produziert. Am heutigen Donnerstag läuft der dreizehnmillionste Focus vom Band. Täglich werden bis zu 1530 Fahrzeuge produziert. 6000 Beschäftigte arbeiten im Werk, inklusive Supplier-Park mit Zulieferbetrieben 8000.

Der Bundesumweltminister betont, das Netz an Ladestationen werde derzeit bundesweit stark ausgebaut, unter anderem von der RWE. Das Saarland könne wegen seiner räumlichen Überschaubarkeit ein idealer Testmarkt für Elektromobilität sein. In der Zielgruppe sind sich Altmaier und Mattes einig. Zunächst gelte es, Geschäftskunden zu begeistern, die so ihre Fahrzeugflotte erweitern können. Viele Privatkunden hätten noch Bedenken wegen der hohen Anschaffungspreise. Was genau der neue E-Focus kosten soll, verriet Mattes nicht. Allerdings würden sich mit hoher Produktion auch die Preise nach unten bewegen, sagt der Ford-Chef.

Derweil denkt Kramp-Karrenbauer schon darüber nach, wo man diese Autos in den Fuhrpark der Landesregierung integrieren könnte. Privat, in der Familie, fahre noch keiner ein Elektroauto. „Das Fortschrittlichste bei uns ist derzeit ein Hybrid.“ Doch getestet hat die Ministerpräsidentin Elektrofahrzeuge schon. „Ich war anfangs irritiert, weil ich immer auf Geräusche gewartet habe. Es kamen aber keine.“ Auch reagierten die Autos extrem schnell. Ford-Chef Mattes hat schon Ideen, wo man den Elektro-Focus ideal einsetzen könnte. Er lächelt in Richtung Bundesumweltminister: „Der Fuhrpark der Fahrbereitschaft im Bundestag wäre nicht schlecht.“

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