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Der Ford Focus kommt künftig nur aus Saarlouis

Saarlouis. Nach der Betriebsversammlung im Saarlouiser Ford-Werk überwogen gestern in der Belegschaft optimistische Töne. „Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen“ sagte Alexander Martin, der seit 19 Jahren in Saarlouis Autos baut. Und Carsten Schild, seit 2003 im Unternehmen, gab offen zu: „Mit diesem Ausgang habe ich nicht gerechnet. Zum ersten Mal seit Wochen kann man trotz Kurzarbeit aufatmen.“ Auch Ford-Saarlouis-Betriebsratschef Gilbert Hess strahlte nach Wochen der Ungewissheit „Wir haben allen Grund zur Freude, sowohl am Standort Saarlouis, als auch in Köln.“ Für beide Standorte hat die Geschäftsführung von Ford Europa jetzt als Folge der weltweiten Automobilkrise Strategie-Entscheidungen getroffen, die die Bedeutung der deutschen Standorte innerhalb der europäischen Werke stärken.

So wird Ford-Saarlouis künftig die Gesamtverantwortung für die Neuentwicklung und Produktion aller neuen Focus-Modelle bekommen. Hier hat das spanische Werk Valencia „Federn“ lassen müssen, da es die Produktion des Focus-Viertürers an Saarlouis abgeben muss. Die Folge: Künftig gibt es Zwei-Schicht-Betrieb in Valencia, während es bei Ford-Saarlouis beim Drei-Schicht-Betrieb bleibt. Die Entscheidungen der Ford-Spitze werden von Unternehmensführung, Betriebsrat, Belegschaft und der Saar-Politik übereinstimmend als ein deutlicher Beitrag zum Erhalt der Arbeitsplätze sowie zur Stärkung des Standortes Saarlouis gewertet. Die von Ford Europa beschlossenen Entscheidungen greifen mindestens bis 2016. Bisher gab es lediglich eine Standort-Sicherungs-Vereinbarung für Saarlouis bis zum Jahr 2011. Durch die Verlagerung der Focus-Viertürer-Version an die Saar wird es auch bei der Gesamtzahl der derzeit 1800 täglich produzierten Fahrzeuge bleiben, obwohl die Produktion des Kiga und C-Max nach dem Ende der aktuellen Modell-Generation wegfällt, wahrscheinlich ebenfalls Ende 2010.

Der C-Max soll künftig in Valencia vom Band rollen. Thomas Klein, Fertigungsleiter von Ford-Saarlouis, bemerkt dazu: „Wir verlieren zwar den C-Max, aber viel wichtiger ist das Gesamtvolumen an Autos, die wir in Saarlouis produzieren.“ Die derzeitige Nachfrageschwäche werde durch eine Fortsetzung der Kurzarbeit in Saarlouis abgefedert. „Alle für Ford in Europa beschlossenen Maßnahmen dienen dazu, gestärkt aus der schwierigen wirtschaftlichen Situation hervorzugehen“, betont Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH. Gleichzeitig erfolgt die ausgehandelte Tariferhöhung für die 24 000 Beschäftigten in Deutschland in zwei Schritten: Rückwirkend zum 1. Februar 2009 wird das Bruttogehalt um 1,1 Prozent unter Anrechnung von einem Prozentpunkt gemäß der Vereinbarung zur Investitionssicherung vom März 2006 erhöht. Zum 1.Mai 2009 folgen weitere 2,1 Prozent. Eine tarifliche Einmalzahlung von 122 Euro gibt es im September.  Von Thomas Sponticcia und Heike Theobald
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