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Der "Kleine Prinz" lässt grüßen: Neuer Themenpark öffnet im Elsass

150 Meter hoch steigen die Ballon-Planeten und bieten Besuchern Aussicht über Vogesen und Schwarzwald.

150 Meter hoch steigen die Ballon-Planeten und bieten Besuchern Aussicht über Vogesen und Schwarzwald.

„Alle Erwachsenen waren einmal Kinder. Aber nur wenige können sich daran erinnern“, meinte einst Antoine de Saint-Exupéry. Wohl auch um dies den Erwachsenen ins Gedächtnis zu rufen, schrieb der Pilot und Autor (1900-1944) mitten im Zweiten Weltkrieg sein weltberühmt gewordenes Buch „Der Kleine Prinz“. Die Geschichte von einem kleinen Jungen, der leicht verärgert mit seiner Rose vom Asteroiden „Besixdouze“ (B 612) herunterstieg, wurde in 180 Sprachen übersetzt. Mit rund 100 Millionen Exemplaren gehört es zu den meistverkauften Werken der Weltliteratur. Seine philosophischen Alltagsbetrachtungen und humanistischen Botschaften sind so sehr zum Gemeingut geworden und werden so oft in christlichen Gottesdiensten zitiert, dass sie schon als „fünftes Evangelium“ bespöttelt wurden.

Damit sich Erwachsene daran erinnern, dass sie mal Kinder waren, gehen sie gelegentlich mit ihrem Nachwuchs in Freizeitparks. Dort rutschen sie, fahren Achter- oder Geisterbahn und essen Pommes, Pizza und Popcorn. Ab 1. Juli sollen nun gleich drei Dinge auf einmal möglich sein: humanistische Botschaften plus Freizeitspaß plus wieder Kind sein. Im elsässischen Ungersheim, 20 Kilometer von Colmar und Mulhouse entfernt, öffnet am 1. Juli ein Luft- und Wasser-Themenpark mit dem Kleinen Prinzen. Auf dem Gelände von rund 23 Hektar unweit dem „Ecomusée Ungersheim“, des größten Freilichtmuseums Frankreichs, sollen etwa 30 „Erlebnisse“ das Publikum anziehen, darunter Labyrinthe, ein Flugsimulator, drei Kinos und eine Schmetterlingsfarm. Die Macher des „Parc du Petit Prince“ selbst sprechen von einem „gleichermaßen poetischen, spielerischen und pädagogisch wertvollen Konzept“.

Der Weltraum wird mit einem 3D-Film in Französisch und Deutsch über die Abenteuer des Kleinen Prinzen sowie mit einem Quiz mit astronomischen Fragen thematisiert.

Charmantes Detail: Der Park liegt genau an jener Stelle, wo im November 1492 der „Meteorit von Ensisheim“ niederging. Als Hommage an den Piloten Saint-Exupéry ist das Thema frühe Luftfahrt mit einem Parcours vertreten, der den „Nachtflug“ – Gegenstand seines Romans von 1931 – unter schlechten Sichtbedingungen simuliert.

Weitere Mitmachspiele widmen sich der frühen Postbeförderung. Das Thema Wasser wird mit einem „Labyrinth des Brunnens“ und einer Reise zum Meeresgrund behandelt, bei der man den Tieren des Mittelmeeres begegnen kann. Weitere Tiere und Pflanzen werden geboten auf einer Schmetterlingsfarm oder mit zwei thematischen Theateraufführungen: „Tanz mit den Schafen“ und „Begegnung mit den Füchsen“ – zwei Akteuren aus dem „Kleinen Prinzen“. Eine besondere Attraktion: An Bord von drei „Ballon-Planeten“ sollen die Besucher bis zu 150 Meter hoch aufsteigen und an schönen Tagen eine Aussicht über die Vogesen, den Schwarzwald und das Elsass haben.

„Der Kleine Prinz“, 1943 erschienen, ist ein modernes Märchen und wird gemeinhin als Kritik am Werteverfall der Gesellschaft und als Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit interpretiert. Inwieweit seine kulturkritischen Botschaften zum Werteverfall in der Konsumgesellschaft vereinbar sind mit den unternehmerischen Interessen eines kommerziellen Freizeitparks, wird der Praxistest erweisen. Auch das hat Antoine de Saint- Exupéry, durchaus verwandt zu jüngsten Aussagen von Papst Franziskus, in seinem Roman „Terre des hommes“ (Wind, Sand und Sterne) festgehalten: „Wenn wir nur für das Geld arbeiten, bauen wir uns ein Gefängnis und schließen uns wie Eremiten ein. Geld ist nur Schlacke und kann nichts schaffen, was das Leben lebenswert macht.“

Erwachsene ab zwölf Jahren zahlen 22 Euro, Kinder ab drei Jahren 16 Euro Eintritt. Unter Dreijährige sind frei.

www. parcdupetitprince.com

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