L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

L125

Priorität: Dringend

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Der Neunkircher Herr der Spinnen



Patrick Schiffer(33) kann die Aufregung überhaupt nicht nachvollziehen. Der Inhaber des Terraristik-Zentrums in Neunkirchen sieht nicht weniger als seine wirtschaftliche Grundlage gefährdet. Er glaubt, dass die Initiatoren solch eines Verbots gar nicht wissen, welche Menschen die Besitzer seien.

:: Schon verboten


Schiffer: „Viele sehen immer nur den Junkie, der im Fernsehen auftritt und erklärt, von einer Vogelspinne gebissen worden zu sein.“ Das sei aber die absolute Ausnahme, die meisten Besitzer seien verantwortungsvolle Züchter. Und genau das käme auch den seltenen Tieren zugute. Schiffer: „Gerade durch die private Zucht überlebten Arten, die längst vom Aussterben bedroht waren.“ Eine Gefahr kann der Terrarien-Liebhaber im Übrigen auch nicht in der Haltung finden. Schiffer: „Die Tiere, die ich verkaufe, sind alles Tiere in der Nachzucht, die nicht lebensgefährlich sind.“ Ob es sich dabei um Spinnen oder Skorpione handelt – ganz gleich.

Der Neunkircher , der seit acht Jahren als Geschäftsführer in dem Laden ist, kann aber die Diskussion um das Verbot wirklich gefährlicher Tiere nachvollziehen, die oftmals auch zu Hause nicht artgerecht gehalten werden könnten. Dazu zählt er unter anderem Krokodile. Und wie soll verhindert werden, dass Exoten in falsche Hände geraten? Schiffer: „So verantwortungsbewusst müssen die Händler sein. Also bei mir bekommt keiner ein Tier, dem ich schon ansehe, der es nur zum Angeben haben will.“ Damit alle Geschäftsleute so handelten, müsse es generelle Kontrollen geben – jedes halbe Jahr. Das könne über die Unteren Naturschutzbehörden laufen, schlägt Schiffer vor. Die sollten die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) mit ihren Fachleuten beauftragen.

Schiffer gründete den saarländischen Ableger der Gesellschaft. Einen entsprechenden Ausbildungsausweis für Exoten-Verkäufer gebe es mittlerweile. Hintergrund: Der Umwelt-Ausschuss des Saar-Landtags hatte kurz vor der Sommerpause zahlreiche Experten geladen. Darunter Vertreter verschiedener Tierschutzverbände, Wissenschaftler, Tierärzte, aber auch Befürworter der privaten Haltung exotischer Tiere. Eine Entscheidung über ein Verbotsgesetz gab es nicht. Die Landesregierung prüft zunächst, ob bereits geltende Tierschutzgesetze und Artenschutz-Richtlinien ausreichen. Matthias Zimmermann 

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