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Der Papst leidet auch unter Weihnachtsstress

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz.

Der Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz.

Rom. Jetzt kommt auch im Vatikan weihnachtliche Stimmung auf. Neugierige Pilger aus aller Welt bewundern auf dem Petersplatz schon seit Tagen den aus den Ardennen nach Rom gebrachten Weihnachtsbaum. Die riesige Krippe dort lässt Benedikt XVI. aber erst am Heiligen Abend feierlich enthüllen. Für den Papst ist Weihnachten nicht nur das Fest der Freude, sondern auch eine Zeit mit einigem Stress und Terminen. Und dann gab es noch Zwist statt Eintracht vor Heiligabend, ausgelöst von Benedikts überraschender Entscheidung vom Samstag, die Seligsprechung seines umstrittenen Vorgängers Pius XII. ein Stück voranzubringen. Er trat damit eine Lawine jüdischer Kritik los. Schadensbegrenzung war also wieder einmal angesagt, wird Pius doch vorgeworfen, zum Holocaust geschwiegen und sich nicht genug für die Juden eingesetzt zu haben.

Gelassen und zurückgelehnt geht unterdessen die deutsche Redaktion von Radio Vatikan unter dem neuen Leiter Bernd Hagenkord ihr großes Arbeitspensum an: „Ich bin ungemein neugierig, wie das so läuft“, sagt der 41-jährige Jesuitenpater. Und weil alles relativ absehbar ist, mit Zeitplan vorweg, reicht sogar ein kleines Kernteam, um die Botschaft des Papstes in die deutschsprachige Welt zu tragen.

Das Startsignal gab Benedikt am Freitagabend, als er dafür sorgen konnte, dass sich der von Belgien gestiftete Weihnachtsbaum endlich in seinem Lichterglanz zeigen kann. Der etwa 30 Meter große Baum aus den Wäldern von Spa in Wallonien besticht durch seine Spannweite von sieben bis acht Metern - ein riesiger Kran musste her, um dieses 14 Tonnen schwere Weihnachtssymbol auf dem Petersplatz aufzurichten. So konnte das päpstliche Mammut-Programm beginnen, das bis ins neue Jahr reicht und mit der Heiligen Messe am 6. Januar im Petersdom endet.

„Ich lebe ja dann hier (in der Redaktion) die Tage über“, scherzt Hagenkord, der zuletzt Jugendseelsorger in Hamburg war und diese neue Medienaufgabe erst vor Wochen von seinem erfahrenen Mitbruder Pater Eberhard von Gemmingen übernommen hat: „Die Angestellten vom "Chef" arbeiten also auch sonntags.“ Kein Hauch von Nervosität, alles ist „vorgespurt“. Hagenkord weiß, dass er sich auf sein routiniertes kleines Team (fünf Planstellen) verlassen kann. Eine Urlaubssperre gibt es nicht: Wer Kinder hat, der darf daheim feiern. Der Rest trägt die Stimme des Papstes bis in die Niederlande und nach Schlesien -als Mosaikstein eines Mediums, das in 47 Sprachen weltweit sendet.

Höhepunkt ist wie alle Jahre wieder die Mitternachtsmesse am 24. Dezember im Petersdom. Mit Blick auf den bald 83-jährigen Papst ist der Beginn der Christmette auf 22.00 Uhr vorgezogen worden, Benedikt soll sich bis zur Weihnachtsbotschaft und dem Segen „Urbi et orbi“ am folgenden Mittag etwas länger ausruhen können. Nein, das sei normal so, Sorgen um die Gesundheit des Papstes stünden nicht dahinter, so beteuert der Vatikan. In der Tat wirkte das deutsche Kirchenoberhaupt bei seinen jüngsten Auftritten ebenso engagiert wie konzentriert.

Vor der langen Christmette, die dann nicht erst zwei Stunden nach Mitternacht endet, will am Heiligen Abend auch erst noch die Krippe des Vatikans enthüllt sein. Und direkt nach den Haupttagen des Festes wird Benedikt mit Armen und Bedürftigen in Rom essen und am 1. Januar seine Botschaft zum Weltfriedenstag verkünden: „Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung.“ Dieses zeigt wieder den „grünen“ Papst Benedikt, der sich immer wieder mahnend auch an den Klimagipfel in Kopenhagen gewandt hatte. Und dessen belgischer Weihnachtsbaum vor den Fenstern des Apostolischen Palastes auch kein „Attentat“ auf die Natur war: es traf eine Tanne, die dort sowieso hätte weichen müssen.

Hagenkord und seine diensthabenden Mitarbeiter müssen jetzt sehen, dass sie ihr Weihnachtsprogramm Stück für Stück auf den Sender bekommen. Mit der Technik muss sich der jugendlich wirkende Pater dabei normalerweise nicht herumschlagen, „nur wenn es nicht klappt, etwas nicht gespeichert ist, der Server Probleme macht“. Während für seinen „Chef“ heiße Tage anbrechen, bleibt Radio Vatikan entspannt.

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