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Der Saar-Wald erholt sich allmählich

Aufgrund der jahrzehntelangen Schadstoffbelastung muss man vom Wald wie von einem Patienten sprechen. Und der ist im Saarland offenbar auf dem Weg der Genesung. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2013 hervor, der am Freitag beim Saarforst-Landesbetrieb in Saarbrücken-Von der Heydt vorgestellt wurde. „Das ist noch kein Grund, in Jubel auszubrechen, aber der positive Trend der letzten Jahre setzt sich fort“, diagnostizierte Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD). Verantwortlich dafür sei neben den günstigen Witterungsverhältnissen des zurückliegenden Jahres ein leichter Rückgang der Schadstoffbelastung. So sei etwa die Belastung durch Schwefeldioxid deutlich zurückgegangen; die durch Stickstoffe sei jedoch weiterhin auf hohem Niveau. „Ohne eine Reduzierung dieser Stoffe ist eine Gesundung der Waldböden und damit die Sicherung eines intakten Waldökosystems nicht möglich“, sagte Rehlinger.

Ein wesentlicher Indikator für den Gesundheitszustand des Patienten Wald ist der Zustand seiner Baumkronen. Hier hat sich der Anteil der ernst zu nehmenden Schäden in saarländischen Wäldern gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte auf jetzt rund 29 Prozent verringert. Die Anzahl der ungeschädigten Bäume hat sich im gleichen Zeitraum von 14 auf 27 Prozent erhöht, so die Ministerin. Unter den einzelnen Baumarten hat sich der Zustand der Eichen – nach starken Insektenfraß-Schäden im Vorjahr – am deutlichsten verbessert. Der Saarforst verzeichnet hier einen Rückgang der signifikanten Schäden um 13 Prozentpunkte. Mit einem Schadensanteil von 38 Prozent bleibt die Eiche jedoch weiterhin die am stärksten geschädigte Baumart in saarländischen Wäldern – vor der Buche (32 Prozent), der Kiefer (18 Prozent) und der Fichte (17 Prozent).

Wenngleich sich diese Zahlen tatsächlich wie die Diagnose einer langsamen Genesung des Patienten Wald lesen, einen Grund zur Sorge gibt es dennoch: Nach Angaben von Saarforst-Mitarbeitern sind rund 75 Prozent der Eschen von einem japanischen Pilz („Falsches Stengelbecherchen“) befallen, für den es bislang kein Gegenmittel gibt. Zwar bestehen die saarländischen Wälder nur zu etwa drei Prozent aus Eschen, doch angesichts eines ungebremsten Befalls könnte ihre Existenz gefährdet sein.

Um die langsame Regeneration des Patienten Wald weiter voranzutreiben, hat das Umweltministerium vor allem zwei Arzneien verordnet: eine naturnahe, kahlschlagsfreie Waldbewirtschaftung (für die das Saarland vom Naturschutzbund ausgezeichnet wurde) sowie die Waldkalkung. Der von einem Hubschrauber verteilte Kalk soll einer Übersäuerung des Waldbodens vorbeugen. „Natürlich werden mit der Kalkung nur die Symptome behandelt, die Ursachen können wir so nicht beseitigen“, so die Umweltministerin. „Wir sind jedoch der Auffassung, dass wir mit dieser Maßnahme eine spätere Regeneration des Waldökosystems erleichtern.“ Die Waldkalkung hat das Land in diesem Jahr 500.000 Euro gekostet – eine Ausgabenhöhe, die dafür auch in den Folgejahren geplant ist, so Rehlinger.
 
Hintergrund
Der Naturschutzbund Saarland (Nabu) hat anlässlich des Waldzustandsberichts eine Novellierung des Jagdgesetzes unter der Maxime „Wald vor Wild“ gefordert. Die „enorm überhöhten Schalenwild-Bestände“ (Paarhufer) in vielen Jagdgebieten verhinderten eine Naturverjüngung. Grünen-Landeschef Hubert Ulrich kritisierte zudem, dass die geplante Neufassung des Jagdgesetzes durch die Landesregierung eine „antiquierte Jagd“ auf Kosten des Tierschutzes fördere. Umweltministerin Rehlinger (SPD) betonte dagegen eine Änderung „zugunsten von Natur- und Tierschutz“. red
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