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Der Sommer, der kein Sommer ist: Saison für Schnäppchenjäger, Sorge beim Handel

Sonnenblumen stehen vor dunklen Wolken. (Symbolbild)

Sonnenblumen stehen vor dunklen Wolken. (Symbolbild)

Regenschauer, kühle Nächte, dann wieder Temperaturen über 30 Grad. Seit Wochen und Monaten warten Sonnenhungrige vergeblich auf eine ausgewogene, stabile Hochdruckphase. Der Sommer schlägt Kapriolen wie ein hormongesteuerter Teenager. Gebeutelt sind vor allem Kaufleute und Unternehmen, die wetterabhängig sind, also Eisdielen , der Textilhandel , das städtische Grünamt. Auch bei Konzerten unter freiem Himmel müssen die Veranstalter zittern. Davon kann auch Lars Hüsslein vom Veranstaltungsmanagement der Stadt Völklingen ein Lied singen (siehe ). Ungewöhnlich findet Hüsslein diesen Sommer aber dennoch nicht.

 

Brisant die Zahlen aus dem Freibad. Wie Jürgen Manz, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, auf Anfrage am Freitag mitteilt, „werden wohl die Badeentgelt-Einnahmen gegenüber 2015 um zirka 50 000 Euro geringer ausfallen“. Die Besucherzahlen belegen, wie mies bisher die Saison im Köllerbachtalbad verlaufen ist. Im August (Stichtag ist der 10.) kamen bisher 2796, im August 2015 (ebenfalls bis 10.) waren es 14 134 Badegäste, im gesamten Monat August 2015 gar 25 569. Im Juli diesen Jahres kamen 19 441 Besucher, im Juli 2015 32 187. Manz resümiert, „dass die Zahlen dieses Jahr wohl ähnlich schlecht ausfallen wie in 2014 mit rund 44 000 Besuchern“.


Elisabeth Schmid, seit 44 Jahren Fachverkäuferin für Textilien, seit elf Jahren im Modehaus Hammerschmitt in Großrosseln tätig, leidet unter den Wetterkapriolen: „Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Sommer so verrückt gespielt hat.“ Das Klima schlage auch auf die Gesundheit, Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden sind die Folge. Und natürlich volle Läger. Kunden können sich über eine Riesenauswahl bei allen hochsommerlichen Artikeln freuen, Tops, bunte luftige Sommerkleider . Einzelteile sind bis 80 Prozent reduziert, sagt Elisabeth Schmid, 50 Prozent gibt es auf Kleidungsstücke, die noch in größerer Stückzahl vorrätig sind.

 

Fast bedrückt klingt Hans Agostini am Telefon. Der Kaufmann mit zwei Schuhgeschäften hat die ganze Ware reduziert. „Das Wetter hat mir übel mitgespielt.“ Wer jetzt noch in den Urlaub fahre oder für die nächste Sommersaison einen hochwertigen Schuh suche, habe jetzt die Chance. Einige Paare Gummistiefel habe er auch verkauft – mit Hundemotiv. Vielleicht, scherzt er mit Galgenhumor, hätte er ja mehr absetzen können, wenn ein Taucher mit Schnorchel abgebildet gewesen wäre. Jetzt muss er Platz machen im Lager für die neue Herbstware. „Den einen oder anderen Schuh habe ich schon verkauft.“

 

„Der Sommer kommt dieses Jahr in Wellen“, findet Andrea Cargnelutti, die mit ihrem Mann Renato das Eiscafé Via Veneto am Völklinger Marktplatz betreibt. Und entsprechend ist die Nachfrage nach Eis: Bei Sonne verkaufen die Cargneluttis Eis zum Abwinken, auch Becher, bei großer Hitze wird Fruchteis bevorzugt. Wird es kühl und regnerisch, ordern allenfalls die Fans Eis, die wild auf die „Kreation des Monats“ sind. Für den August übrigens ein Mascarponeeis mit Aprikosen marmoriert.

 

Über eine Trockenperiode würde sich Tobias Noll freuen. Der Leiter des städtischen Grünamtes kämpft mit seinen Mitarbeitern buchstäblich gegen den Dschungel in der Stadt an: „Wir kommen nicht mehr nach.“ In einem normalen Sommer müsse man sonst kaum mähen. „Jetzt explodiert alles.“ Nolls Team rückt täglich aus, beseitigt Unfallgefahren, Sichtbehinderungen, wenn ein Ast im Weg ist oder etwa „wenn Baumbeete oder Gras vor Zebrastreifen derart wuchern, dass man passierende Kinder nicht mehr sehen kann“. Auch Müll in den Parks müssen die 20 Mitarbeiter entsorgen, Spielplätze müssen gereinigt werden. Das Wetter setzt Nolls Leuten auch gesundheitlich zu: „Mal 15 Grad, mal 30 Grad, überhitzte Fahrzeugkabinen. Mal fängt es plötzlich an zu regnen.“  
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