Saarland: B 269 - Ortslage Tholey; es kommt zu Verkehrsbehinderungen im Zuge eines Feuerwerheinsatzes. (12:06)

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Der Tag danach

Die Fluten, die das Unwetter vom Freitag hinterlassen hatte, sind endlich abgelaufen. Jetzt heißt es aufräumen und Bilanz ziehen. Die Feuerwehr gibt Tipps, was es beim Aufräumen und Trocknen zu beachten gilt.

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken.
Nachdem am Freitag in vielen Dörfern und Städten des Saarlandes auf Grund der heftigen Regenfälle „Land unter“ war (wir berichteten), dauerten die Aufräumarbeiten bis gestern an.
Am Freitagnachmittag waren mehr als 1000 Notrufe bei der Haupteinsatzzentrale der Saarbrücker Berufsfeuerwehr eingegangen. Brandinspekteur Reiner Schwarz: „In meiner rund 40-jährigen Feuerwehrkarriere habe ich so etwas noch nicht erlebt.“ Wolkenbruchartige Regenfälle, Gewitter und Hagelschauer hatten vor allem im Sulzbach- und im Fischbachtal, in Heusweiler und Friedrichsthal, in Homburg und Bexbach sowie im Raum Nunkirchen binnen kürzester Zeit zu voll gelaufenen Kellern und überfluteten Fahrbahnen geführt. Die Kanalisationen konnten die starken Wassermassen nicht mehr aufnehmen.

Bis Samstag im Einsatz

Mehr als 1000 Feuerwehrleute und Technisches Hilfswerk waren bis Samstagmittag im Einsatz. Josef Schun, stellvertretender Leiter der Saarbrücker Berufsfeuerwehr: „Eine solch große Anzahl von Einsatzkräften zu koordinieren, bedeutet einen größeren Aufwand. Wir haben daher am Freitagnachmittag in der Feuerwache 1 der Saarbrücker Berufsfeuerwehr einen Krisenstab unter der Leitung von Sicherheitsdezernent Paul Borgard eingerichtet.“ In Sulzbach, Quierschied und Saarbrücken wurden örtliche Einsatzleitungen gebildet. Viele betroffene Anwohner sind bis heute mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Michael Theobald, Sprecher der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, gibt Tipps, worauf bei Aufräumungsarbeiten geachtet werden sollte:

Gebäude sollten auf mögliche Schäden untersucht werden. Risse, undichte Stellen oder Putzschäden sollten registriert und fotografiert werden – am Besten im Beisein eines Zeugen. Um die feuchten Wände zu trocknen, hilft am besten Querlüften. Für Wohnräume kann man Lufttrocknungsgeräte mieten. Wer seinen Fußboden mit Estrichplatten gedeckt hat, sollte eine Bautrocknungsfirma engagieren. Holz- und Laminatböden müssen dagegen oft entfernt und erneuert werden. Nicht verklebte Teppichböden können einfach beiseite gerollt und getrocknet werden. Feuchte Spanplattenmöbel müssen meist ersetzt werden, da sie durch Wasser aufquellen und sich verziehen. Möbel aus Massivholz können normal trocknen. Mit Tapezier- und Renovierungsarbeiten kann erst begonnen werden, wenn alle Wände getrocknet sind.

Strom-, Wasser-, Gas- und Fernwärmeanlagen sollten erst dann wieder in Betrieb genommen werden, wenn kein Wasser mehr im Haus steht. Alle Elektroinstallationen sollten von einem Fachmann überprüft werden. Bei Gasgeruch oder Druckabfall sofort das Gasversorgungsunternehmen informieren. Wenn die Heizungsanlage unter Wasser stand, sollte ein Heizungsbauer kontaktiert werden. Lebensmittel, die mit Überflutungswasser in Berührung kamen, sollten nicht mehr gegessen werden. red

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