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Der Weiße Ring im Saarpfalz-Kreis hat im Jahr mit 40 bis 50 Meldungen zu tun

Felix Zeck, stellvertretender Landsvorsitzender des Weißen Rings (links), und Jürgen Krancher, Außenstellenleiter des Weißen Rings für den Saarpfalz-Kreis. Foto: Erich Schwarz

Felix Zeck, stellvertretender Landsvorsitzender des Weißen Rings (links), und Jürgen Krancher, Außenstellenleiter des Weißen Rings für den Saarpfalz-Kreis. Foto: Erich Schwarz

Im Jahre 1976 wurde von dem damals sehr bekannten Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann („Aktenzeichen XY ungelöst“) der Weiße Ring (WR) gegründet. Die Hilfsorganisation zählt bundesweit etwa 50 000 Mitglieder und unterhält 420 Anlaufstellen für Kriminalitätsopfer mit über 3000 ehrenamtlichen Helfern.

Auch im Saarland ist der WR aktiv, Außenstellenleiter für den Saarpfalz-Kreis ist der Blieskasteler Jürgen Krancher. Zusammen mit dem stellvertretenden saarländischen Landesvorsitzenden und Außenstellenleiter von Neunkirchen, Felix Zeck, erläuterte Krancher im Gespräch mit unserer Zeitung die Arbeit des gemeinnützigen Vereins „zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten“, so der vollständige Vereinsname. Jürgen Krancher hatte schon früh viel von der Arbeit des Vereins gehört, ihm auch schon mal eine Spende zukommen lassen. Schließlich schloss er sich dem Verein an, nach einer gewissen Arbeitszeit in Saarbrücken wurde er dann Außenstellenleiter im Saarpfalz Kreis. Aber ist im Saarpfalz Kreis nicht die Welt „noch in Ordnung“, wird da der WR überhaupt gebraucht? „Aber ja“, versichert Jürgen Krancher, „wir haben etwa 40 bis 50 Meldungen pro Jahr, nach genauer Kontaktaufnahme bleiben dann ungefähr 20 Fälle im Jahr“, kann der WR-Mitarbeiter aus Erfahrung berichten. Wobei die Betreuung, beim Weißen Ring „Opferarbeit“ genannt, sehr unterschiedlich sein kann: „Es ist manchmal mit ein, zwei Telefonanrufen getan, aber mitunter erstreckt sich die Betreuung über Jahre“, berichtet Felix Zeck. Er musste beispielsweise ein Stalking-Opfer über drei Jahre intensiv betreuen.

Wer beim WR neu einsteigen will, muss verpflichtend ein Grund- und ein Aufbauseminar absolvieren. Dann wird der Ehrenamtler nach und nach in die Arbeit des WR integriert. Jährlich finden dann weitere Schulungsseminare statt. Jürgen Krancher sucht auch noch weitere Mitstreiter, gern auch jüngere, die sich mit ihm die Arbeit teilen könnten. Dies müsse nicht unbedingt Opferarbeit sein, gefragt sind auch Kommunikatoren, die etwa in Schulen und in den unterschiedlichen Medien über die Arbeit des WR informieren könnten. Und sowohl Krancher als auch Zeck weisen darauf hin, dass es nicht immer einfach ist, ehrenamtliche Mitarbeiter zu rekrutieren: „Der Umgang auch mit Opfern ist nicht immer einfach, da ist soziale Kompetenz, Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und vieles mehr gefragt“. Und neben der Opferarbeit ist für den WR auch die Lobbyarbeit wichtig: „Ganz vieles, was an Opferschutz erbracht wird, konnte der WR durch intensive Lobbyarbeit erreichen“, informiert Felix Zeck.

Im Saarland ist man besonders stolz auf die Traumaambulanz, die für schnelle Hilfe bei traumatisierten Opfern sorgt. „Und neben der Klinik in Berus wird es demnächst auch eine Traumaambulanz bei der Mediclin in Lautzkirchen geben“, unterstreicht Jürgen Krancher.

 

Zum Thema:

Was der Weiße Ring bietet: Menschlicher Beistand und persönliche Beratung nach Straftaten, Begleitung zu Terminen bei Polizei , Staatsanwaltschaft oder Gericht, Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen, Hilfeschecks für Opfer und eventuelle Übernahme von Anwaltskosten, Erholungs- oder Therapiemaßnahmen für Opfer, finanzielle Unterstützung zur Überbrückung tatbedingter Notlagen und vieles mehr. Bundesweites Opfertelefon: 11 60 06, Landesbüro Saarland: Tel. (0681) 6 73 19. ers
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