A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Parkplatz Sötern Parkplatz geschlossen, gesperrt für LKW bis 24.08.2017 07:00 Uhr ab 22.08.2017, 17:00 Uhr (22.08.2017, 14:28)

A62

Priorität: Dringend

19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Der lange Weg zum neuen Stadion

 Saarbrücken. Kommt ein neues Stadion nach Saarbrücken? Seit zehn Jahren gibt es diese Frage. „Wenn uns der Verein oder ein Investor einen belastbaren Finanzierungs- und Bauplan liefert, werden wir diese Pläne sofort prüfen“, sagt nun Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, SPD. Die Stadt ist Eigentümerin des Geländes am Rodenhof, auf dem das Ludwigspark-Stadion und das FC-Sportfeld stehen. Das AS & P Architektenbüro hat bereits vergangenes Jahr im April im Rathaus Vorabpläne des neuen Stadions präsentiert. Hinter dem Firmenkürzel AS verbirgt sich Albert Speer junior. Der inzwischen 74-Jährige ist wie sein Vater, der im Dritten Reich Rüstungsminister war, Architekt, und betreibt ein Büro in Frankfurt. Laut SZ-Recherechen stellte sein Büro Vertretern von Stadt, Land und Wirtschaft Folgendes vor: Das neue Stadion soll eine Stahlrohr-Konstruktion sein, ein Fassungsvermögen von bis zu 18 000 Zuschauern haben, die Gegentribüne des Ludwigspark-Stadions soll erhalten bleiben.

Auch ein großer Teil der Infrastruktur wie Flutlicht und Stromversorgung soll bleiben. Immer mit dem Vermerk, dass die Planung noch nicht abgeschlossen sei – und insbesondere in Bezug auf die schwierige Höhensituation des „Parks“ noch präzisiert werden müsse. Daher konnte das Büro noch keinen Kostenvoranschlag machen. Auch Fragen der Verkehrsplanung und die Parkplatz-Frage sind offen geblieben. Dass das Stadion um die 20 Millionen Euro kosten soll, ist eine Schätzung, die seit geraumer Zeit durchs Land schwirrt. In Auftrag gegeben und finanziert hat diese Vorabplanung von AS & P der ehemalige Präsident des 1. FC Saarbrücken, Hartmut Ostermann. 300 000 Euro hat dieses Planspiel gekostet. Vereinbart wurde, dass die Pläne weiter ausgearbeitet werden müssen. Passiert ist bis heute nichts, sagt Britz, betont aber: „Sollten die Pläne da sein und aus unserer Sicht realisierbar sein, werden wir den Stadionbau auch weiterhin nach besten Kräften unterstützen. Ich denke, dass es dann auch schnell gehen kann und wir alle gemeinsam loslegen könnten.“ Gemeinsam heißt: Stadt, Land, Investoren. Britz äußert Bereitschaft – auch Klaus Meiser, CDU, Sport- und Innenminister des Saarlandes sagt: „Es muss eine Lösung für alle sein, die für alle nutzbar ist. Dann helfen wir.“ Mit Geld.

Angenommen, das Stadion kostet 20 Millionen Euro, dann „könnte die Sportplanungskommission das Projekt mit 25 Prozent mitfinanzieren“. Die Sportplanungskommission verwaltet einen Geldtopf, der „Sport-Achtel“ genannt wird. Dieser füllt sich mit 12,5 Prozent der Einsätze aus Sportwetten der Saarland-Sporttoto GmbH. 22,75 Prozent dieses Geldes werden wiederum in neue Sportstätten im Saarland investiert. „Wir versuchen, die Finanzierung des neues Stadions so zu stemmen, dass sie nicht zu Lasten der kleinen Vereine geht“, erklärt Meiser. Fünf Millionen wären also da. Fehlen 15 Millionen. Zehn sollen von Investoren kommen – und nicht von einem einzigen Geldgeber, wie des Öfteren in anderen Medien berichtet wurde. Laut dieser Meldungen soll Unternehmer Hartmut Ostermann die zehn Millionen zur Verfügung stellen. Was er aber „definitiv nicht macht“, wie der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Unternehmens-Gruppe Victor's  mitteilt. Er trete nicht als Investor auf.

Angedacht ist es wohl, eine Betreibergesellschaft zu gründen, die ihren Finanzbedarf auf mehrere Schultern verteilt. Sie dürfte zum Beispiel Vip-Logen und Stadionname vermarkten, um einen Geldrückfluss zu haben. Was fehlt, wären also noch fünf Millionen. Bisher zahlt die Stadt mehr als eine Million Euro Unterhaltskosten pro Jahr fürs Stadion. Würde sie die fünf Millionen übernehmen, könnte sie nach einer der SZ genannten Finanzierungsvariante die jährliche Summe auf 800 000 Euro drücken. „Noch liegen keine belastbaren Pläne vor“, wiederholt Britz. Daher will sie nicht über Finanzierungsmodelle reden. Horst Hinschberger, Präsident des FCS, sagt dazu: „Uns ist klar, dass als nächster Schritt Pläne auf den Tisch müssen. Dazu ist jetzt eine große Gemeinschaft von Nöten.“  Von Marcus Kalmes und Michael Kipp  
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein