B423 Stadtgebiet Blieskastel, Zweibrücker Straße bis Saar-Pfalz-Straße Zwischen Blieskastel und Aßweiler Vollsperrung, Baustelle bis 28.10.2017 06:00 Uhr Zwischen Ortsausgang Blieskastel und Ortseingang Biesingen (09.10.2017, 06:27)

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Designer kämpfen für die Halde Lydia

 Fischbach. Auf der Halde Lydia bei Fischbach-Camphausen liegen drei flache runde Mulden. „Sie sind nicht einfach zufällig entstanden“, sagt Harald Hullmann. Sie sind Teil eines Gestaltungskonzeptes, das er und Jörg Gimmler im Auftrag des Umweltministeriums entwarfen. Das war 2006, als das Büro der beiden Produktdesigner Hullmann & Gimmler in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten die Idee einer Haldenkorona umsetzten. Das hieß, die Bergehalden als Perlen einer Kette zu sehen, die der 46 Kilometer lange und frisch eröffnete Haldenrundwanderweg verband. Die Korona setzte sich aus der Halde Grühlingsstraße, der Halde am Absinkweiher Frommersbachtal und der Halde Lydia zusammen. Für diese drei Orte entwickelten Jörg Gimmler und Harald Hullmann, der als Professor für Produktdesign an der Hochschule der Bildenden Künste Saar arbeitet, „jeweils ein Thema. Bei der Halde Lydia sind es die Himmelsspiegel“.

Halden wie Haldenrundwanderweg und der sie umgebende Saarkohlenwald sind Teil des mit viel EU-Fördergeld unterstützten Regionalparks Saar. Die Halde, Herzstück der von Mensch und Bergbau geprägten Landschaft wandelte sich: „Erst einmal war es die grundsätzliche Idee, anders mit dem Ort und seiner Geschichte umzugehen“, sagt Harald Hullmann. Zuvor „wurde so getan, als ob es natürliche Hügel sind“, fügt er hinzu. Eine „Pseudo-Natur“, so Hullmann, die sich über Kultur- und Industriegeschichte legte und diese praktisch unsichtbar machte. Dabei leitete die Deutsche Steinkohle AG bzw. die RAG als Eigentümerin der Halde einen „Paradigmenwechsel“ ein, so Hullmann. Die Halde durfte kahl bleiben und ihre Funktion als Abraumhalde für totes Gestein anzeigen. So weit ihre Geschichte.

Die Gestaltung mit den Himmelsspiegeln gab ihr zugleich eine neue Perspektive, fasst Harald Hullmann zusammen. Ganz bewusst nahm man dezente Eingriffe vor, denn jeglicher Anklang an eine Eventkultur sollte vermieden werden, betont er. Doch dieser Ansatz ist gleichermaßen Lösung wie Problem: Die Gestaltung ist so dezent und hintergründig, dass eben diese Qualität übersehen wird. „Man kann diese Gestaltung nicht einfach verändern“, warnt er und erinnert daran, „dass auch öffentliche Gelder in die Planung flossen.“ Besteht nun eine Mehrheit dafür, dass sich das ändert, will er das akzeptieren. Aber gibt es sowohl Für- als auch Gegenstimmen zur Ansiedlung eines Trendsportzentrums für Biathlon- und Rollsportler, könnte er sich vorstellen, dagegen anzugehen, wenn die Halde ihre Gestalt verlieren sollte. Sabine Graf 
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