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Deutlich mehr Übergriffe auf Flüchtlingsheime

Symbolfoto.

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In Deutschland hat sich die Zahl der Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte im Vergleich zum Vorjahr bereits jetzt mehr als vervierfacht. Bis zum 7. Dezember verzeichneten die Ermittler insgesamt 817 Fälle, wie das Bundeskriminalamt (BKA) gestern in Wiesbaden mitteilte. Für mindestens 733 Attacken seien rechtsmotivierte Täter verantwortlich, hieß es. Im gesamten Jahr 2014 waren 199 Straftaten gegen Asylunterkünfte gemeldet worden, davon 177 mit einem rechtsradikalen Hintergrund.

Für 215 Taten des laufenden Jahres gibt es dem BKA zufolge insgesamt 452 Verdächtige. Jedoch sind für die Aufklärung der Übergriffe die jeweiligen Landespolizeien zuständig, weshalb die Behörde zum Stand der Verfahren keine Angaben machen konnte.

Beim Großteil der Delikte der vergangenen Monate handelte es sich um Sachbeschädigungen, Propaganda und Volksverhetzung, teilte eine BKA-Sprecherin mit. Allerdings sei auch die Zahl der Gewaltdelikte gegen Flüchtlingsheime deutlich gestiegen. Die bisherige Höchstmarke von 28 aus dem vergangenen Jahr wurde mit bislang 130 Gewalttaten 2015 bereits deutlich überschritten, erklärte die Sprecherin. Zu den Gewaltdelikten zählen allein 68 Brandstiftungen, 2014 waren es sechs gewesen. Einer Auflistung des Bundestags zufolge ereigneten sich die rechtsradikal motivierten Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte bis Ende September nahezu im gesamten Bundesgebiet. Im Saarland wurde vor drei Monaten ein Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Gersheim-Bliesdalheim verübt.

Bundesjustizminister Heiko Maas nannte die vorläufige BKA-Bilanz für 2015 „erschütternd“. Ein derart starker Anstieg der Brandanschläge in kurzer Zeit sei „beschämend“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. An die Täter gerichtet erklärte der Minister: „Für solche feigen Taten gibt es keine Rechtfertigung, kein Verständnis und keine Entschuldigung.“ Maas forderte eine harte Reaktion des Rechtsstaates. Die Täter müssten mit aller Kraft ermittelt und konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
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