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Deutsch-Französisches Gymnasium wird 50

Saarbrücken. Vor genau 50 Jahren, am 25. September 1961, nahm das Deutsch-Französische Gymnasium (DFG) in Saarbrücken den Schulbetrieb auf. Es war das erste binationale Gymnasium überhaupt. Am Sonntag wird dieses Jubiläum mit einer Festmatinee gefeiert. „Da werden wir auch Krawatte tragen“, sagt Schulleiter Hans Bächle schmunzelnd. Er und sein französischer Kollege Jean-Paul Seitz leiten seit vier Jahren gemeinsam das Gymnasium in der Halbergstraße. „Die Gründungsidee war es, junge Deutsche und Franzosen in einer gemeinsamen Schule zusammen zu führen und die deutsch-französische Versöhnung auch auf schulischer Ebene zu realisieren“, erklärt Bächle. Im DFG drücken derzeit 1070 Schüler die Schulbank. Unterrichtet werden sie von Lehrern beider Nationen. Am Ende ihrer Schullaufbahn sprechen die Schüler nicht nur fließend beide Sprachen, sondern haben auch ein deutsches und französisches Abitur. Damit können sie in beiden Ländern studieren. Insgesamt, schätzen die Schulleiter, habe das DFG etwa 7000 Abiturienten hervorgebracht. „Aber nicht nur die Sprache des Anderen ist uns wichtig“, unterstreicht Seitz, „auch die kulturellen Unterschiede. Wir vermitteln hier interkulturelle Kompetenz.“ Der Schul-Slogan lautet: „Einander begegnen – miteinander lernen.“ Auch heute versteht sich die Pionierschule als „Versuchschule“, sagt Bächle. „Unser Schulalltag ist geprägt von Kompromissen. Wir diskutieren und suchen nach gemeinsamen Wegen, die beiden Schulsystem und Kulturen unter einen Hut zu bringen. Daraus haben wir eine eigene Identität entwickelt.“

Unterschiede gibt es viele, sogar in Fächern wie Mathematik. „Wir lernen in Deutschland 1 mal 6, 2 mal 6,“ sagt Bächle. „In Frankreich aber 6 mal 1, 6 mal 2“, ergänzt Seitz, „wir machen ein X als Malzeichen. Die Deutschen einen Punkt.“ „Ein simples Beispiel, das veranschaulicht, wie unterschiedlich wir uns doch sind“, so Bächle. In der Anfangseuphorie sollte ein ganzes Netz solcher Schulen entstehen. Drei sind es geworden. Der Schultyp scheiterte an bürokratischen Hürden. Die Schulleiter der später gegründeten Partnerschulen in Freiburg im Breisgau und Buc bei Paris werden beim Festakt dabei sein. Am Montag treffen sich die Schulleiter zu einer Konferenz. Diesmal haben die Schulleiter noch mehr Gesprächsstoff. In Baden-Württemberg wird derzeit diskutiert, ob Französisch lernen nicht ein veralterter Ausweis gelebter Völkerverständigung sei. Der Fokus solle auf Spanisch gelegt werden, meinen dort viele Für Bächle und Seitz stellt sich die Frage nicht. „Unsere Schülerzahlen steigen. Das DFG ist beliebter denn je.“ Sprachen „gegeneinander aufzuwiegeln“, finden sie töricht. „Mehrsprachigkeit muss das Ziel in Europa sein. Aber unser größter Handelspartner ist nach wie vor Frankreich“, so Bächle.

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