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Deutsch-französische Großkontrolle: 296 Fahrer überprüft

 Stefan Hoff von der Inspektion Brebach signalisierte, wer zu stoppen hatte.

Stefan Hoff von der Inspektion Brebach signalisierte, wer zu stoppen hatte.

Brebach. Freitagmorgen in der Polizeiinspektion Brebach. Die Ersten sind nach der deutsch-französischen Großkontrolle vom Donnerstag schon wieder im Dienst. Bis weit nach Mitternacht waren sie auf der Straße. Dann ging’s in die Inspektion. Um drei war Feierabend.

Jetzt gleiten Kugelschreiber über lange Tabellen, addieren, was die Aktion zwischen dem späten Nachmittag und 2 Uhr gebracht hat: 296 kontrollierte Autos, davon 187 in Deutschland, genauer am alten Grenzübergang Unner und auf der B 40 bei Scheidt. 109 Autos mussten an den beiden Kontrollstellen in Saargemünd stoppen. Robert Hauer, der stellvertretende Leiter der Inspektion, stellte der SZ vor, was dabei herauskam: Bei zwei Autos war die Beleuchtung nicht in Ordnung. Die Halter müssen deswegen bald mit repariertem Licht zur Polizei.

Oder sie müssen einer Kfz- Prüfstelle nachweisen, dass sie die Mängel behoben haben, und die Prüfer teilen das dann der Inspektion Brebach mit. Sieben Kontrollierte hatten den Führerschein nicht dabei (zehn Euro), zwei waren ohne Fahrzeugschein unterwegs (zehn Euro). Weitere Befunde: zwei Fahrer waren nicht angeschnallt (35 Euro), ein Kind war nicht richtig angeschnallt (40 Euro und ein Punkt in Flensburg). Achtmal setzten deutsche Beamte oder ihre Kollegen von der Police aus Saargemünd ihre Alkoholtester ein. „Die Aktion sollte uns helfen, Gefahren im Straßenverkehr zu erkennen, und sie sollte für die Autofahrer auch ein Zeichen gegen das Trinken am Arbeitsplatz sein“, sagte Hauer. Siebenmal zeigte der Apparat null Promille, einmal 0,3 Promille, was ohne Folgen blieb, da der in Deutschland kontrollierte Betroffene nicht wegen eines Fahrfehlers aufgefallen war. Bei einem Unfall hätten bereits 0,3 Promille weit reichende Folgen, wie Polizei und Verkehrsrechtler warnen. Denn bei diesem Wert beginnt die „relative Fahruntüchtigkeit“. Schon wer mit dieser Alkoholkonzentration einen Fahrfehler macht oder in einen Unfall verwickelt wird, muss sich also auf Ärger mit der Justiz und seiner Versicherung gefasst machen.

Der für alle Fälle zur Kontrolle mitgebrachte Rauschgiftspürhund musste nicht ran. Und Festnahmen gab es in dieser Sonderschicht für die Sicherheit weder in Deutschland noch in Frankreich. Ein Erfolg war das Ganze aber trotzdem, wie Hauer verdeutlichte. „Wir achten auf alle Verdachtsmomente, und wen wir kontrolliert haben, der hat erst einmal das Gefühl, dass wir ihn aus der Anonymität geholt haben. Mit jeder dieser Aktionen nimmt für Kriminelle deshalb das Entdeckungsrisiko zu.“ Auch außerhalb der Großkontrollen gebe es eine deutsch-französische Zusammenarbeit, etwa die vierteljährlichen Treffen zwischen den Chefs aus Brebach und Saargemünd.

Das nächste Etappenziel bei der deutsch-französischen Zusammenarbeit steht für Hauer fest: Er und seine Kollegen wünschen sich, dass deutsche und französische Beamte „während der gemeinsamen Einsätze die gleichen hoheitlichen Rechte haben“ – und sich im Nachbarland nicht überwiegend aufs Zuschauen beschränken müssen.

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