L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Deutsche Bahn: Kein Interesse mehr an Rheinland-Pfalz und Saarland?

Viele Züge, aber zu wenig Koordination im Verkehr der Großregion. Unser Bild zeigt den Hochgeschwindigkeitszug
TGV und eine Regionalbahn auf dem Luxemburger Hauptbahnhof.

Viele Züge, aber zu wenig Koordination im Verkehr der Großregion. Unser Bild zeigt den Hochgeschwindigkeitszug TGV und eine Regionalbahn auf dem Luxemburger Hauptbahnhof.

Der luxemburgische Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, François Bausch („Die Grünen“), befürchtet eine Abkoppelung der Großregion Saar- Lor-Lux im Schienenverkehr an die großen deutschen Verkehrsachsen. „Die Deutsche Bahn hat überhaupt kein Interesse mehr an Rheinland-Pfalz und dem Saarland“, meint er. „Die Strecke von Saarbrücken nach Koblenz wird von den großen Verbindungs-Achsen abgekoppelt.

Die Bahn sieht nur noch die großen Trassen“, sagte Bausch bei einer Mobilitätskonferenz des Interregionalen Parlamentarierrates der Großregion Saar-Lor-Lux/Rheinland- Pfalz/Wallonie in Luxemburg. Die politischen Diskussionen über das Engagement der Deutschen Bahn würden dadurch erschwert, weil der Bund sich mit dem Hinweis auf die privatwirtschaftliche Rechtsform des Staatsunternehmens aus der Affäre ziehe. „Umso mehr müssen wir diese Verkehrsprobleme auf der regionalen Ebene diskutieren, deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen den Grenzregionen so wichtig“, forderte Bausch die rund 250 Konferenzteilnehmer auf. Zu den Sorgen der Konferenz – Thema „Neue Wege für eine bessere Lebensqualität in der Großregion“ – gehört auch die befürchtete Ausdünnung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zwischen Paris und Frankfurt. Nach der Inbetriebnahme des Süd-Astes der TGVStrecke Paris-Frankfurt über Straßburg im Frühjahr 2016 werde Lothringen abgehängt. Das befürchtet der Metzer Bürgermeister Dominique Gros. Denn die TGVs aus Paris würden dann nicht mehr am Hochgeschwindigkeitsbahnhof „Gare Lorraine“ bei Louvigny halten. Beide Strecken nach Frankfurt – über Straßburg und Saarbrücken – müssten gleichberechtigt behandelt werden.

Außer den Politiker-Sorgen im Fernverkehr sind die akuten Probleme im Nahverkehr der Großregion von Brisanz. Rund 150 000 im Großherzogtum Luxemburg arbeitende Einpendler aus Belgien, Frankreich und Deutschland verstopfen vor allem die Autobahnen täglich und sorgen für lange Staus. Noch immer biete der öffentliche Personennahverkehr keine auch nur annähernde Alternative zum Umsteigen der Pendler auf Bus und Schiene.

Die Großregion brauche ein deutlich verbessertes Netz im öffentlichen Nahverkehr, so die Konferenz. Luxemburg stehe „kurz vor dem Verkehrskollaps sowohl als Ziel- als auch Transitland“. Nötig seien mehr Park-und-Ride-Plätze, einheitliche und vor allem attraktive Tarifstrukturen, die einen Anreiz zum Umstieg vom Auto auf die Schiene bieten, aber auch besseres Bahnwagen-Material und eine Abschaffung des „Tarifdschungels“.

Vor allem im Schienenverkehr ist die Situation höchst unzulänglich. „Hier gibt immer noch eine große Kleinstaaterei, wir brauchen endlich einen politischen Willen zu deren Überwindung“, so Matthias Schwalbach, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Verkehr und Mobilität“ des Wirtschafts- und Sozialrates der Großregion.

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