L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Deutschland: Aufstieg wird immer schwerer

Berlin. Mini-Jobs, fehlender Mindestlohn und die Zunahme ungesicherter Arbeitsverhältnisse spiegeln sich immer stärker auch in der Einkommens- und Vermögensstruktur der Gesamtbevölkerung in Deutschland wider. Die Zahl der von Armut Bedrohten steigt, und es wird schwieriger, ihr wieder zu entrinnen – während sich Gebildete und vor allem Vermögende auf der sicheren Seite des Lebens wähnen können. Doch dies ist nur eine der vielen kritischen Botschaften des neuen „Datenreports 2011 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland“. Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht gilt unter Fachleuten seit langem als „die Bibel der Sozialforschung“. In zwei Büchern auf knapp 450 Seiten haben die Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes zusammen mit namhaften Wissenschaftlern alle greifbaren Daten und Fakten zusammengetragen, die amtliche Statistiken und der jüngste Mikrozensus („kleine Volkszählung“) über Wohlstand und Armut, Bildung und Arbeit, Gesundheit und Umwelt, persönliche Aktivitäten und politisches Engagement sowie soziale Beziehungen in Deutschland hergeben.

Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Bildung der Menschen durch Lebensqualität und gesellschaftliche Wohlfahrt. Belegt wird: je höher das Bildungsniveau, desto größer die Chancen auf gut bezahlte Arbeit und desto geringer auch das Risiko, arm zu werden. Männer mit niedrigerer Bildung haben ein 2,2 mal höheres Risiko, unter Schmerzen zu leiden. Bei Frauen ist das Risiko sogar 2,6 mal so groß. Gebildete sind hingegen weniger anfällig für Tabakkonsum und entwickeln auch mehr sportliche Freizeitaktivitäten. „Auch bei der Lebenserwartung zeigt sich die Bedeutung der Bildung“, sagt der Sozialwissenschaftler Roland Habich. So hätten Männer im Alter von 45 Jahren, die über ein Abitur verfügen, eine im Schnitt um 5,3 Jahre längere Lebenserwartung als gleichaltrige Männer, die lediglich einen Hauptschulabschluss haben. Kommt zur guten Bildung auch noch Reichtum hinzu, kann die Lebenserwartung laut Habich sogar bis zu 10 Jahre länger sein.

Doch der Bericht zeigt auch erneut, wie abhängig nach wie vor der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft ist. „Bildung bleibt unter sich“, resümierte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, bei der Präsentation der Daten. In keiner anderen Industrienation ist das Bildungssystem so wenig sozial durchlässig wie in Deutschland. Nur zehn Prozent der Gymnasiasten kamen 2009 aus Familien, in denen die Eltern keinen oder nur den Hauptschulabschluss hatten.  Dagegen hatten die Eltern von fast 60 Prozent der Gymnasiasten selbst das Abitur und eine andere Studienberechtigung in der Tasche.



Die soziale Spaltung in der Bildung wird auch bei den Migrantenkindern deutlich. Was wenig bekannt ist und eigentlich zuversichtlich stimmt: 2009 hatten von allen Gymnasiasten in Deutschland 22,5 Prozent einen Migrationshintergrund. Gleichwohl haben aber 19 Prozent der Ausländer in Deutschland überhaupt keinen Schulabschluss. Bei der deutschen Bevölkerung sind dies nur zwei Prozent.

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