L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Deutschland-Rallye: Ford gibt sich optimistisch

Saarbrücken. Jari-Matti Latvala kauert wie ein Häufchen Elend im Cockpit seines Ford Fiesta RS WRC. Tief in Gedanken versunken, die Hände vors Gesicht geschlagen, der Blick leer. Für sein Heimspiel, die Finnland- Rallye, hatte sich Latvala viel vorgenommen. Ein Sieg sollte her. Doch am Ende wurde es nur Platz drei – 35 Sekunden hinter Citroen-Pilot Sebastien Loeb. Und das, obwohl sich Latvala die Seele aus dem Leib gefahren hatte – eine Ohrfeige. „Ich bin frustriert, aber ich will nicht jedes Mal erklären, warum wir nicht gewonnen haben“, sagt er schließlich: „Wir hatten keine Chance.“ Und ausgerechnet jetzt steht die Deutschland-Rallye an, die schon seit jeher im ge„loeb“ten Land stattfindet. Acht der bislang neun Rallyes hier hat Loeb gewonnen. Im vergangenen Jahr hinderte ihn nur ein Reifenschaden.

Stattdessen gewann sein Teamkollege Sebastien Ogier. Dennoch gibt sich die Ford-Truppe vor dem Start – wieder einmal – optimistisch. Der Tiefschlag von vor drei Wochen scheint vergessen. „Ich war auf Asphalt noch nie so schnell“, beteuert Latvala: „Ein Platz auf dem Podium wäre prima, aber ich glaube, wir können auch um den Sieg kämpfen.“ 1000 Kilometer Sondertraining Doch das sind Träume. Die Realität sieht seit Jahren so aus: Loeb fährt vorne auf und davon, haut den Verfolgern ein paar Bestzeiten um die Ohren – und Latvala haut seinen Ford irgendwo dahinter in die Botanik. So wie 2011: Zahlreiche Reifenschäden und Technik-Probleme warfen ihn erst weit zurück – dann ein Unfall komplett raus. Endstation Baumstamm. Latvala hat als Crash-Pilot durchaus einen Ruf: Er gilt als verdammt schneller Fahrer, aber auch als einer, der sein Auto verdammt schnell in Altmetall verwandelt. 2006 stopfte er seinen Ford bei der Deutschland-Rallye nach wenigen hundert Metern in die Leitplanken. Seine besten Crashes sind im Internet auf Youtube der Renner.

Damit dieses Jahr keiner dazu kommt, absolvierte Ford vor der Deutschland- Rallye ein Sondertraining. 1000 Kilometer spulten Latvala und sein Teamkollege Petter Solberg, der Weltmeister von 2003, auf einer französischen Rennstrecke ab, um die beste Abstimmung zu finden. „Wir haben viel über das Setup des Fiesta gelernt“, sagt Teamchef Malcolm Wilson. Es wird auch Zeit: Sechs der bisher acht WM-Läufe 2012 hat Loeb gewonnen. Nur zwei Siege gingen an Ford. In der WM führt Loeb mit 171 Punkten klar vor Latvala (128). Und man muss kein Prophet sein, um zu sagen: Wenn alles normal läuft, wird Loeb seinen Vorsprung am Wochenende ausbauen. Der im vergangenen Jahr gestürzte „König von Deutschland“ möchte nun wieder den Thron besteigen. „Nach meinem Pech 2011 bin ich richtig heiß darauf, hier wieder zu gewinnen“, sagt Loeb.

VW absolviert Lehrjahr Vorjahressieger Ogier wird ihm dabei dieses Mal nicht in die Quere kommen. 2011 hatte der Franzose bei Citroen eine Palast- Revolte angezettelt, hatte es gewagt, den großen Loeb anzugreifen und zu schlagen. Dass Citroen das als Majestätsbeleidigung auffasste und Ogier im WM-Kampf per Stallorder zurückpfiff, hat den Kronprinzen schwer getroffen. Die Folge: Er wechselte zu Einsteiger VW.

Dort ist er in die Entwicklung des Polo R eingebunden, mit dem die Wolfsburger 2013 in die WM einsteigen. Dieses Jahr absolviert das Team ein Lehrjahr, startet mit einem Skoda Fabia in der leistungsschwächeren Klasse S2000. Statt um Bestzeiten geht es darum, die Abläufe bei einer Rallye einzuüben. „Die Rallye Deutschland ist unser Heimspiel und unser absoluter Höhepunkt in der Vorbereitung auf unseren Einstieg“, sagt Motorsportchef Jost Capito. Neben Ogier und dem Norweger Andreas Mikkelsen sitzt mit Sepp Wiegand auch ein Deutscher in einem der Werks-Skodas.

AUF EINEN BLICK

Ein schwerer Unfall mit vier verletzten Zuschauern hat die 30. Auflage der Deutschland-Rallye gestern überschattet. Der Unfall ereignete sich während eines Trainingslaufs, dem sogenannten Shakedown, in den Weinbergen bei Konz. Dabei war der Peruaner Nicolas Fuchs nach einem Reifenschaden an seinem Subaru Impreza gegen den Bordstein gekracht. Daraufhin hatte sich ein Vorderrad gelöst.

Vier Besucher, zwei Männer und zwei Frauen, wurden bei dem Zwischenfall verletzt. Einer der Männer musste laut Polizei-Angaben mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert werden, die anderen drei wurden leicht verletzt und konnten das Krankenhaus am Abend wieder verlassen.

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