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Die Angst vor einem Störfall in Carling

Die Chemie-Plattform im lothringischen Carling. Foto: Total

Die Chemie-Plattform im lothringischen Carling. Foto: Total

Die Bürgerinitiative (BI) „Saubere Luft“ im Warndt sieht ihre Befürchtungen über mögliche Gefahren durch die Chemieplattform im lothringischen Carling für die saarländischen Anrainergemeinden bestätigt. Dort wurden nach Aussage des Betreibers seit den Anschlägen im Januar in Paris die Sicherheitsmaßnahmen um eine Stufe erhöht (wir berichteten). „Die potenziellen Gefahren durch zum Beispiel terroristische Angriffe oder massive Störfälle wurden aus unserer Sicht bisher von saarländischer Seite massiv unterschätzt“, kritisiert der stellvertretende BI-Vorsitzende Adriano Pitillo.

Das Innenministerium – zuständig für den Katastrophenschutz – weist die Aussage, die Gefahren zu unterschätzen, zurück: „Die vorhandenen Planungen sind zur Sicherstellung eines wirksamen Katastrophenschutzes ausreichend.“ So habe die Stadt Völklingen, deren Stadtteil Lauterbach im unmittelbaren Gefährdungsbereich liege, einen externen Notfallplan aufgestellt. Hier sei festgelegt, wie die Einsatzmittel koordiniert werden, wie die Öffentlichkeit über einen Unfall informiert wird und wie sie sich zu verhalten habe. Zudem gebe es Pläne zur Einleitung von Sofortmaßnahmen. In den Gemeinden Großrosseln, Wadgassen und Überherrn, die weiter entfernt lägen, griffen im Notfall die Maßnahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr. Die saarländischen Feuerwehren hätten ein Hilfskonzept für ABC-Einsatze (also bei atomaren, biologischen und chemischen Gefahren), das Messungen, Probenahmen, aber auch das Warnen in gefährdeten Bereichen vorsehe, so das Ministerium.

Darüber hinaus ist die BI besorgt über hohe Emissionswerte des Krebs erregenden Stoffes Benzol bei den Messstationen in L'Hôpital. „Diese Benzol-Vorkommnisse beobachten wir seit einigen Wochen an zwei bis drei Tagen in der Woche in Kombination mit vermehrt eingegangen Meldungen über Geruchsbelästigungen“, sagt die BI-Vorsitzende Heike Schreiner. So sei am 17. November eine Benzolwert von 250 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen worden. Der Grenzwert für das Jahresmittel liege bei fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das Saar-Umweltministerium kann den Hinweis der BI auf die erhöhten Benzol-Konzentrationen in dieser Häufigkeit nicht nachvollziehen. „Die uns vorliegenden Messdaten der französischen Messstationen zeigen seit dem 1. November lediglich für vier Tage Benzolpeaks an“, heißt es auf SZ-Anfrage. Dies betreffe die Messstationen in L'Hôpital. In Lauterbach seien nur an einem Tag erhöhte Benzolwerte gemessen worden.

Die Kommunikation mit den französischen Behörden und Betreiberin Total sei gut. Erst ab einer Schwelle von 325 Mikrogramm Benzol pro Kubikmeter müsse das Ministerium, die Stadt Völklingen und die Gemeinde Großrosseln informiert werden. Man habe die Anfrage der BI an die DREAL als Umweltbehörde und Air Lorraine als Messnetz am 18. November weitergeleitet. Von beiden Stellen hätte das Umweltministerium am 19. November eine vorläufige Antwort erhalten. „Darin wird mitgeteilt, dass in Frankreich keine Geruchsbeschwerden vorliegen. Die Ursachensuche sei aber im Gange“, heißt es. Als es am 24. und 25. November erneut zu hohen Benzolwerten kam, habe man erneut bei der DREAL nachgefragt.

Das Umweltministerium betont, dass es kein akutes Risiko für die Gesundheit durch die Benzolpeaks gebe. Der Grenzwert für das Jahresmittel von fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft diene dazu, langfristige Gesundheitsrisiken zu begrenzen. Es gebe keinen Schwellenwert unterhalb dessen der Stoff nicht krebserregend sei – bei sehr geringen Konzentrationen sei dies jedoch sehr unwahrscheinlich. Die erhöhten Messwerte flössen in die Ermittlung des Jahresmittelwertes ein. Doch zeige die Erfahrung, dass einzelne Peaks nicht zu einem nennenswerten Anstieg führen.

Im Warndt seien bei einer Messkampagne durchgängig Werte von unter einem Mikrogramm pro Kubikmeter für 2014 ermittelt worden. Hauptverursacher von Benzolemissionen sei der Straßenverkehr.
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