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Die Grippe hat das Saarland im Griff



Homburg. Die Kindergärten sind leer, die Büros verwaist – nur in den Apotheken herrscht Hochbetrieb: „Bei uns geht seit Tagen hauptsächlich die typi- sche Erkältungsmedizin über den Tresen“, sagt der Homburger Apotheker Stefan Krick, „es ist Wahnsinn, wird sind Tag und Nacht dabei, die Kunden zu bedienen. Alles wird nachgefragt, von Antibiotika auf Rezept bis zu Hausmitteln zum Einreiben oder Inhalieren.“ Kein Wunder, in Homburg und Umgebung grassiert neben diversen Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Rachenentzündungen auch die richtige Grippe, Influenza genannt. „Es handelt sich um eine für diese Saison übliche Typenverteilung“, erläutert Barbara Gärtner, Virologie-Professorin am Universitätsklinikum in Homburg, „wir beobachten zu 44 Prozent das pandämisch auftretende Grippe-Virus, dann 40 Prozent den Erreger H3N22, der schon 2009/10 vi- rulent war, während die restli- chen 20 Prozent ein gemischtes Bild ergeben aus Atemwegser- krankungen, ausgelöst durch verschiedene Influenza-B-Typen.“

Schon seit Jahresbeginn haben Experten anhand der Er- hebungen des Robert-Koch-Institutes beobachten können, „dass die Grippewelle auf uns zurollt“. Vor allem an der An- zahl der erkrankten Kinder könne man dies zuerst ablesen – und dann hochrechnen, denn die Ansteckungswege seien be- kannt. Auf der Deutschland- Karte des Robert-Koch-Institutes und der dazugehörigen Arbeitsgemeinschaft Influen- za, könne man deutlich die Ver- färbungen erkennen: „Da, wo das Saarland liegt, ist ein dicker, roter Punkt, das heißt, hier herrscht eine maximale Aktivität an Atemwegserkrankungen“, erklärt die Virologin. Die Karte bilde nicht nur die Grippe-Fälle ab, sondern zu- sätzlich auch akute Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Rachen- und Lungenentzündungen. Die konkrete Zahl der Erkrankten ließe sich aber schwer sagen, man könne ledig- lich die Krankheitswelle definieren. „Denn viele Erkrankte gehen gar nicht zum Arzt. Oder sie werden nicht in allen Fällen registriert.“

Doch die persönlichen Eindrücke sprechen eine deutliche Sprache: „Bei uns sind über die Hälfte der Kinder krank“ meldet die Homburger Kindertagesstätte Arche Noah. Ein Bild, das auf alle anderen Kitas in der Umgebung gleichermaßen zu- trifft. In St. Fronleichnam ist man froh, „dass wenigstens die Erzieherinnen fast alle an Bord sind, über die Hälfte der Kinder sind hingegen zu Hause“. Im Raum Saarbrücken wurden einige Kitas sogar geschlos- sen. Dass derzeit noch Ferien sind, hat vermutlich viele Schulkinder vor Ansteckung bewahrt. Im Homburger Rathaus waren erst die Narren am Werk, jetzt sind es die Krankheitserreger, „auch bei uns sind Mitar- beiter krank“, bestätigte ges- tern Oberbürgermeister Karl- heinz Schöner. Er selbst gehöre auch schon fast dazu: „Ich schleppe seit Tagen einen Schnupfen mit mir herum.“


Auf einen Blick

Die Expertin Barbara Gärtner gibt einige Tipps, wie man die Ansteckung mit Grippe-Viren vermeiden kann. Impfen nützt jetzt nichts mehr, im Gegenteil: Wer im Wartezimmer sitzt, steckt sich höchstens an. Der Impfschutz tritt erst nach zwei bis drei Wochen ein, doch dann ist die Grippewelle voraussichtlich schon vorbei. Wichtig ist, Menschenansammlungen zu meiden. Abstand halten, damit es nicht zu Tröpfcheninfektionen kommt. Auch über die Hände werden Krankheiten übertragen.

Deshalb sollte man im Moment gänzlich aufs Händeschütteln verzichten. Nach Besuchen von öffentlichen Orten immer gründlich die Hände waschen oder die Hände zwischendurch mit einer antibakteriellen Lotion einreiben. Regelmäßig lüften ist ganz wichtig, um die Luft aufzufrischen. Ist man bereits erkrankt, soll man unbedingt zu Hause bleiben, um nicht andere Menschen anzustecken. Das gilt auch für leicht erkrankte Kinder, die keinesfalls mehr in die Kita oder in die Schule gebracht werden dürfen. Nie in die Hände, sondern immer ins Taschentuch husten, sich möglichst dabei abwenden. maa


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