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Die Saarbrücker Taubenretter haben ein Problem

Taubenplage? Dieses Wort nimmt Tierschützerin Helga Ehretsmann nie in den Mund. „Von einem Taubenproblem sprechen wir durchaus“, sagte sie der Saarbrücker Zeitung. Denn am Hauptbahnhof und um die Wilhelm-Heinrich-Brücke nehmen die Tiere gerade überhand.

Dabei tut der Verein Stadttauben Saarbrücken in zwei Bruthäusern schon seit Jahren viel gegen die unkontrollierte Vermehrung der Tiere in der City.

Helga Ehretsmann ist die Vereinsvorsitzende. Ihr Team steht trotz der 55 Mitglieder im Dauereinsatz. Denn nur fünf bilden den harten Kern für die alltägliche Arbeit in den Taubenhäusern auf dem Parkhaus Lampertshof und dem Parkdeck am Rathaus. Die Taubenschützer haben in den vergangenen zehn Jahren rund 15 000 Eier gegen Attrappen ausgetauscht, allein 2000 im vorigen Jahr. Und sie entfernten 35 Tonnen Vogelkot.

Diese Zwischenbilanz zog Ehretsmann, als Umweltminister Reinhold Jost und der Landestierschutzbeauftragte Hans-Friedrich Willimzik sich das Taubenhaus des Rathausparkdecks anschauten. Der Minister war dem Verein zufolge beeindruckt von den Arbeitsergebnissen und hörte sich an, was den Taubenschützern fehlt.

Zum Beispiel Geld für zwei weitere City-Taubenhäuser, eins in der Nähe des Hauptbahnhofs, ein weiteres nahe der Wilhelm-Heinrich-Brücke, wo es ja gerade ein Problem gibt. Das würde auch verhindern, dass Tiere über Jahre in leer stehenden Häusern nisten. Denn viel zu tun gibt es nicht nur in den Taubenhäusern, sondern auch in Brutstätten, die über Jahre niemand betreten konnte. Ehretsmann erinnert sich nur zu gut, wie lange die Vögel sich in einem verlassenen Bau an der Gerberstraße selbst überlassen waren und dort unkontrolliert brüteten. Was ja der Stadttaubenverein gerade verhindern will.

Christian Bersin, der Leiter des städtischen Amtes für Klima- und Umweltschutz, kennt das Problem: Wer in solchen Bauten eingreifen wolle, der brauche die Genehmigung der Eigentümer. Nur wohnten viele außerhalb und ließen sich oft kaum für eine Zusammenarbeit gewinnen.

Ehretsmann wiederum müht sich damit ab, weitere Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit zu begeistern. Die geht nämlich weit über die City hinaus. „Wir werden oft gerufen, wenn jemand Tauben am Haus hat und nicht weiß, was zu tun ist. Dafür brauchen wir Leute.“

Von der Mehrarbeit ganz zu schweigen, wenn einmal die beiden neuen Taubenhäuser am Hauptbahnhof und der Wilhelm-Heinrich-Brücke stehen. „Wir arbeiten jetzt schon sogar an Weihnachten und Ostern und könnten diese Arbeit nicht auch noch stemmen.“

Da wären zwei oder drei neue Helfer für die zusätzlichen Taubenschläge schon eine echte Verstärkung. Denn Ehretsmann sieht sich und ihre paar Mitstreiter am Limit. „Krank werden dürfen wir nicht.“

Der Verein Stadttauben hat Tel. (06 81) 3 90 46 33.
 
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