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Die Stürmerfrage: 1. FC Saarbrücken denkt über einen weiteren Neueinkauf nach

Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat in der neuen Liga noch kein Tor geschossen. Die Fans fordern daher einen neuen Stürmer. In acht Tagen will der Verein entscheiden, ob er noch einen neuen holt.

Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken hat in der neuen Liga noch kein Tor geschossen. Die Fans fordern daher einen neuen Stürmer. In acht Tagen will der Verein entscheiden, ob er noch einen neuen holt.

Saarbrücken. Die Sommerpause ist vorbei, der FCS ist nach turbulenten Jahren zurück im Profifußball. Doch so richtig angekommen in Liga Drei ist das Team um Trainer Luginger noch nicht. Die Fans warten auf den ersten Sieg.

Trotz guter erster Halbzeit sprang auch gegen Braunschweig nichts Zählbares für Blau-Schwarz heraus. Doch warum? Wo liegen die Probleme im Spiel des 1. FC Saarbrücken?

Fünf Gegentore in zwei Spielen sprechen normalerweise für eine schlechte Abwehrarbeit. Allerdings: drei der fünf Gegentore kassierte der FCS bei Standardsituationen. Die zwei anderen nach Kontern, als die Blau-Schwarzen bereits zurücklagen und nach vorne drängen mussten. Die Abwehr ist nicht das große Problem in den Reihen der Blau-Schwarzen. Das Mittelfeld, so gut besetzt es sein mag, hat in der neuen Liga ebenfalls noch nicht überzeugt. Die „tödlichen Pässe“ der vergangenen Saison sind bisher noch nicht zu sehen, das Spiel über außen ebensowenig.

Größtes Sorgenkind aber ist offensichtlich der Angriff. Haben die Akteure im Mittelfeld mal eine Großchance erspielt, so wird der Ball entweder von Grgic oder Pisano verloren, oder der Angriff verläuft im Sand. Die Stürmer wirken bislang verunsichert. Dass drei Stürmer im Kader zu wenig sind, wurde bereits vielerorts diskutiert und kritisiert. Hier sahen die Verantwortlichen, wahrscheinlich auch aufgrund der guten Vorbereitungsspiele, bisher keinen Handlungsbedarf. Hoffentlich wird sich diese Entscheidung durch Formtiefs der Spieler oder Verletzungen nicht als falsch herausstellen. Spätestens in der Winterpause sollte es sich der FCS anders überlegen und noch einen Stürmer verpflichten. Saarbrücken. Velimir Grgic schießt. Mit links. Braunschweigs Torwart Marjan Petkovic streckt sich, sein Körper liegt quer in der Luft, ist in Hochspannung, als die Fingerkuppen den Schuss des Stürmers des 1. FC Saarbrücken abwehren. Eine starke Parade, ein guter Schuss, der dennoch in den Ofen war. Am Ende verlor der FCS am Samstag vor 7200 enttäuschten Fans zu Hause mit 0:3. Die zweite Niederlage im zweiten Spiel für den Aufsteiger in der 3. Fußball-Liga.

Unterm Strich macht das Tabellenplatz 20, null Punkte und null Tore. Und so ist es wenig verwunderlich, dass nicht nur Trainer Jürgen Luginger und Sportdirektor Dieter Ferner nach Gründen suchen. Auch die Fans suchen. Ihr zentrales Thema: Die nicht treffenden Stürmer. Auch andere Gründe liegen auf der Hand: Das Zweikampfverhalten ist ein anderes als in der Regionalliga. Schneller, enger ist das Spiel, und die Qualität der Gegner ist höher.



Was dem FCS vorne noch fehlt

Kopfballspiel, Ausdauer, Technik – Offenbach und Braunschweig sind zwei Aufstiegskandidaten und waren auf vielen Positionen einfach besser besetzt als der FCS. „Das wird in dieser Liga öfters vorkommen“, weiß Ferner. So hatte Maik Schutzbach auf der linken Abwehrseite zu oft das Nachsehen, und auch Stefan Sieger im defensiven Mittelfeld war mehr mit Zweikämpfen beschäftigt als mit dem Thema Spielaufbau. Nico Weißmann hatte auf der Spielmacherposition vehemente Probleme, Bälle zu erobern, zu verarbeiten und intelligente Pässe zu spielen. Und auch die Stärke bei Standardsituationen aus der Regionalliga kommt beim FCS nicht mehr so zum Tragen, „weil wir meist gar nicht in Zonen gefoult werden, in denen gefährliche Standards entstehen“, sagt Ferner.

Die Folge: Der FCS versuchte meist, mit langen Bällen übers Mittelfeld hinweg seine Stürmer in Szene zu setzen. Das klappt im Fußball meist nicht, lässt Stürmer oft schlecht aussehen und bewegt viele dazu, zu fordern: „Die Stürmer treffen nicht, also muss ein Neuer her.“

Drei hat der FCS derzeit: Velimir Grgic (32 Jahre), Giuseppe Pisano (22), und Markus Fuchs (30). Grgic hat in seiner Karriere zwei Drittligatore für den SV Sandhausen geschossen, Fuchs noch keines, und auch Pisano hat in Liga drei noch nie getroffen. Dazu kommt: Alle drei sind gelernte Mittelstürmer, eignen sich nur bedingt dazu, über die Außen Druck zu machen, Flanken zu schlagen.

„Nach zwei Spielen zu sagen, dass da die Qualität nicht reicht, ist nicht fair. Wir sind weiter von der Qualität überzeugt“, sagt Ferner. Nach vier Spielen wollen sich Trainer, Sportdirektor und Vorstand zusammensetzen und darüber beraten, ob noch ein Stürmer her muss. „Doch in den kommenden acht Tagen passiert nichts“, sagt Ferner, „dann sehen wir, ob wir noch etwas wagen werden, oder ob wir bis zur Winterpause mit dem Kader durchziehen“. Und wenn ein Neuer kommen sollte, sei es schwierig, einen echten Kracher unter Vertrag zu nehmen: „Das ist schwer“, sagt Ferner, „ich kenne einen großen deutschen Verein, der hat 30 Millionen Euro für einen Stürmer bezahlt – und der sitzt nur auf der Bank.“

Maßgeblich bei der vermeintlichen Stürmersuche sind dennoch die Finanzen, das weiß auch FCS-Präsident Horst Hinschberger: „Ein guter Stürmer kostet 6000 bis 10 000 Euro Gehalt im Monat“, rechnet er vor. Auch er sagt, dass der Verein zunächst abwarte, sich nach dem Spiel gegen Jena entscheiden will und nicht nur bis dahin „engagiert weitere Sponsoren sucht. Damit wir auch in der Lage sind, einen Neuen zu holen, wenn wir denn einen brauchen“, sagt Hinschberger.
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