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Die Tauben im Saarlouiser Stadtgebiet sorgen immer wieder für Ärger

Es könnte so einfach sein. Die Tauben, die sich in der Saarlouiser Innenstadt nicht allzu großer Beliebtheit erfreuen, bekommen ihr eigenes Haus, ziehen schön brav dort ein, und alle sind glücklich: die Tauben, die Tierschützer und die Taubengegner.

Es könnte, ist es aber nicht, denn: „Die Tauben müssen zunächst angefüttert werden, damit sie das Haus überhaupt wahrnehmen und später als Brutstätte nutzen. Und das dauert nun mal seine Zeit. Rund ein Jahr“, erklärt Günter Melchior, Beigeordneter der Stadt Saarlouis . Und eben dieses Anfüttern an dem Taubenhaus, das im Dezember vergangenen Jahres auf dem Globus-Gelände aufgestellt wurde, bringt einige Unannehmlichkeiten mit sich. Denn die Tauben, die das Futter bis vor Kurzem noch auf dem Dach des Hauses vorfanden, hinterlassen natürlich auch Kot auf dem und ums Taubenhaus herum. Sehr zum Leidwesen einiger Anwohner und Besucher von Globus und Media-Markt, die auf dem Parkplatz neben dem Taubenhaus parken. „Wir haben Verständnis für die Beschwerden, aber wir bitten darum, uns die Zeit zu lassen, die es braucht, bis die Tauben das Haus voll akzeptieren“, sagt Melchior. Nach etwa einem Jahr, fügt Andreas Ney, städtischer Umweltschutzbeauftragter, hinzu, würden sich die Tauben 80 Prozent des Tages in dem Haus aufhalten. „Sie finden dort Futter, sind in Sicherheit und haben eine Brutstätte“, erklärt er. 240 Brutstätten sind vorhanden, 480 Tauben finden Unterschlupf, mit dem Hintergrund, die Eier durch Gipseier zu ersetzen und so den Bestand zu regeln. Dafür sorgen ehrenamtliche Tierschützer von Witas und Nabu, die sich auch um die Pflege des Taubenhauses kümmern. Bei der letzten Zählung vor etwa sieben Jahren wurden rund 800 Tauben gezählt. Es dürften jetzt zwar mehr sein, schätzt Melchior, aber mit drei Häusern könnte man das Gros der Tauben unterbringen. Daher werde nach weiteren Standorten für Taubenhäuser gesucht.

Im Mai wurde die Anfütterung beendet, seither finden die Tauben nur noch im Haus Futter, aber leider nicht nur sie. Auch Saatkrähen freuen sich über die Mahlzeiten. Ein weiteres Ärgernis, aber: „Wir werden das Haus baulich so verändern, dass die Krähen nicht mehr ans Futter kommen“, versichert der Beigeordnete.

Problematischer ist da die Situation unter der Alten Saarbrücke. Dort wurden im Zuge der Sanierung Netze angebracht, um das Bauwerk vor Tauben zu schützen, die aber immer wieder aufgerissen werden, sodass die Tauben doch unters Brückendach gelangen. Sterben sie dort, liegen die Kadaver auf den Netzen. „Das ist unangenehm, aber es ist aufwendig und kostspielig, diese zu entfernen“, erklärt Melchior. Daher sollen die Netze nur an für Passanten unzugänglichen Stellen verbleiben.

 

Meinung:
 

Den Ärger einfach wegwischen

Von SZ-Redakteur Marc Prams

Wo Tauben sind, fliegen Tauben hin, weiß der Volksmund. Genau das ist die Krux mit dem Taubenhaus und der Alten Saarbrücke. Denn bevor Tauben ins Taubenhaus fliegen, müssen sie erst mal wissen, dass es das überhaupt gibt. Daher die Anfütterung. Und was oben rein geht, kommt nun mal unten wieder raus. Klar ist es ärgerlich, wenn diese Notwendigkeit auf dem eigenen Auto verrichtet wird, aber dieser Ärger lässt sich mit einem Tuch rasch beseitigen. Anders verhält sich es an der Saarbrücke, wo Tauben hinfliegen, weil schon welche dort sind. Weil Löcher ins Netz gerissen werden. Ein Ärger , der die Stadt Geld kostet. Und wirklich nicht sein muss.  
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