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Die Trendsportart Klettern kann helfen, Blockaden abzubauen

DAV-Bergwanderführer Achim Haug (rechts) hilft den Teilnehmern in seinen Kursen, ihre Höhenangst zu überwinden. Fotos: Axel Künkeler</p>

DAV-Bergwanderführer Achim Haug (rechts) hilft den Teilnehmern in seinen Kursen, ihre Höhenangst zu überwinden. Fotos: Axel Künkeler

Seit rund 30 Jahren gibt es im Sportzentrum der Gemeinde Ensdorf eine Kletterhalle. Das Angebot wird in den vergangenen Jahren immer stärker angenommen. Klettern liegt im Trend. Vor allem Kinder und Jugendliche lernen dabei ganz schnell, mit der Höhe klarzukommen.

Unter Höhenangst leiden viele Menschen. Die Dunkelziffer der Wanderer, Bergsteiger , Mountainbiker und Wintersportler, die damit zu tun haben, ist hoch. Die Bergwelt ist für sie nur noch das halbe Vergnügen, wird oftmals sogar ganz gemieden. Hans Baldauf kennt das Thema aus eigener Erfahrung.

 

Nachfrage steigt stetig

„Meist sind die Eltern ängstlich, wenn sie ihre Kinder bei uns in die Höhe klettern sehen“, sagt der Jugendleiter im Deutschen Alpenverein (JDAV), der auch der Landesjugendleitung in der Jugendorganisation des Alpenvereins angehört. In Ensdorf betreut er jeden Mittwoch eine Gruppe von 15 bis 35 Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs Jahren bis Mitte zwanzig.

 

In den vergangenen zwei, drei Jahren sei die Nachfrage stark angestiegen, berichtet Baldauf: „ Klettern boomt, es ist einfach Wahnsinn.“ Auch zwei Flüchtlinge aus Afghanistan sind dazu gestoßen, haben sich in die Gruppe integriert. Ebenso junge Menschen mit Handicaps. Doch für gezieltes, therapeutisches Klettern fehlen dem JDAV die dazu geschulten Betreuer. Die Begeisterung bei den jungen Leuten ist groß, schnell verfliegt die bei einigen vorhandene Angst vor der Höhe. Dann müsse er die Sicherungstechnik erklären und motivieren, sagt Baldauf: „Mit dem Seil kann ich sogar ein Pferd hochziehen.“

 

Eltern kommen oft dazu

Das halte eine Last von zwei Tonnen, weiß er. Die Kinder vertrauen ihm und setzen sich vor dem nächsten Griff auch mal in den Gurt, der ebenso tragfähig ist. Mit jedem Meter, den die Kleinen höher kraxeln, wächst der Stolz. Erklären und motivieren, probieren, die Angst verlieren, lautet das Credo von Hans Baldauf. Mit den Kindern kommen oft die Eltern zum Klettern . Manche trauen sich zunächst nicht, dann wird es ausprobiert, und schnell kommt die Begeisterung, erzählt der JDAV-Betreuer. Das Thema Höhenangst sei nicht der Auslöser, werde aber beim ersten Training oft zum Thema. Bei den Erwachsenen sei es stärker ausgeprägt als bei jungen Menschen. Es dauere bei ihnen zudem länger als bei Kindern, bis die Angst vor der Höhe überwunden sei.

 

Wichtiger als Mentaltechniken oder Psychotherapien sei das Wissen um die richtige Technik beim Gehen wie beim Klettern und das nötige Sicherheitsbewusstsein, betont Baldauf. Den gleichen Ansatz verfolgt auch der DAV bei den überregionalen Angeboten zur Überwindung von Höhenangst.

Der Basiskurs im DAV-Haus am Spitzingsee in Bayern gehört zu den wenigen Angeboten für Menschen mit Höhenangst. Die richtige Gehtechnik zur Erlangung von Trittsicherheit und Blicksteuerung zur Vermeidung von Schwindel werden dabei von Achim Haug, einem erfahrenen DAV-Wanderführer und Sport-Mentalcoach vermittelt.

 

Zum Thema:

 

Auf einen Blick Die Kletterhalle Ensdorf wurde Mitte der 1980er Jahre gebaut und im Zuge der Renovierung des Sportzentrums vor zehn Jahren komplett umgebaut. Träger der Halle sind die DAV-Sektionen Bergfreunde Saar (SBS) und der Alpenverein und Skiclub Saarbrücken (ASS) sowie der Saarländische Bergsteiger- und Skiläuferbund. Daten: je 200 Quadratmeter Hallen- und Kletterfläche, zehn Quadratmeter Dach-Überhangfläche, 80 Quadratmeter Boulderfläche, Wandhöhe 7,50 Meter, maximale Kletterlänge 20 Meter, Schwierigkeitsgrad vier bis neun ist möglich. ajk

Ansprechpartner Hans Baldauf, Telefon (0172) 6 83 51 74, E-Mail hans_baldauf@web.de. bergfreunde-saar.de

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