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Die Zahl der Saar-Studenten steigt schneller

Saarbrücken. In ganz Deutschland ächzen die Hochschulen unter der Studentenflut. Doppelte Abiturjahrgänge in Niedersachsen und Bayern sowie die Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes sorgen im Wintersemester bundesweit für überfüllte Hörsäle. Auch die Saar-Universität hatte erwartet, dass in diesem Jahr besondere Belastungen auf sie zukommen würden.

Dass die Zahl der Immatrikulationen so hoch sein würde, hat dann aber doch überrascht. „Die Zahl der Studenten stieg in den vergangenen drei Jahren sogar über das Maß hinaus, das durch den doppelten Abiturjahrgang erwartet wurde“, berichtet Uni-Präsident Volker Linneweber.

Rund 4000 Studenten haben sich bisher für das kommende Semester an der Saar-Uni neu eingeschrieben, davon 2800 Studienanfänger. Am Ende der Einschreibungsfrist dürfte die Hochschule die Marke von 18.200 Studenten erreichen. Zum letzten Mal waren Anfang der 90er Jahre so viele junge Menschen an der Saar-Uni eingeschrieben. „Wir haben rund 20 Prozent mehr Studenten als noch vor zwei Jahren“, so Linneweber. Im Vergleich zum vergangenen Wintersemester werde mit einem plus von rund 600 Studenten gerechnet.

Von den Rekord-Einschreibungen konnten sich auch die Studenten auf der Semestereröffnungsfeier überzeugen, bei der sie dicht gedrängt auf den Bänken und Treppen des überfüllten Audimax saßen. Besonders beliebt sind bei den Studienanfängern in diesem Semester die Fächer Rechtswissenschaft (308 Erstsemester), Medizin (278), Betriebswirtschaftslehre (267) und English: Linguistics, Literatures and Cultures (233).
Hohe Zuwachsraten gibt es unter anderem in der Wirtschaftsinformatik. Hier haben sich 138 Studienanfänger eingeschrieben, im vergangenen Wintersemester waren es 64. Der Anteil ausländischer Studenten wurde im Vergleich zum Wintersemester 2010/11 auf aktuell 16,1 Prozent (2731) gesteigert. Bis November würden noch rund 200 zusätzliche Studierende erwartet. „Dieser Wert ist bundesweit einzigartig“, so der Präsident.

Der Studentenansturm sorgt an der Hochschule für Freude und Sorge zugleich. „Der Andrang zeigt einerseits, dass die Hochschule attraktiv ist“, sagt Linneweber, andererseits mache man sich Sorgen, was die Zukunft betreffe. Neben doppelten Abiturjahrgängen steige auch die allgemeine Studienneigung massiv. Um dies zu verkraften, bräuchten die Hochschulen dringend mehr Mittel für Personal- und Sachausstattung. Durch den bis 2013 vereinbarten Hochschuletat sei die Lage an der Saar-Uni zwar noch „recht entspannt“, was danach komme, sei angesichts der gegenwärtigen Spardiskussion allerdings ungewiss. Daher auch sein erneuter Appell an die Politik, schnellstmöglich Klarheit über die weitere Hochschulentwicklung zu schaffen. Sollte der Haushalt der Saar-Uni ab 2014 nicht steigen, müsse die Uni „die NC-Schraube deutlich anziehen, wenn die Qualität der Lehre gehalten werden soll“.

In diesem Zusammenhang wies der Uni-Präsident darauf hin, dass Hochschulmitarbeiter und Studenten als Konsumenten und Steuerzahler einen erheblichen Wirtschaftsfaktor für das Bundesland darstellen. Alleine die Universität des Saarlandes bringe dem Land jährlich mehr als 500 Millionen Euro an Wertschöpfung.
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