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Die berühmteste Brause der Welt wird 125

Atlanta. Viele gute Geschichten beginnen mit einem Geheimnis. So auch die der zuckersüßen Brause, die ein geschäftstüchtiger Apotheker erfand. Wie viele seiner Zeitgenossen versuchte John Stith Pemberton, mit der Wunderdroge Kokain Kasse zu machen, die zu Beginn der Prohibition in den USA ein ganz legales Produkt war. Er mischte in seinem Labor aus Koka-Blättern, Kola-Nüssen, Zuckersirup und Aromastoffen ein Getränk zusammen, das er unter dem Namen „Pemberton's French Wine Coca“ als Medizin verkaufte. Das erste Glas sprudelte am 8. Mai 1886 aus dem Limonaden-Brunnen von „Jacob's Pharmacy“ in Atlanta. Die Apotheke verkaufte die Geheimmischung für fünf Cent. Pembertons Buchhalter Frank Robinson fand den Namen „French Wine Coca“ nicht wirklich passend. Stattdessen schlug er vor, das Getränk nach seinen beiden Hauptbestandteilen „Coca-Cola“ zu nennen. Kurz vor seinem Tod 1888 verhökerte der schwer von Morphinen abhängige Pemberton seine Geheimformel gleich mehrfach. Neben Asa Griggs Candler erwarben vier weitere Geschäftsleute Rechte an der Erfindung. Die rechtlichen Streitigkeiten zogen sich bis weit ins neue Jahrhundert hin. Wobei Candler die Oberhand behielt.

Anteil an Koffein um 90 Prozent reduziert

1892 gründete der Apotheken-Großhändler ein Unternehmen mit dem Namen „The Coca Cola Company“. Daraus ging der Konzern hervor, der heute stolz den 125. Geburtstag einer Marke feiert, die rund um die Welt mehr Menschen kennen als jede andere. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, veränderte Candler die Original-Rezeptur. Als erstes reduzierte er den Anteil an Koffein um 90 Prozent.

1903 verschwand das Kokain. Candler fügte Aromastoffe hinzu und nahm andere heraus. Dabei wachte er wie besessen über die Geheimhaltung der Formel. Zusammen mit seinem Sohn Howard und ein paar vertrauenswürdigen Mitarbeitern kratzte er die Etiketten der verwandten Zutaten ab und versah sie mit Nummern. Das fertige Konzentrat erhielt den legendären Namen „Code 7X“.

Präsenz in praktisch allen Staaten der Welt

Das eigentliche Verdienst des Geschäftsmanns bestand jedoch darin, die Brause aggressiv vermarktet zu haben. 1912 steckte Candler die unerhörte Summe von einer Million US-Dollar in die Werbung. Die Marketing-Strategen erfanden später den modernen „Santa Claus“, der in der Pop-Kultur seitdem so sehr zu Weihnachten gehört wie der Tannenbaum. Und sie unterstützten als erstes Unternehmen offiziell die Olympischen Spiele. Mit einer Präsenz in praktisch allen Staaten der Welt hat Coca-Cola heute eine Marken-Kennung wie kein anderes Unternehmen.

Die legendäre Flasche ging aus einem Wettbewerb hervor, den die „Coca Cola Company“ 1915 startete. Mit dem Ziel, ein Design zu entwickeln, „das eine Person selbst im Dunkeln erkennen kann“.

Der Erste Weltkrieg versetzte Coca Cola einen schweren Schlag. Gegen Ende des Krieges gab es einen weltweiten Zuckerengpass. Die Versorgung war nur zu horrenden Preisen möglich. Candler sah sich gezwungen das Unternehmen an eine Gruppe von Investoren um Ernest Woodruff aus Atlanta zu verkaufen. Woodruff heuerte den Chemiker W.P. Heath an, der als erster die Geheimformel Candlers zu Papier brachte. Dies hatten die New Yorker Geldgeber als Sicherheit für die Vergabe des dringend benötigten Kredits für den Zuckerkauf verlangt.

„Coca-Cola“ auf Platz eins der Käufergunst

1925 reiste Woodruff mit dem Zug nach New York, um den blauen mit Wachs versiegelten Umschlag nach Rückzahlung der Kredite persönlich abzuholen. Seitdem ruht er in einem Tresor der heutigen „Sun Trust“ Bank von Atlanta. Pünktlich zum Jahrestag berichtet nun der öffentliche Radiosender NPR in seinem Programm „This American Life“ über den Fund der Original-Formel in den Archiven des Weltkonzerns. Diese sei deckungsgleich mit Aufzeichnungen Pembertons in dessen Tagebuch. Coca-Cola bestreitet vehement, dass dies die geheime Original-Rezeptur sei. Doch wie schon in früheren Fällen bleibt es bei den Dementi. Vor Gericht streitet sich der Konzern jedoch nicht, da er für die Formel kein Patent angemeldet hat. Damit nämlich müsste der Brausehersteller sein so gut gehütetes Geheimnis tatsächlich preisgeben. Der weltgrößte Hersteller nicht-alkoholischer Getränke hat ohnehin wenig zu befürchten. Die Verkaufszahlen des vergangenen Jahres sehen „Coca-Cola“ auf Platz eins der Käufergunst, „Diet Coke“ auf Platz zwei und abgeschlagen dahinter „Pepsi-Cola“.

„Eine Coke ist eine Coke“, meinte vor Jahren schon Andy Warhol, der intuitiv die Bedeutung der amerikanischen Ikone begriff. „Der Präsident trinkt Coke, Liz Taylor trinkt Coke, und überlege selber mal, Du kannst auch eine Coke trinken.“ Selbst der Penner an der Ecke trinke dieselbe Coke. Egal was jemand ausgebe, „es gibt keine bessere Coke“. Damit es so bleibt, hütet der Konzern weiter den blauen Umschlag in dem Tresor der „Sun Trust“-Bank. Und behauptet standhaft, außer der Konzernspitze kenne niemand die Formel. Der Mythos lebt.

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