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Dienstbereit und doch am Ball

Die Tische müssen noch zur Seite geräumt und die Stühle im Halbkreis angeordnet werden. Dann ist der Stabsraum der Saarbrücker Berufsfeuerwehr gerüstet für das Fußballspektakel des Jahres. Heute Abend um 21 Uhr beginnt in Paris die Fußball-Europameisterschaft mit der Partie Frankreich gegen Rumänien.

 

„Wir haben grünes Licht von der Amtsleitung bekommen. Wir dürfen die Spiele der Europameisterschaft gucken“, sagt Jürgen Comtesse, Dienstgruppenleiter bei der Berufsfeuerwehr.

 

Während sich Millionen Fußball-Fans hierzulande in der Freizeit die Spiele der deutschen Nationalmannschaft anschauen, müssen andere arbeiten. So auch am Sonntag, um 21 Uhr, wenn die Mannschaft beim ersten Gruppenspiel in Lille auf die Ukraine trifft. 24 Mann werden zu diesem Zeitpunkt im Feuerwehrdienst auf der Wache 1 in Saarbrücken sein. „Wir werden das Spiel im Stabsraum mit Beamer und Leinwand verfolgen. Wenn wir alarmiert werden, ist das Spiel für uns allerdings sofort vorbei“, sagt Wachabteilungsführer Rainer Freidinger.

 

Auf etwa 40 Einsätze kommt die Berufsfeuerwehr am Tag, womit die Wahrscheinlichkeit, während eines EM-Spiels ausrücken zu müssen, durchaus hoch ist. Sogar noch höher ist diese Wahrscheinlichkeit bei der Polizeidienststelle St. Johann, wo 90 Beamte im Einsatz sind. „Wir haben in mehreren Räumen die Möglichkeit, die Spiele zu schauen. Allerdings wird in den meisten Fällen nur Zeit für einen kurzen Blick auf den Fernseher sein“, sagt Harald Groß, stellvertretender Dienststellenleiter in St. Johann. Zudem hat die Polizei ein spezielles Einsatzkommando für die WM, das sich nach Spielen, etwa bei einem Autokorso, um die Sicherheit kümmert.

 

„Die Kommandos werden kein Spiel der Mannschaft zu Ende gucken können, da der Einsatz bereits vor dem Schlusspfiff losgeht. Erfahrungsgemäß ist nach Spielen der Italiener, Türken oder Deutschen am meisten los“, sagt Groß.

 

Verhältnismäßig beschaulich geht es dagegen in der Rettungswache Kleinblittersdorf zu. Zwei Mann sind dort rund um die Uhr und müssen etwa fünfmal am Tag ausrücken. „Wir können auf der Wache die Spiele gucken. Aber bei Alarm sind die Spiele für uns gelaufen“, sagt Rettungsassistent und Fußballfan Sebastian Stuppi, der am Sonntagabend während des Spiels der Deutschen Dienst hat.

 

Und was ist mit den Pförtnern am Eingang der Saarbrücker Zeitung? Wie Hans-Joachim Böhm, Leiter der SZ-Innenverwaltung, mitteilt, dürfen sie Spiele ab 18 Uhr schauen. Carmelo Sacco von der Werk- und Industrieschutz (WUI) GmbH freut das, auch wenn der 33-Jährige noch nicht so genau weiß, wem er beihalten soll. „Ich bin Sizilianer. Aber in mir schlagen ein deutsches und ein italienisches Herz. Wenn beide aufeinandertreffen, möge der Bessere gewinnen.“  
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