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Diese Drei sammeln Unterschriften für einen Saarbrücker Skate-Park

Setzen sich für eine neue Skateanlage im Bürgerpark ein: Benedikt Schmidt, Daniel Gluche und Stefan Schmidt (v.l.).

Setzen sich für eine neue Skateanlage im Bürgerpark ein: Benedikt Schmidt, Daniel Gluche und Stefan Schmidt (v.l.).

Von SZ-Redaktionsmitglied Katrin Meyer

Saarbrücken. Der Bürgerpark ist wie ausgestorben. Außer zwei Spaziergängern mit Hund ist niemand zu sehen. Die große mit Graffiti besprühte Beton-Halfpipe vor dem roten Backstein-Rondell wirkt verlassen.
Dass hier niemand unterwegs ist, liegt nicht nur an den Temperaturen. „Seit acht Jahren war ich nicht mehr hier“, meint der 23-jährige Benedikt Schmidt, der seit etwa zwölf Jahren skatet und regelmäßig an Contesten teilnimmt. „Hier ist einfach tote Hose“, erklärt Daniel Gluche. Der 33-jährige freiberufliche Projektmanager ist seit 21 Jahren auf dem Brett unterwegs.

Die beiden sind Teil der Initiative „SB Movement“, die sich für eine neue Skateanlage im Bürgerpark einsetzt. Ebenso ihr Skater-Kollege Stefan Schmidt (23). Heute sind die drei Sportler nur aus einem ganz bestimmten Grund hierhergekommen. Sie wollen zeigen, warum die Anlage seit Jahren im Park herumsteht, als wäre sie Dekoration. Neben der Halfpipe gehören noch zwei kleine Rampen und ein Geländer zum Skatepark.
„Die Anlage kann man einfach nicht gefahrlos benutzen“, sagt Benedikt Schmidt. „Das Schlimmste ist der Boden“, so der HTW-Student aus Neunkirchen. „Er ist einfach zu uneben und zu rau“. Wenn man beim Skaten hinfiele, käme es schnell zu üblen Schürfwunden. Das Problem bei der Halfpipe: „Die Proportionen stimmen nicht“, erklärt Stefan Schmidt aus Wahlschied. Die Seiten seien zu steil und der Mittelteil viel zu kurz. „Überall wurden die falschen Materialien verwendet, wie zum Beispiel hier“, ergänzt Daniel Gluche. Er zeigt auf das Geländer: „Das ist nicht glatt genug, man bleibt hängen. Es funktioniert einfach nicht.“

Im Winter fahren die drei Skater etwa zwei Mal die Woche in die Skatehallen nach Luxemburg, Trier oder Karlsruhe, um ihren Sport ausüben zu können. In den anderen Jahreszeiten seien die Anlagen in St. Wendel, St. Ingbert und Saarlouis eine Alternative. Doch auch die könnten mit dem internationalen Standard in Trier und Luxemburg nicht mithalten.
Seit gut zwei Monaten sammelt die Initiative „SB Movement“ in Skateläden Unterschriften. Sie möchte sich zunächst einen Überblick über die saarländische Skate-Szene verschaffen. Im nächsten Schritt soll dann ein Gespräch mit Vertretern der Stadt folgen.
„Wir werden uns gerne mit der Initiative zusammensetzten, um über das Thema Skaten im Bürgerpark zu sprechen“, sagt Thomas Blug, Pressesprecher der Stadt Saarbrücken. Die Initiative wünscht sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Skater-Szene und der Stadt, die dann gemeinsam an der Umsetzung eines neuen Skateparks arbeiten.
Etwa 100 Meter entfernt von der Anlage im Bürgerpark hört man Rollen über den Asphalt fahrenund die klickenden Geräusche von aufprallenden Skateboards. Im halb leeren Parkhaus unter der Westspange machen drei junge Skater etwas gelangweilt ihre Sprünge.

Ob sie die Anlage bei besserem Wetter nutzen? Die Jungs schütteln den Kopf. „Der Park ist einfach zu kaputt“, meint einer von ihnen. „Deshalb fahren wir meist auf der Straße.“ Sie seien zum Beispiel vor der Europagalerie oder vor der Kongresshalle unterwegs. „Aber oft werden wir weggeschicktSo langsam wird’s langweilig“, sagt er. Über einen neuen brauchbaren Skatepark würden sie sich freuen. Alle haben das Movement-Projekt bereits unterschrieben. Genauso wie etwa 450 andere saarländische Skater und Unterstützer. Die Aktion läuft bis Anfang Januar. „Ich denke, bis dahin werden wir etwa auf 500 kommen“, meint Gluche, treibende Kraft der Initiative.
Daniel Gluche, der aus Bübingen stammt, kann sich gut an die alten Zeiten des Skateparks erinnern, als es noch eine andere Anlage gab. . „Damals war der Bürgerpark noch der zentrale Treffpunkt der Szene.“ Das ist bereits rund 15 Jahre her. Die jüngeren Skater haben einfach nichts mehr. Benedikt Schmidt: „Die Szene braucht einfach eine konkrete Heimat, das sollte Saarbrücken sein.“

Skater und andere Unterstützer können bis 11. Januar im Wind in Saarbrücken und anderen saarländischen Skaterläden Sportys in Neunkirchen, Lebach, St. Wendel und im Balance Saarlouis ihre Unterschriften abgeben oder online über die Homepage.

weLoveSB.com/sbmovement
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