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Diese Saarbrücker Gemeinden besitzen Blitzer

Von Peter Wagner und Dennis Langenstein (beide SZ)

Saarbrücken. Zu den hartnäckigsten Gerüchten zählt die Mär von den Radarfallen, mit denen unsere Gemeinden im Regionalverband angeblich reich werden. Dabei ist es so, dass die eingezogenen Verwarngelder bei Weitem nicht genügen, um die Personalkosten für die Überwachung zu decken. Und eine arme Gemeinde wie Großrosseln hat nicht einmal Geld, um eine Überwachungsanlage anzuschaffen. Ein gutes Gerät koste etwa 60.000 Euro, ohne Software, heißt es im Rathaus.

Der Warndtort ist die einzige Kommune im Regionalverband, in der es auf absehbare Zeit keine kommunale Verkehrsüberwachung geben soll. In fast allen anderen Orten hat sich die Radarüberwachung des fließenden Verkehrs durch kommunale Mitarbeiter seit Jahren bewährt. Die vor zehn bis 15 Jahren geäußerten Bedenken, die Verkehrsteilnehmer würden durch ungeschulte Blitzer abgezockt, haben sich weitgehend zerstreut.

Die Kontrollen genießen weithin Akzeptanz, trotz gelegentlicher Ausreißer wie vor einiger Zeit in Heusweiler, als aus einem verkehrswidrig geparkten Auto an einer unbebauten Straße kontrolliert wurde. Kontrollen sollen schützen Hauptgrund für die Überwachung durch die Gemeinden ist die Verkehrssicherheit.  Die Bürger verlangen von der öffentlichen Hand Schutz vor Geschwindigkeitsübertretungen.


Da die Polizei mit ihren Mitteln nicht stark genug ist, bis in die Winkel der Ortsteile vorzudringen, sind die Ordnungsbehörden in den Rathäusern als Kontrolleure gefragt. „Insgesamt gehen bei uns mehr Beschwerden darüber ein, dass zu wenig kontrolliert wird, als dass wir Abzocke betreiben würden“, bringt es der Saarbrücker Sprecher Thomas Blug auf den Punkt. Saarbrücken hat im Sommer 2010 eine zweite Messanlage angeschafft, mit der auch nachts und bei Regen zuverlässig kontrolliert werden kann. Vor allem an Schulen, Kindergärten, Senioren- und Pflegeheimen, in verkehrsberuhigten Wohngebieten und an besonderen Gefahrenstellen werde gemessen, heißt es. Wie Blug, so versichert auch der Völklinger Sprecher Uwe Grieger, dass die Kontrolleure konkreten Bürgerbeschwerden nachgingen.

In Saarbrücken wurden im Vorjahr dem Vernehmen nach etwa 360.000 Euro nach Radarmessungen in Rechnung gestellt, in Völklingen waren es 50.000 Euro. Der Anteil der Widersprüche hält sich nach Auskunft der Verantwortlichen allerorten in Grenzen, gleichwohl sind die Messergebnisse bei den Ertappten tendenziell „nicht unumstritten“, was zu sorgfältiger Arbeit verpflichte, so Joachim Pfeifer, Leiter der Ortspolizeibehörde Quierschied. Gleichzeitig macht man sich aber auch Sorgen um die Mitarbeiter, weil „die Aggressionsschwelle mancher Betroffener sinke“, so Roman Kühn, Fachbereichsleiter vom Ordnungsamt  Friedrichsthal. Hier und da würden die Kontrolleure übel beschimpft, obwohl an der Qualität ihrer Arbeit nichts zu bemängeln sei. Die Gemeinde hat ihr Messgerät übrigens von Sulzbach gemietet. Das ist wohl ein Modell mit Zukunft.

Auch in Kleinblittersdorf, wo noch nicht gemessen wird, sucht man derzeit einen Partner, um gemeinsam Raser zu blitzen, verrät Bürgermeister Stephan Strichertz. Im Köllertal hat die Gemeinde Heusweiler durch Geschwindigkeitskontrollen im Jahr 2010 79.560,76 Euro an Verwarngeldern und 258 Bußgelder in Höhe von 22.640 Euro eingenommen. Die meisten Vergehen wurden im Bereich der Illinger Straße, am Fußgängerüberweg zur Grundschule Dilsburg gemessen. Damit liegt die Gemeinde, mit Einnahmen von 102.200,76 Euro, weit vorn im Köllertaler Vergleich. Ab 40 Euro kriegt’s das Land Allerdings fließen nur die Verwarngelder bis 35 Euro in die Gemeindekassen, Bußgelder fließen der Landeskasse zu.

In Riegelsberg wurden Verwarngelder in Höhe von 46.000 Euro ausgesprochen. Hinzu kommen Bußgelder von insgesamt 14.000 Euro, die in die Landeskasse fließen. 2388 Verstöße wurden in der Gemeinde geahndet, davon 164 im Bußgeldbereich. Die Höchststrafe in Riegelsberg wurde mit einer Geschwindigkeitsübertretung von 47 Kilometern pro Stunde in einer 30-Kilometer-Zone erteilt. Der Verstoß brachte ein Bußgeld von 200 Euro, vier Punkte in Flensburg sowie einen Monat Fahrverbot mit sich. Die meisten Verkehrssünden wurden in den Durchgangsstraßen der 30-Kilometer-Zonen geahndet. In Püttlingen spülte der fließende Verkehr 29.335 Euro in die Kassen. Bisher seien davon 26.654,91 Euro eingenommen. Mit nur 72 Bußgeldfällen verbleibt in der Gemeinde das Gros des Geldes.

Bernd Bläs, Ordnungsamtsleiter der Stadt Püttlingen, erklärt den Unterschied in der Höhe der Einnahmen zu Riegelsberg und Heusweiler mit der Bundesstraße 268, die durch die beiden Gemeinden starken Durchgangsverkehr schleust. Die meisten Geschwindigkeitsübertretungen in Püttlingen wurden in den Straßen In der Humes, Köllner Straße und Saarlouiser Straße registriert. Als höchste Strafe wurde eine Tempoüberschreitung im Bereich von 31 bis 40 Kilometern pro Stunde gemessen. Diese kostete den Fahrer 160 Euro, drei Punkte und einen Monat Fahrverbot.



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