Saarland / Luxemburg: Landesgrenze BAB 8 (D) / A 13 (Lux.), Tunnel Markusbierg in Luxemburg ist wegen Feuerübung bis zum Ende des 21.10.17 gesperrt, Verkehr wird an der AS Schengen abgeleitet. (20.10.2017, 23:07)

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Diese Saarländerin hat es ganz nach oben geschafft

Saarbrücken. Arno Walter hatte ein glückliches Händchen. Der Justizminister von SPD-Regierungschef Oskar Lafontaine war 1990 auf der Suche nach einer neuen persönlichen Referentin und Pressesprecherin, als er in den Personalakten der Nachwuchs-Richter blätterte und auf den Namen Monika Hermanns stieß. Walter kannte sie nicht näher, aber das Talent der gebürtigen Emsländerin hatte sich bereits bis zu ihm und seinem Staatssekretär Roland Rixecker herumgesprochen.

Steile Karriere
Nach einer jahrelangen Karriere in der saarländischen Regierungsbürokratie und in der Justiz krönt die Top-Juristin jetzt ihre Karriere – und beschert dem Saarland ganz nebenbei einen fast historischen Tag: Mit der gestrigen Wahl der 51-Jährigen zur Richterin am Bundesverfassungsgericht wird erstmals ein Vertreter aus der saarländischen Justiz eine rote Robe, das exklusive Symbol des höchsten deutschen Gerichts, tragen. Am Dienstag händigt ihr der Bundespräsident die Ernennungsurkunde aus.

Arbeit an der Saar-Uni
So richtig hatte Hermanns, die in den 80er Jahren zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin am Europa-Institut der Saar-Universität war, niemand auf der Rechnung. Wenn es im Saarland um einen möglicherweise bevorstehenden Absprung nach Karlsruhe ging, fiel immer nur der Name von Ministerpräsident Peter Müller (CDU), dem ein entsprechendes Interesse nachgesagt wird.

Der Wahl geht üblicherweise ein diskretes Sondierungsverfahren voraus, bei dem das Vorschlagsrecht für die Richterposten unter den Parteien wechselt. Hermanns wurde von der SPD vorgeschlagen. Es ist kein Geheimnis, dass sie den Sozialdemokraten nahesteht: Die 51-Jährige war nicht nur enge Mitarbeiterin von Justizminister Walter, sondern leitete in den 90er Jahren auch die Abteilung Recht und Koordination in der SPD-geführten Staatskanzlei, in der die Fäden sämtlicher Ministerien zusammenlaufen.

Lob von allen Seiten
Allerdings spielt Parteipolitik im Alltag eines Verfassungsrichters traditionell keine Rolle. Hermanns’ früherer Chef Reinhard Klimmt nennt sie eine „ruhige und zuverlässige Frau mit hoher juristischer Kompetenz“ und bescheinigt ihr, Aufgaben „unaufgeregt, solide und fähig“ zu erledigen.

Mit diesen Attributen ließe sich auch ihre juristische Qualifikation beschreiben. Schon 1999 hatte ihr Förderer Arno Walter sie – damals zunächst erfolglos – für einen Posten beim Bundesgerichtshof (BGH) ins Gespräch gebracht. Sie entschied sich für eine Rückkehr in die saarländische Justiz. Am Oberlandesgericht erwartete sie der einstige Justiz-Staatssekretär Rixecker, der dort mittlerweile als Präsident amtierte.

Seit 2004 Richterin am BGH
Hermanns sei unter den Kollegen am Gericht nicht nur sehr beliebt gewesen, sondern eine „hoch intelligente und kluge Frau“, schwärmt Rixecker. Sie könne sehr gut zuhören und „sehr genau prüfen, was an fremden Argumenten zutrifft“. Rixecker war es auch, der 2004 Hermanns nächsten Karriereschritt einfädelte, die Wahl zur Richterin am BGH. Obwohl bei dem Gericht die beiden in einem informellen Regionalproporz vorgesehenen Stellen fürs Saarland schon besetzt waren, bekam sie den Job – was ihre Qualifikation unterstreicht.

Ihr neuerlicher Karrieresprung hat indes Auswirkungen auch im Saarland: Ihren (nebenamtlichen) Posten als Richterin des saarländischen Verfassungsgerichtshofes muss sie aufgeben. Dort war sie zuletzt übrigens die Fachfrau („Berichterstatterin“) für das strenge Nichtraucherschutzgesetz, das der Gerichtshof im Juni nach Anträgen mehrerer Wirte vorerst gestoppt hatte.

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