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Dieser Disco-Boss will den Bostalsee mit einem Beachclub aufmotzen

Joachim

Joachim "Cassius" Clemens inmitten von Flaschen.

Er hält sich nicht für den geborenen Redner. Doch wenn Joachim Clemens erstmal in Fahrt kommt, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Dann ist der passionierte Disco-Chef nicht zu bremsen. Wie am Montagabend, als der Betreiber des legendären St. Wendeler Flashs dem Kreistag seine neueste Idee präsentierte (wir berichteten): Ein moderner Beachclub für 400 Besucher schwebt ihm am Bostalsee vor, wie er ihn von Reisen nach Ibiza oder Los Angeles kennt. Mit Barkeepern, Bedienung am edlen Liegestuhl, leichter DJ-Untermalung und einem Pool, in dem die Gäste ihre Beine baumeln lassen und abkühlen können, während sie Cocktails schlürfen. Dafür soll der in die Jahre gekommene rustikale Biergarten weichen. Ist das nicht nur was für Junge?

Darauf angesprochen, schwoll Cassius, wie der Tanztempel-Pionier in Szene-Kreisen genannt wird, ein wenig der Hals. „Diese Frage stellen immer nur Menschen auf dem Land. In Los Angeles und auf Ibiza fragt das niemand.“ Da nutzten Gäste jeden Alters das Angebot. Berichtet der 60-Jährige, der betont, bis heute Discos zu besuchen. Als Gast! Gleichfalls Feuer und Flamme schilderte Clemens dem Kreistag erste Details seines noch groben Konzepts. Dies sieht unter anderem vor, dass ein Anbau ans Bosaarium – mittlerweile der Hallenspielplatz Bosiland – sogar wintertags genutzt werden kann. Glasschiebeelemente sollen Gäste dafür vor Zugluft schützen, ein kaminähnlicher Grillplatz ganzjährig angenehmes Ambiente mit Grilladen verschaffen. Ein erster Plan freilich, den in Clemens’ Auftrag der Dillinger Architekt Tassilo Luft erstellte. Der, wenn es die Regionalpolitiker für gut befinden, bereits bis Sommer realisiert werden könnte, kündigte der Disco-Boss an. Und da regte sich seitens der SPD ob der allzu vagen Infos über das, was da entstehen soll, Widerstand. Zwar schickte ihr Fraktionschef Magnus Jung voraus: „Es ist dringend an der Zeit, Verbesserungen herbeizuführen.“

Das liege im öffentlichen Interesse. Womit er auf einer Wellenlänge mit dem möglichen Investor liegt, der bis zu eine Million Euro locker machen will. Clemens, der mit seiner Gesellschaft neben dem St. Wendeler Club Lindenau und der Disco Flash seit zehn Jahren auch den Bostalsee-Biergarten betreibt: „Die alten Bewirtungshütten aus Holz sind verwittert, verrottet. Der Biergarten spiegelt den Zeitgeist von vor 20 Jahren wider. Der Weg geht hin zu hochwertiger Gastronomie.“ Doch das allein vermochte den Sozialdemokraten nicht potz Blitz zu überzeugen. Ihm fehlten „ordentliche Vorbereitungsunterlagen“, um jetzt zu entscheiden. Die Bilder, die der Architekt den Politikern während ihrer Sitzung präsentierte, reichten Jung nicht aus.

Er verlangte, die Abstimmung zu vertagen und bat um mehr Details. Indes für aussagekräftig genug erachtete Friedbert Becker (CDU) die Vorstellung, da es sich um eine Grundsatzentscheidung drehe, den Weg für eine neue Nutzung freizumachen. Damit werde kein Freibrief erteilt. Becker: „Wir sehen ganz klar, wohin der Weg geht.“ Torsten Lang (SPD) erwiderte: „Es handelt sich um einen exponierten Standort. Darüber müssen wir intensiv diskutieren. Jetzt haben wir nur eine Wischiwaschi- Vorlage.“ Ein angesäuerter Landrat Udo Recktenwald (CDU) griff in die Debatte ein: „Ich habe den Eindruck, die Gremien zu früh zu informieren.“ Hätte er mit mehr Details später aufgewartet, hätte ihm die SPD wohl vorgeworfen, zu spät informiert worden zu sein. Was die Union mit heftigem Beifall quittierte. Jung sprach von einer „fast böswilligen Unterstellung“.

Joachim Clemens meldete sich abermals zu Wort, kritisierte schnoddrig die Entscheider: „Als der See abgelassen wurde, wurde ich nicht informiert. Das war eine schwere Zeit.“ Grund damals: Reparaturen an der Staumauer. Und eilig fügte er hinzu: „Sie glauben doch nicht, dass ich was machen werde, was dem See schadet, wo ich jetzt das halbe Dorf Neunkirchen/ Nahe gekauft habe.“
Damit platzte die nächste Neuigkeit aus ihm heraus: Clemens plant ein 100-Betten-Hotel. Dafür besitze er ein etwa 3000-Quadratmeter- Areal. Die Pläne? Liegen in der Schublade bereit. Heinz-Detlef Puffs (SPD) Vorschlag zur Güte: Der Kreistag erkläre sich grundsätzlich einverstanden, der Biergarten-Abriss sei so lange auf Eis gelegt, bis konkrete Pläne vorliegen. Lars Schlaup (Bündnis Grüne) bekräftigte: „Der Biergarten muss abgebaut werden, um planen zu können.“ Letztlich stimmten alle für eine „Neuausrichtung“ des bisherigen Biergartengeländes ohne sofortigen Abriss. Was bedeutet: Clemens kann konkret planen.
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