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Dillingen: SR dreht für den neuen "Tatort"

Der neue Kommissar wird bei seinen Ermittlungen mit einer roten Vespa unterwegs sein. Devid Striesow
und Elisabeth Brück vor dem Saarbrücker Winterberg-Klinikum.

Der neue Kommissar wird bei seinen Ermittlungen mit einer roten Vespa unterwegs sein. Devid Striesow und Elisabeth Brück vor dem Saarbrücker Winterberg-Klinikum.

Dillingen. Ein Mann mit einer roten Vespa stoppt an einer roten Ampel einen Wagen, indem er seinen Roller gleich davor abstellt. Plötzlich zieht er seine Waffe und verlangt vom Fahrer lautstark den Schlüssel. Als er ihn bekommt, wirft er ihn ins Gebüsch. Dann öffnet er die hintere Tür, lässt ein kleines Mädchen aussteigen und in das Auto einsteigen, das neben dem Wagen an der Ampel steht. Während sie umsteigt, hält er die beiden verdutzten arabischen Männer in Schach.

Als auch er in das zweite Auto einsteigt und die Türen verriegelt, versuchen die Männer, das Mädchen zurückzuholen. Sie schreien, fluchen und rütteln an den Türen – vergeblich, kurz darauf fährt der Wagen mit quietschenden Reifen los. „Danke“, ruft plötzlich ein Mann in die Szene. Denn was sich wie eine Entführung anhört, ist auch eine – allerdings nur im Film. Gestern drehte der Saarländische Rundfunk (SR) in der Pachtener Straße in Dillingen mehrere Szenen des neuen Tatort mit dem Titel „Melinda“ ab. Der neue Kriminalhauptkommissar Jens Stellbrink, gespielt von Devid Striesow, rettet dabei die kleine Melinda vor den Männern, die hinter ihr her sind. Die Stimme, die die Szene unterbrach, gehört Regisseur Hannu Salonen.

„Das war schon ganz gut, aber wir machen’s nochmal.“ Also wieder alles zurück auf Anfang. Acht Mal. Neun Mal. Von der Seite, von vorne, aus dem einen Auto, dann aus dem anderen. „Heute ist die Szene der Star. Wir brauchen viele Perspektiven, damit wir beim Schnitt genügend Material haben“, erklärt SR-Redakteur Wolfgang Bauer. „Denn aus den acht oder neun Stunden Drehtag kommen am Ende etwa viereinhalb Minuten Film heraus.“

In der nächsten Szene kommt die neue Kommissarin Lisa Marx, gespielt von der Saarländerin Elisabeth Brück, am Tatort an und muss die beiden Männer beruhigen. Aber die Staatsanwältin sitzt ihr im Nacken und will genau wie sie wissen, was Stellbrink zu dieser Aktion veranlasst hat. Auch diese Szene lässt der Regisseur penibel immer wieder wiederholen, bis sie ihm perfekt erscheint. Bei knapp 35 Grad im Schatten ein schweißtreibender Tag für das gesamte Team.

„Das ist nicht so einfach“, gibt Hauptdarsteller Stresow zu. „Die Schminke verläuft gerne mal, man muss zwinkern und irgendwann ist man im Kopf nur noch halb so schnell, wie man sein müsste.“ Trotzdem ist die Stimmung am Dreh entspannt. Striesow flachst des Öfteren mit der elfjährigen Mila Böhning, die Melinda spielt. „So ist das hier eben – und das erleichtert die Arbeit auch ungemein“, sagt Regisseur Salonen. Kurz nach 17 Uhr: Staatsanwältin Nicole Dubois, gespielt von Sandra Steinbach, schreit schon zum sechsten Mal Lisa Marx an. Und jetzt endlich hat Hannu Salonen alles, was er benötigt. „Danke, das war’s für heute“, ruft er. Und schon wenige Minuten später sieht die Pachtener Straße aus, als wäre dort nie etwas gewesen.

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