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Dillinger Hütte: 300 Millionen für neue Anlage

Grobblechprodukte aus Dillingen sind weltweit gefragt.

Grobblechprodukte aus Dillingen sind weltweit gefragt.

Dillingen. Es ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Dillinger Hütte (DH). Der Aufsichtsrat des Flachstahl- Herstellers hat gestern beschlossen, 300 Millionen Euro für eine neue Stranggieß-Anlage bereit zu stellen. Die Anlage soll die Versorgung der beiden Grobblechwalzwerke Dillingen und Dünkirchen (Nordfrankreich) mit gegossenen Stahlblöcken (Brammen) sicherstellen. Und sie soll es ermöglichen, noch anspruchsvollere Produkte auf den Markt zu bringen.



„So dick kann sonst keiner auf der Welt.“

Das Unternehmen werde durch die Großinvestition enorm an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Dillinger Hütte, Karlheinz Blessing. „So dick kann sonst keiner auf der Welt.“ Die Dicke der Brammen ist entscheidend für die Qualität. Die neue Anlage mit dem internen Namen CC6 soll Brammen etwa in den Maßen gießen, wie es die Anlage CC5 kann. Mit ihr erzielte die Hütte im vergangenen Oktober nach eigenen Angaben einen Weltrekord: Die Bramme war 450 Millimeter dick. „Auf diesem Gebiet setzen wir traditionell die Benchmarks“, erklärte Blessing. Mit dem Bau der neuen Stranggieß-Anlage soll in diesem Herbst begonnen werden.

Für die Inbetriebnahme ist das erste Halbjahr 2014 vorgesehen. Damit verbessern die Dillinger ihre Position im Wettbewerb um Zulieferteile bei Offshore- Windanlagen, bei denen die DH sich künftig eine erhebliche Ausweitung des Geschäfts verspricht. Nachdem sich das Unternehmen schon an die Spitze der Grobblechlieferanten für Energie-Pipelines gesetzt habe, so Blessing, könne es nun auch bei der Windkraft die Führung für sich beanspruchen.

Die Windräder müssen zum Teil in beachtlichen Tiefen im Meer gegründet werden. Wegen der technologischen Spitzenposition erwartet Blessing, dass sich gute Gewinnmargen erzielen lassen. Zum einen sei die Fertigung aus einem Stück preiswerter als beim Zusammenschweißen von zwei Blechen, um die nötige Dicke zu erreichen. Zum anderen sollten die Verkaufspreise höher ausfallen. Zumindest so lange, wie der technologische Vorsprung hält. Betriebswirtschaftlich von Bedeutung sei auch, dass die neuen Qualitäten bestens in die Angebotslinie der Dillinger Hütte passten. Auf ein so umfassendes Angebot könne wohl kein Konkurrent zurückgreifen.

Trend der Zeit

Im Offshore-Bereich erwartet die DH „ein gigantisches Wachstum“ weltweit. Und unter den harten Einsatzbedingungen – unter hohem Druck und bei niedrigen Temperaturen tief im Meer – könnten nur beste Stähle bestehen. Laut Blessing kommen der DH die weltweiten Investitionen in Energieanlagen gerade recht: „Wir liegen mit unseren Produkten im Trend der Zeit.“

Die Großinvestition ist auf der vorhandenen Kapazität der Rogesa (Roheisengesellschaft Saar) in Dillingen kalkuliert. Deshalb wird die neue Stranggieß-Anlage die Anlage 3, die nur relativ dünne Brammen walzen kann, verdrängen. Blessing schloss aber nicht aus, dass die Kapazitäten der Rogesa irgendwann vergrößert werden müssen.

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