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Dillinger Hütte und Saarstahl AG: 2011 wird top!

Dillingen/Völklingen. Hochwertige Stahlprodukte aus dem Saarland sind weltweit immer stärker gefragt. Dies bestätigen der Vorstandsvorsitzende der Dillinger Hütte (DH), Paul Belche, und Saarstahl-Vorstandschef Klaus Harste, im Gespräch mit unserer Zeitung. 70 Prozent der Stahlmengen aus Dillingen werden mittlerweile in Energie-Projekten eingesetzt. Vorstand Belche sieht hier ein stark wachsendes Geschäftsfeld. Besonders Windparks vor allem in Nordeuropa, spielen für den Dillinger Umsatz eine immer stärkere Rolle, so Belche. „Die Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt.“ Zumal auch große Mengen Dillinger Stahl in den Bau der zweiten Leitung der Nordstream-Pipeline fließen. Für Saarstahl in Völklingen bleibe die Autoindustrie der wichtigste Kunde. 60 Prozent der Völklinger Produkte würden in diesem Industriezweig benötigt, betont Vorstandschef Harste. Man profitiere stark vom Boom der Autohersteller. Die Nachfrage im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011 nach Stahlprodukten aus Völklingen sei extrem hoch gewesen. „Wir gehen von einem sehr guten Jahr 2011 aus“, so Harste. Verstärkt habe man Kunden in den USA und der Türkei gewinnen können.


Weiter steigenden Energiekosten

Stark beeinträchtigt werde die Wettbewerbsfähigkeit der beiden saarländischen Stahlproduzenten allerdings durch die nationale Energiepolitik. Der deutschen Politik fehlt inzwischen die Sensibilität für Gefahren, die sich aus den immer weiter steigenden Energiekosten ergeben. Es drohe deshalb Personalabbau und die Verlagerung von Industrie-Betrieben ins Ausland, weil die internationale Konkurrenz preisgünstiger produzieren könne.

Mehrkosten von 25 Millionen Euro jährlich


Alleine die von der Bundesregierung von deutschen Industrie-Unternehmen erhobene Abgabe zur Förderung erneuerbarer Energien verursache bei der Saarstahl AG für das laufende Jahr eine Verschlechterung des Betriebsergebnisses von rund 25 Millionen Euro mit steigender Tendenz, betont Harste. In der Dillinger Hütte stelle sich dies in einer ähnlichen Größenordnung dar, bestätigt Belche. Zusätzlich erschwere der von der EU veranlasste Handel für Umweltzertifikate das Geschäft. Diese Zertifikate müssen Unternehmen im Gegenzug für den Anteil ihres CO2-Ausstoßes ab 2013 kaufen. Beiden Hütten entstünden dadurch nochmals Mehrkosten von 25 Millionen Euro jährlich.

Gleichzeitig würden die Rohstoffe immer teurer, etwa hochwertiger Kokskohle aus Australien, die beide Unternehmen zur Herstellung ihrer Spezial-Stahlprodukte benötigen. Belche und Harste appellieren deshalb an die Bundesregierung, zumindest die Zwangsabgabe zur Förderung erneuerbarer Energien aufzuheben, um nationale Standortnachteile auszugleichen. Jetzt schon bauten traditionsreiche Stahlunternehmen wie ThyssenKrupp neue Werke in Brasilien und verlagerten zunehmend Produktion dorthin.

Immer weniger Lieferanten zu Ein-Jahres-Verträgen bereit

Gleichzeitig importierten Konkurrenten aus dem Ausland große Stahlmengen nach Deutschland, die sie billiger produzieren können. Erhebliche Sorge bereitet den Vorständen Belche und Harste auch ein geändertes Verhalten beim Rohstoffeinkauf, was die Kalkulation erschwere. Wegen der immer undurchschaubareren Entwicklung der Preise mit zum Teil starken Schwankungen seien immer weniger Lieferanten bereit, sich auf Ein-Jahres-Verträge festzulegen. Quartals-Vertäge würden immer mehr zur Gewohnheit. Bestimmte Mengen müsse man sogar monatlich neu aushandeln. Dies erschwere zuverlässige Rahmenbedingungen für Großprojekte. Diese Entwicklungen würden auch zu einem Anstieg der Stahlpreise führen.

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