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Dillinger Hütte will 120 Millionen Euro einsparen

Der Grobblech-Absatz der Dillinger ist gesunken.

Der Grobblech-Absatz der Dillinger ist gesunken.

Die Dillinger Hütte (DH) legt für den Stahlkonzern ein Kosteneinspar-Programm von 120 Millionen Euro auf. Das kündigte Vorstandschef Karlheinz Blessing gestern anlässlich einer Belegschaftsversammlung an. Neben der DH sind auch der Hochofenbetreiber Rogesa und die Zentralkokerei Saar (ZKS) davon betroffen. An diesen beiden Unternehmen halten die Dillinger Hütte und die Saarstahl AG je 50 Prozent.

Welche Maßnahmen ergriffen werden, um die 120 Millionen Euro einzusparen, soll bis zum Frühjahr 2014 ausgearbeitet werden. Blessing begründet die Einsparungen mit der schwierigen Lage auf dem Markt für Rohrbleche. Wegen fehlender Rohrblech- Aufträge sei die Produktion der Dillinger Hütte um fast 20 Prozent gesunken, sagte Blessing unlängst unserer Zeitung. Hier sei auch keine Besserung zu erwarten, da Aufträge für den Bau von Gas-Pipelines fehlen. Der europäische Grobblech-Markt sei derzeit nur zu 65 Prozent ausgelastet, sagt er gestern den Mitarbeitern. Das drücke auch auf die Preise. Daher sei zu erwarten, dass die Dillinger Hütte in diesem Jahr in die Verlustzone rutscht. 2013 werde ein sehr schweres Jahr.

Das Sparprogramm mit dem Titel „DH 2014 plus“ soll nicht nur Maßnahmen zur Personal- Anpassung umfassen. Es sollen alle Betriebsabläufe auf den Prüfstand – so zum Beispiel auch die Möglichkeit von Energie- Einsparungen. Sollte Personal abgebaut werden, würde dies sozialverträglich geschehen, so Blessing. Die Dillinger Hütte beschäftigt etwa 5370 Männer und Frauen.

DH-Betriebsratschef Michael Fischer fordert, dass die in der Vergangenheit getroffenen Personal- Vereinbarungen auch in Zukunft Bestand haben. So sollen die Verträge der befristet Beschäftigten verlängert werden, und auch die Auszubildenden sollen am Ende ihrer Lehrzeit einen Arbeitsplatz erhalten. Denkbar sei allerdings, dass Mitarbeiter der Dillinger Hütte auch zu Saarstahl wechseln können. Dies sei in zehn Fällen bereits geschehen.

Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Völklingen, bekräftigte seine Forderung, dass es bei Personalanpassungen nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen darf. Hiry und Fischer betonen, dass sie den Einsparprozess „konstruktiv begleiten“ wollen.

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