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Dino-Desaster Gondwana-Park Reden: Weitere Spekulationen um Schließung


Die politische Debatte um den Gondwana-Park hat sich verschärft. Die Linke fordert personelle Konsequenzen, die SPD hält einen Untersuchungsausschuss für unumgänglich und fragt nach der Verantwortung von Ministerpräsident Peter Müller (CDU).

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Saarbrücken/Reden. Hat der Gondwana-Investor Matthias Michael Kuhl seine Schließungsdrohung im Affekt geäußert? Würde er sie wirklich durchziehen? Während mancher Mitarbeiter vor Ort darüber grübelt, hat die Opposition ihre Angriffe auf die Landesregierung verschärft. Aus einer Pessemitteilung der SPD lässt sich heraus lesen, dass ein Untersuchungsausschuss so oder so kommen wird – unabhängig davon, wie die Verhandlungen mit Kuhl ausgehen. Der Zeitpunkt ist noch offen, man will wohl die Gespräche nicht unnötig belasten. Der parlamentarische Geschäftsführer Stefan Pauluhn fordert Ministerpräsident Peter Müller auf, „sich selbst um das Chaos zu kümmern“.

Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) verhandeln zu lassen, hieße, den Bock zum Gärtner zu machen. Pauluhn fragt nach den Verantwortlichen für das Dino-Desaster: „Wir wollen jetzt wissen, wer diese Verträge verhandelt hat.“ Genau dahin zielt auch Linken-Landeschef Rolf Linsler. Wenn feststehe, wer die Verträge unterschrieben habe, müssten personelle Konsequenzen folgen. Stehe der Name von Minister Karl Rauber (CDU) darunter, dann sei sein Rücktritt fällig.

Derweil hat der Ortsverein der SPD in Landsweiler-Reden an den Gondwana-Chef Kuhl appelliert, weiterzumachen und hat sich damit erneut von der Position der Landes-SPD distanziert. Die Kritik an Kuhl sei „unverhältnismäßig und unkonstruktiv“, heißt es. Die lokale SPD fordert weitere Landesmittel, um Gondwana zu optimieren.

Vor Ort gibt es Stimmen, die eine Schließung für unwahrscheinlich halten. Unter anderem meint der wissenschaftliche Leiter des Parks, Dr. Andreas Braun, es sei „undenkbar, dass man ein fachlich so gelobtes Projekt sterben lässt“. Über Kündigungen sei nicht gesprochen worden. Auch Delf Slotta schildert Kuhl als einen Enthusiasten, dem er nicht zutraut, das eigene „Baby“ zu ermorden. Kuhl habe in Reden nicht nur wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch soziale Anerkennung gesucht. Nun sei er zutiefst enttäuscht, so der Industriekultur-Experte. Seine Prognaose: Verschwindet Gondwana, sei dies eine „Katastrophe“, von der sich „dieser sperrige Standort nie mehr erholen wird.“

Auch sieht Slotta die Aufbauarbeit, durch themennahe Ausstellungen im Zechenhaus („Kohle“; „Auge des Himmels“) eine Gesamt-Marke für das Areal mit Schwerpunkt auf Natur und Umwelt („Garten Reden“) zu entwickeln, in sich zusammenbrechen. Er sagt eine Hängepartie für die Zechenhaus-Fortentwicklung voraus. Zudem wird ein Scheitern der Rettungsgespräche nach Slottas Einschätzung mehr als nur einen finanziellen Schaden hinterlassen: „Die Landesregierung wird an Mut verlieren, solche Leitinvestitions-Großprojekte durchzuziehen. Aber wir brauchen sie auf den Industriebrachen.“

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