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Dioxin: Keine belasteten Eier im Saarland

Herr Rose, kann man ausschließen, dass saarländische Eier mit Dioxin belastet sind?

Josef Rose: Ja, nach den neuesten Erkenntnissen kann das ausgeschlossen werden. Die saarländischen Betriebe haben keine Probleme diesbezüglich. Wir bekommen unser Futter von einem Futtermittelhersteller aus Mannheim. Der beliefert den Löwenanteil der saarländischen Unternehmen und hat uns gerade aktuell bestätigt, dass alle gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschritten werden.

Was bedeutet „Löwenanteil“ in diesem Fall?

Rose: Etwa 80 Prozent. Aber auch für die restlichen 20 Prozent kann man die Hand ins Feuer legen. Die Futterlieferanten im Saarland stellen ihr Futter größtenteils selbst her und sind daher auch nicht betroffen. Wir können mit gutem Gewissen sagen, dass dieses Futter ebenfalls in Ordnung ist.

Essen die Saarländer denn zurzeit weniger Eier?

Rose: Ja, leider. Wir können einen Rückgang beim Verkauf von etwa 20 bis 30 Prozent feststellen. Ich denke aber, dass man keine Panikmache betreiben sollte. Den Leuten wird ja richtiggehend Angst gemacht. Dabei ist die Belastung für den Menschen fast gleich null, selbst wenn er täglich ein Ei essen sollte, das belastet ist.

Wie können Verbraucher feststellen, woher ihr Ei kommt?

Rose: Sie müssen nur den Code, der auf jedem Ei steht, im Internet bei www.was-steht-auf-dem-ei.de eingeben, dann wird die Herkunft genau angegeben. Das ist die sicherste Variante. Denn oft steht auf der Verpackung die Adresse des Vermarkters, nicht des Geflügelhofes. Wir sind als Verband schon lange daran interessiert, dass sich das ändert, damit der Verbraucher leichter erkennt, woher sein Ei kommt.

Stichwort Kontrollen: Sind sie im Saarland angemessen, zu streng oder zu lasch?

Rose: Wir arbeiten mit dem Verbraucherschutzministerium eng zusammen. Im Schnitt gibt es mindestens einmal in vier Wochen eine Kontrolle je Betrieb. Dazu wird in den Märkten kontrolliert. Ich denke, das ist in Ordnung. Wir testen auch selbst, auf eigene Kosten. Wir Betreiber wollen ja immer wissen, was bei uns los ist.

Können Sie die Folgen für die Geflügelwirtschaft absehen?

Rose: Dieser Fall bedeutet einen Millionenschaden für die Geflügelwirtschaft. Ich bin gespannt, wie viele Betriebe am Ende wirklich betroffen sind. Es werden nicht so viele sein, aber alle anderen leiden mit. Auch wir hier, obwohl wir nach bestem Wissen und Gewissen nicht betroffen sind. Ich finde das schrecklich, dass einer durch sein Gebaren alle anderen mitschädigt, nur weil er schnelles Geld verdienen will. Wir haben dann die schwierige Aufgabe, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.

Auf einen Blick

Im Saarland wird es derzeit keine strengeren Lebensmittelkontrollen, insbesondere bei Eiern oder Fleisch, geben. Das teilte die Sprecherin des saarländischen Verbraucherschutzministeriums, Nele Scharfenberg, auf SZ-Anfrage mit. „Bisher gibt es keinen Nachweis dafür, dass kontaminierte Eier ins Saarland gelangt sind. Sobald ein saarländischer Händler auf einer der Lieferlisten aus den anderen Bundesländern stehen sollte, werden die Lebensmittelkontrolleure aktiv und überprüfen, ob die betroffenen Chargen aus den Regalen entfernt wurden“, erklärte Scharfenberg. Sie stellte außerdem noch einmal klar, dass nach bisherigen Erkenntnissen weder saarländische Geflügelfarmen noch Futtermittelbetriebe mit dem fragwürdigen Futter beliefert wurden. spr

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