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Diplom-Streit: Saar-Studis verunsichert

Saarbrücken. Unterhält man sich derzeit mit Bachelorstudenten im fünften Semester Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Saar-Universität, spürt man nur eines: Unsicherheit. Das Bolognasystem sieht vor, dass sich Studenten, die weiterstudieren wollen, um einen Masterplatz bewerben müssen. Die Plätze sind rar und umkämpft. „Quotierung“ heißt dieser Ansatz hochschulpolitisch korrekt. Zusätzlich zu diesem Problem, das sämtliche Bachelorstudenten aller europäischen Hochschulen umtreibt, kommt an der Saar-Uni aber noch ein besonderes Thema.

Einführung eines Diplomstudiums in der BWL

Auslöser ist die seit Wochen andauernde Diskussion über die mögliche Einführung eines Diplomstudiums in der BWL, und die Frage, ob dieser Studiengang überhaupt bolognakonform ist, beschreibt Studentin Susanne Eisenbarth die Gefühlslage der rund 180 BWL-Fünftsemester, die potentielle Kandidaten sowohl für einen Platz im Master- als auch im Diplomstudium sein könnten.

Eisenbarth fordert: „Ich will, dass endlich Klarheit geschaffen wird. Ist das Diplom nun vereinbar mit Bologna oder nicht?“ Der Dekan der Fakultät Rechts- und Wirtschaftswissenschaft, Christian Scholz, will den Diplomstudiengang durchsetzen. Der Präsident der Uni, Volker Linneweber, lehnt ihn als nicht bolognakonform ab. Er verstoße gegen das bestehende Universitätsgesetz. Dekan Christian Scholz verneint das. Der Studiengang sei kompatibel mit Bologna. „Das nervt langsam“, meint Bianca Gessner, ebenfalls fünftes Semester BWL.

Ohne Bruchstelle zwischen Bachelor und Master

Ginge es nach dem Willen von 900 Studenten der Wirtschaftsfakultät, würde das Diplom an der Uni wieder eingeführt. Sie unterzeichneten eine Unterschriftenliste der Fachschaft BWL. Warum der große Zuspruch? „Das liegt wohl auch am klangvollen Namen des Diploms, aber auch daran, dass dieses Modell den Studenten ein durchgehendes Studium ohne Bruchstelle zwischen Bachelor und Master garantieren würde“, meint Marcus Marx, BWL-Student im fünften Semester und Vorsitzender der BWL-Fachschaft.

„Es geht hier schließlich um die Zukunft der Studenten.“

Das Studentenparlament der Saar-Uni stimmte vergangene Woche pro Diplom. Allerdings mit der klaren Einschränkung, es müsse kompatibel zur Studienreform sein. Die Studentenparlamentarier haben den Allgemeinen Studentenausschuss (Asta) beauftragt, das Diplom weiter voranzubringen. Das erste Asta-Ziel: „Wir wollen, dass die Professoren Linneweber und Scholz endlich ein Rechtsgutachten auf den Tisch legen, dass die Bolognakompatibilität belegt oder widerlegt“, sagt Désirée Kraemer, eine der beiden Asta-Vorsitzenden. „Es geht hier schließlich um die Zukunft der Studenten.“

Dass ein Diplom-Studiengang noch zum Wintersemester 2011/12, wie von Scholz angedacht, eingeführt werden kann, glaubt der Asta nicht. Der Grund: Der lange Weg durch die Gremien, die der Antrag durchlaufen müsste. Als erstes müsste der Fakultätsrat der Studien- und Prüfungsordnung zustimmen. Dann wanderte der Antrag in den Studienausschuss. Gäbe der sein Okay, stimmte die Fakultät über das Diplom ab. Danach wäre der Senat an der Reihe. Stimmte auch er zu, wäre der Uni-Rat gefragt. Gibt der grünes Licht, hätte das Präsidium das letzte Wort.

"Ich glaube nicht, dass die Uni das schafft"

Erst wenn das Präsidium zustimmt, könnte der saarländische Landtag gegebenenfalls über eine Änderung des Universitätsgesetzes entscheiden. Sollte keine Regelung bis Ende Mai gefunden sein, wäre es zu spät für die Einführung des Diploms im Wintersemester 2011/12. Denn bis dann muss die Uni die Studiengänge fürs Semester akkreditiert haben.

„Ich glaube nicht, dass die Uni das schafft“, meint BWL-Student Dominik Gregorius. Er will, dass die Uni-Verantwortlichen deshalb ihr Möglichstes tun, damit alle Bachelorabsolventen einen Masterplatz in Saarbrücken bekommen.

Diesen Plan verfolgt auch der Uni-Präsident. „Wir versuchen eine Lösung über den Passus „besondere Eignung“ im Uni-Gesetz zu finden.“ Die besondere Eignung sollen die Saar-Studenten dadurch nachweisen können, dass sie in Saarbrücken studiert haben. Scholz: „Mein Vorschlag ist, dass wir das Präsidium bei der Suche nach einer Zugangsregelung für die BWL-Masterplätze unterstützen, und das Präsidium hilft uns dafür beim Vorantreiben des Diplomstudiengangs.“

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